Power2Drive 2024: Sonnen stellt neue Ladelösungen vor

Shell-Tochter Sonnen legt nach: Neben einer Industriespeicherlösung, einem neuen 12-kW-Speicher und einer smarten App zeigten die Allgäuer auch den neuen „Sonnen Home Charger 2“, der selbst erzeugten Solarstrom auch an bewölkten Tagen nutzen kann. Er kommt mit drei Lademodi und hat eine automatische Phasenumschaltung.

Immer wieder geht die Sonne(n) auf: Die Shell-Tochter hat auf der Power2Drive an vielen Schräubchen gedreht. | Foto: G. Soller
Immer wieder geht die Sonne(n) auf: Die Shell-Tochter hat auf der Power2Drive an vielen Schräubchen gedreht. | Foto: G. Soller
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Wer sich in der Ladeinfrastruktur ein bisschen auskennt, sieht sofort, woher Sonnen seine Charger bezieht: Aus Planegg, Ex-Webasto, wo man das defizitäre Ladetechnikbusiness Anfang 2024 an Transom Capital abgab. Ab Herbst 2024 soll die smarte Wallbox nun auch als „Sonnen Home Charger 2“ an den Start gehen. Laut Susan Käppeler, Country Managerin DACH bei Sonnen, komplettiert man damit sein „All-in-Angebot“ und zielt vor allem auf den Privatbereich.

Der Charger 2 integriert Elektroautos nahtlos in Sonnens intelligentes Energiemanagement und bindet sie automatisiert in Energieproduktion- und verbrauch des Haushalts ein. Als Schnittstelle zwischen Fahrzeug, der Sonnen-Batterie und der PV-Anlage soll man sein Auto so entweder direkt über die PV-Anlage oder den von ihr geladenen Sonnen Speicher laden können – also grundsätzlich klimaneutral. Nur wenn es duster sei UND der Speicher leer, müsse man Strom zukaufen, der aber im Idealfall - grün erzeugt - direkt aus der Sonnen Community kommt, wie uns Käppeler erklärt.

Der Charger sucht sich selbst die optimalen Ladezeiten

Die Technik ist bekannt: Denn die Charger passen das Ladeverhalten dynamisch an die Solarstromerzeugung und Bedürfnisse des Haushalts an. Dies geschieht mittels drei Lademodi: Smart, Power und Eco: Im Smart Modus wählt der Charger 2 die Ladezeitfenster intelligent, um das Fahrzeug bis zur gewünschten Abfahrtszeit mit möglichst viel Solarstrom aufzuladen. Wird beispielsweise in der sonnigen Mittagszeit ein Überschuss an Solarstrom erwartet, verschiebt der Charger 2 den Ladevorgang des Elektrofahrzeugs auf diese Zeit.

Im Power Modus wird das Fahrzeug schnellstmöglich, mit der maximal verfügbaren Leistung von bis zu 11 kW, aus der sonnenBatterie oder dem Stromnetz geladen. Der Eco Modus wiederum ermöglicht rein solares Laden unabhängig von der Dauer des Ladevorgangs. Um den Eigenverbrauch des selbst erzeugten Solarstroms zu maximieren, unterstützt der Charger 2 das direkte solare Laden des Elektroautos auch an bewölkten Tagen.

Auch bei bewölktem Himmel kann man sein Fahrzeug mit PV-Überschuss laden

Dank integrierter Phasenumschaltung wechselt der Charger 2 je nach verfügbarer Leistung automatisch zwischen einphasigem und dreiphasigem Laden. So kann das Fahrzeug bereits bei einer geringen Ladeleistung von 1,38 kW einphasig mit PV-Überschuss vom Hausdach laden. 

 Firmenwagen kann man eichrechtskonform laden 

Und auch Sonnen hat nicht nur an Privat- sondern auch an Firmenwagenbesitzerinnen und –besitzer im Blick, da der Charger 2 eichrechtskonform laden kann. Kundinnen und Kunden können so ihre Firmenwagen Zuhause laden und die Kosten pro kWh mit ihrem Arbeitgeber abrechnen.

