Pilotprojekt: Benetton, Gruber Logistics und Hafen Triest testen elektronischen Frachtbrief

Funktionieren elektronische Frachtbriefe auch zwischen EU- und Nicht-EU-Ländern? Das wollen unter anderem Benetton, Gruber Logistics und der Hafen Triest in einem Pilotprojekt herausfinden.

Gruber Logistics sieht in dem Pilotprojekt einen vielversprechenden Start für den Digitalisierungsprozess auf europäischer Ebene. (Foto: Gruber Logistics)
Gruber Logistics sieht in dem Pilotprojekt einen vielversprechenden Start für den Digitalisierungsprozess auf europäischer Ebene. (Foto: Gruber Logistics)
Nadine Bradl
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Therese Meitinger)

Das Südtiroler Transportunternehmen Gruber Logistics beteiligt sich an Tests für einen digitalen Frachtbrief auf der Strecke Türkei – Italien – Türkei. Die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Organisationen soll laut einer Pressemitteilung vom 24. Februar zeigen, dass das umgesetzte Modell auch bei besonders komplexen Prozessen mit einem Wechsel des Verkehrsträgers sowie zwischen EU- und Nicht-EU-Ländern funktionieren kann. Im nächsten Schritt soll die Plattform auch Gruber zufolge in Deutschland und Österreich getestet werden.

Obwohl Italien das internationale Zusatzprotokoll zum Übereinkommen vom 19. Mai 1956 über den Beförderungsvertrag im internationalen Straßengüterverkehr (CMR) zur Ersetzung der Papierdokumente durch ein elektronisches Dokumentenmanagement bisher nicht unterzeichnet hat, werden dort jetzt einige Plattformen getestet. An einem dieser Tests ist auch das Südtiroler Transportunternehmen Gruber Logistics beteiligt. Bei dieser Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Organisationen soll der elektronische Frachtbrief (eCMR) im Verkehrsfluss Türkei-Italien-Türkei getestet werden. Der Hauptakteur dieser Initiative sei die Benetton Group, ebenfalls beteiligt seien der Hafen Triest und die Zollbehörde sowie die Firma Accudire Srl, die die digitale Plattform bereitstelle, heißt es in einer Pressemitteilung.

Blockchain-System beglaubigt Dokumentation

Der Warenstrom, in dem die Tests durchgeführt werden, verläuft nach Firmenangaben von Italien in die Türkei. Hier geht es laut den Kooperationspartnern darum zu zeigen, dass das umgesetzte Modell auch in besonders komplexen Prozessen mit einem Wechsel des Verkehrsträgers (Lkw / Schiff) sowie zwischen EU- und Nicht-EU-Ländern funktionieren kann. Die Dokumentation der Plattform werde auf einem Blockchain-System beglaubigt, was eine größere Sicherheit und Transparenz, die Unveränderlichkeit der digitalen Dokumente, ein bestimmtes Datum sowie eine präzise Geolokalisierung erlaube, so die Kooperationspartner.

Valentino Soldan, Logistikleiter der Benetton Group, erklärt:

„Die Benetton Group war schon oft Vorreiter bei der Einführung neuer technologischer Tools, aber diese Innovationen beschränkten sich auf interne Effizienzsteigerungen und Optimierungen. Zum ersten Mal haben wir nun die öffentliche Verwaltung an unserer Seite, das ist eine wichtige Veränderung.“

Soldans Ansicht nach sollte sich das Projekt idealerweise auch unter Einbeziehung von Partnern der Zielländer, das heißt Zoll und öffentliche Einrichtungen, entwickeln und dann auf den E-Commerce-Bereich ausweiten.

Martin Gruber, CEO von Gruber Logistics, sieht in dem Test einen vielversprechenden Start für den Digitalisierungsprozess auf europäischer Ebene.

„Wir sind direkt in die Arbeit der Europäischen Kommission eingebunden, da unser Unternehmen zusammen mit den wichtigsten Ministerien und Unternehmen in Europa im Vorstand der Kommission für die Digitalisierung von Logistik und Transport sitzt“, sagt Gruber. „Die nächsten Schritte sollten eine Ausweitung des geografischen Geltungsbereichs auf Deutschland als neues Unterzeichnerland und den wichtigsten Logistikmarkt in Europa umfassen.“

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