Einfache Installation und nahtlose Integration in digitales Ökosystem 

Und wie einst Webasto kommuniziert natürlich auch Sonnen gern die einfache Montage: Eine separate Montageplatte und eine frontseitige Installationsabdeckung bieten eine einfache und schnelle Montage. Der bereits integrierte DC-Fehlerstromschutz reduziert den Installationsaufwand zusätzlich. Nach der Inbetriebnahme lässt sich der Charger 2 über die Sonnen steuern und ist damit nahtlos in das digitale Ökosystem von sonnen eingebunden. So kann in der sonnen App beispielsweise die aktuelle Ladeleistung überprüft, der Ladevorgang gestoppt oder der Lademodus gewechselt werden. Zum Schutz vor unbefugter Nutzung wird das Ladesystem über die App oder per RFID-Karte freigeschaltet. Interessant ist, das Sonnen hier auch die Installateure vor Ort fördert. Käppeler erklärt:

„Die Fachbetriebe sind unser wichtigster Kontaktpunkt zum Kunden.“

Weshalb man ihnen auch helfe, sich zu „professionalisieren“: das beginnt bei der Unterstützung individueller CIs bis hin zu beleuchteten Schildern, welche die Betriebe als „Sonnen“-Vertriebspartner ausweisen. Hier kommt Käppeler ihre BMW-Vergangenheit zu Gute: Ein hochwertiges Branding schafft immer Vertrauen und kommuniziert Qualität.

 

Auch Sonnen plant mit Elektromobilität zur Netzstablisierung 

Die Wakllbox ist allerdings nur eines der letzten kleinen Puzzlesteine im großen „Sonnensystem“: Denn das intelligente Ladeverhalten des Home Charger 2 optimiert zwar den Eigenverbrauch des Solarstroms im Haushalt. Es kann aber auch Überlastungen des Stromnetzes verhindern, die auftreten würden, wenn immer mehr Elektroautos zeitgleich geladen werden. Dazu vernetzt Sonnen die Batterien von Elektrofahrzeugen im virtuellen Kraftwerk Sonnen VPP steuert sie netzdienlich. Denn die Grundidee von Sonnen war ja ein autarkes Energiesystem einer Community, welche sich gegenseitig versorgt.

So werden im Smart Modus beispielsweise Ladefenster in Zeiten gelegt, in denen besonders viel erneuerbarer Strom produziert wird, um Lastspitzen im Stromnetz zu glätten. Für Haushalte ergeben sich daraus zusätzliche monetäre Vorteile, wie die VPP-Gewinnbeteiligung im Rahmen des Stromvertrags „Sonnen Flat“. Auch von den anstehenden Reformen gemäß Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes können Charger-Kundinnen und –Kunden finanziell profitieren. Das Gesetz dient dazu, die Überlastung des Stromnetzes durch neue Anlagen, wie Elektrofahrzeuge oder Wärmepumpen, zu verhindern. Demnach soll netzdienliches Verhalten dieser Anlagen mit etwa 150 € pro Jahr durch den jeweiligen Netzbetreiber belohnt werden. Oliver Koch, CEO von Sonnen, erklärt:

„Elektrofahrzeuge können die rund 45 Millionen Verbrenner in Deutschland nur ersetzen, wenn sie mit sauberer Energie und intelligent geladen werden. Sie müssen aktive Teile des Stromnetzes sein, die sich dem schwankenden Stromangebot anpassen und für Stabilität sorgen können. Schon heute beobachten wir, dass das Stromnetz mancherorts an seine Kapazitätsgrenzen stößt, weil immer mehr Anlagen angeschlossen werden. Mit unserem Sonnen Home Charger 2 und der Vernetzung von Speicherkapazitäten im Sonnen VPP bieten wir eine langfristige und nachhaltige Lösung für dieses Problem.”

Aber natürlich legte Sonnen auch bei seinem Kerngeschäft nach: Käppeler wirbelt weiter zum nächsten Exponat, der neuen Sonnen Batterie 10 performance+: Sie ist das Akku-Pendant zur Wallbox und integriert den Eigenverbrauch von Solarstrom und schafft eine intelligente Vernetzung und eine inselfähige Notstromversorgung in einer leistungsstarken Plattform mit 12 kW. Durch die Kombination dieses Funktionsumfangs in einem Gerät will Sonnen einen neuen Standard am Markt setzen. Das stärkste Energiespeichersystem für Haushalte bietet 12 kW Leistung dreiphasig, welche zu den steigenden Anforderungen durch das Laden von Elektrofahrzeugen oder durch Wärmepumpen passen.

Im Worst Case: Der Speicher als „Notstrom“

Die Batterie 10 performance+ integriert außerdem die Ersatzstromlösung, die standardmäßig eine AC-Insel-Funktion ermöglicht. Bei länger andauernden Stromausfällen springt das Full-Home-Backup in Sekundenschnelle an, sodass sich der Haushalt ein eigenes, drehstromfähiges Stromnetz aufbauen kann. Damit ist die Energieversorgung mit bis zu 8 kVA weiterhin sichergestellt. Die Integration dieser Funktion reduziert den Installationsaufwand und den Platzbedarf erheblich, da eine externe Notstrombox entfällt. Käppeler erklärt uns:

„Durch die zunehmende Elektromobilität und den Einsatz von Wärmepumpen steigen auch die Anforderungen unserer Kundinnen und Kunden an die Leistungsfähigkeit und intelligente Vernetzung ihrer Haushalte. Mit der sonnenBatterie 10 performance+ bieten wir ihnen hier die passende Plattform, die auf unserer bewährten und ständig weiterentwickelten Technologie basiert. Wir setzen mit dieser Lösung ein Zeichen in Sachen Funktionsumfang, Leistung und Platzbedarf und kommen so auch den Anforderungen unserer Installationspartner nach.“

Womit sie einmal mehr die Fachbetriebe ins Boot holt. Und natürlich kann man den Speicher auch ins virtuelle Sonnen-Kraftwerk einbinden und mit ihm - gemeinsam mit anderen - zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen und am Energiemarkt teilnehmen. Dadurch können die Stromkosten weiter gesenkt und sogar zusätzliche Einnahmen erwirtschaftet werden, zu denen einzelne Haushalte sonst keinen Zugang hätten. Voraussetzung hierfür ist der Abschluss des intelligenten Stromtarifs „Sonnen Flat direkt“, der neben der Nutzung des VPP noch weitere Vorteile wie eine Einspeisevergütung von 10ct/kWh beinhaltet. Laut Käppeler kann man hier die Stromkosten in der Praxis massiv senken.

Made in Germany: Die 10 Performance+ wird am Stammsitz in Wildpoldsried montiert

Die Sonnen Batterie 10 performance+ wird an Sonnens Hauptsitz in Wildpoldsried im Allgäu entwickelt und produziert.

Stromvertrag „Energy dynamic“: Bis zu 30% Stromkosten sparen!

Nach Ladestation und Speicher greift Käppeler zum Handy und erklärt uns noch den neuen Stromvertrag „Energy Dynamic“. Mit dem können Sonnen Kunden automatisch von den stündlich wechselnden Preisen am Strommarkt zu profitieren. Dabei sorgt die Sonnen Batterie dafür, dass Strom dann ins Haus gelangt, wenn er günstig ist und die prognostizierte Eigenerzeugung optimal ergänzt.  Damit können Haushalte noch mehr Stromkosten sparen als mit einem einfachen dynamischen Stromvertrag und darüber hinaus sogar zusätzliche Einnahmen erzielen. Käppeler verspricht, dass Mitglieder der Sonnen Community können damit bis zu 30 % mehr Stromkosten sparen als mit einem einfachen dynamischen Tarif.  Auf unsere Nachfrage bestätigt Käppeler, dass man bereits erste Kunden im Pilot habe, welche diese Einsparungen erzielt hätten.

Dass man so viel sparen kann, muss man laut Käppeler mehrere Hebel nutzen: Zuerst das Potenzial stündlicher Preisunterschiede am Strommarkt. Dazu kommen die Einnahmen, die das  virtuelle Kraftwerk von Sonnen (das Sonnen VPP) mit der Stabilisierung der Stromnetze für die Kunden erzielt. Zudem gibt es für den eingespeisten Strom einen höheren Preis als in der EEG-Vergütung. Eine zusätzliche Hardware wird dabei nicht benötigt, das vollvernetzte Energiemanagement übernimmt die Sonnen Batterie. Und wie funktioniert das im Detail?

Käppeler lacht und erklärt: „Im Grunde ganz einfach: Ist genug eigener Solarstrom von der PV-Anlage oder aus dem Speicher vorhanden, wird der Haushalt normal damit versorgt. Erkennt das System dann, dass der eigene Strom nicht ausreichen wird, wird intelligent aus dem Netz zugekauft.“ Und zwar im Idealfall immer dann, wenn die Preise am Strommarkt am günstigsten oder sogar negativ sind. Da sich diese stündlich ändern, kann Sonnen gezielt die optimalen Zeitabschnitte dafür auswählen und die Energie in der Sonnen Batterie zwischenspeichern. Damit umgeht der Haushalt den Bezug zu teureren Zeiten. 

Sind etwa die Preise zwischen 0 und 2 Uhr nachts besonders niedrig, weil in Deutschland viel Wind weht und zugleich die Abnehmer für den Strom fehlen, dann wird die Sonnen Batterie gezielt damit beladen. Morgens um 7 Uhr, wenn überall die Kaffee- und ersten Waschmaschinen laufen, wird viel Strom verbraucht und die Preise sind hoch. Dann nutzt man dafür den Strom aus dem Speicher. Dabei unterstützt auch das 2virtuelle Kraftwerk“.

Zusätzliche Einnahmen am Regelleistungs- und Intraday-Markt 

„EnergyDynamic“ sorgt aber nicht nur dafür, dass die Stromkosten sinken können, sondern ermöglicht zusätzliche Einnahmen am Regelleistungs- und Intraday-Markt. Als Teil des virtuellen Kraftwerks gleicht die Sonnen Batterie kurzfristige Schwankungen von Angebot und Nachfrage im Stromnetz aus. Damit erwirtschaftet sie eine jährliche Gewinnbeteiligung für den Haushalt. Kommt das an? Auch diesmal verweist Käppeler wieder auf die installierenden Fachbetriebe:

„Die Resonanz unserer Installationspartner ist bislang durchweg positiv.“

Sonnen optimiert aber nicht nur den Bezug, sondern auch die Einspeisung von sauberem Strom. Damit können die Kundinnen und Kunden höhere Erlöse erhalten als die aktuell 8,11 Cent/kWh aus der EEG-Vergütung. Das Prinzip ist ganz ähnlich wie beim dynamischen Strombezug: Der selbst produzierte Strom wird vorzugsweise dann ins Netz gespeist, wenn sich höhere Preise an der Börse erzielen lassen. Damit wird die Anschaffung einer PV-Anlage mit einem intelligent vernetzten Speicher noch lukrativer. 

Sonnen VPP kombiniert die Netzstabilisierung mit der Teilnahme am Energiemarkt und §14a EnWG 

Je weiter die Energiewende voranschreitet, umso mehr Anreize gibt es für Haushalte. Sonnens virtuelles Kraftwerk reagiert bereits heute auf Preissignale der Energiemärkte und auf Signale der Übertragungsnetzbetreiber. Aus diesen Möglichkeiten kann das Sonnen VPP automatisch innerhalb kurzer Zeit die jeweils beste Möglichkeit wählen, um den größten Nutzen für die Sonnen Community zu erzielen. Mit Blick auf die zeitvariablen Tarife für Netzentgelte, die ab 2025 durch den Paragrafen 14a des Energiewirtschaftsgesetzes gelten, kommen weitere Preissignale der Verteilnetzbetreiber hinzu. Diese können sich dann mit den Preissignalen von den Strombörsen oder den Übertragungsnetzbetreibern überschneiden. Die jeweiligen Vorteile können sich dann aufsummieren, sodass der Strombezug, zum Beispiel in der Nacht, noch günstiger wird. 

Aber auch für die Netzbetreiber bedeutet das zusätzliche Sicherheit, denn das sonnen VPP kann auch dann richtig reagieren, wenn die Preissignale vom Energiemarkt gerade im Gegensatz zu der benötigten Reaktion im lokalen Netz stehen. Damit optimiert Sonnen den Nutzen dynamischer Tarife sowohl für den einzelnen Haushalt, als auch für die Stromnetze.

„EnergyDynamic“ startet Im Sommer mit einer Pilotphase und ist voraussichtlich noch 2024 verfügbar. Der Stromvertrag soll sich über die Sonnen App oder über die Sonnen Website abschließen lassen. Zudem haben die Sonnen Partner weiterhin die Möglichkeit, ihren Kunden ein ganzheitliches Angebot über das Sonnen Partner Portal zu erstellen, das hierfür auch immer weiter optimiert wird.

Was bedeutet das?

Sonnen hat zur Poer2Drive nochmal massiv nachgelegt – allerdings nicht mehr mit grundsätzlich neuen Produkten, aber mit vielen kleinen aber sehr feinen Ergänzungen des Programms, welche helfen Stromkosten weiter zu senken und das Netz zu stabilisieren.

 

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