Niedersächsische Häfen: Gute Jahresergebnisse nach stürmischem Wochenende

Zufriedene Gesichter auf der Pressekonferenz der niedersächsischen Seehäfen: Die Jahreszahlen sind gut und gerade für den Jade Weser Port geht es steil nach oben. Unter anderem auch, weil Terminalbetreiber Eurogate 150 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren investieren will.

Bestnoten für den Jade Weser Port und damit nicht genug: Eurogate will in den nächsten drei Jahren 150 Millionen Euro investieren. Foto: Jade Weser Port
Bestnoten für den Jade Weser Port und damit nicht genug: Eurogate will in den nächsten drei Jahren 150 Millionen Euro investieren. Foto: Jade Weser Port
Nadine Bradl

Das stürmische Wochenende, das wohl an den niedersächsischen Seehäfen schadlos vorüberzog, beschäftigte natürlich auch bei der Pressekonferenz zu den Zahlen 2021. Dr. Bernd Althusmann, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, versprach die betroffenen Inseln "bei Schäden nicht allein zu lassen". Nun aber zum eigentlichen Thema: der Entwicklung der Seehäfen im vergangenen Jahr, das wie Althusmann bemerkte natürlich noch durch den festen Griff des Coronavirus geprägt war, aber dennoch positiv zu bewerten sei.

"Womöglich können wir sogar gestärkt aus der Coronakrise hervorgehen", meinte der Minister.

Auch wenn die enormen Preissteigerungen das Wachstum noch abbremsen würden. Die niedersächsischen Seehäfen verzeichneten dennoch ein Plus von sechs Prozent im Seegüterumschlag und verzeichnen einen Gesamtumschlag von 51,4 Millionen Tonnen (2020: 48,46 Millionen Tonnen).

Im Detail stellt sich der Umschlag folgendermaßen dar:

  • Flüssige Massengüter: Plus drei Prozent auf 25,44 Millionen Tonnen (2020: 24,77 Millionen Tonnen). Der Umschlag von Kraftstoffen und Heizölen trug hier zum positiven Ergebnis bei.
  • Stückgüter (inkl. RoRo und Container): Plus 20 Prozent auf rund 13,87 Millionen Tonnen (2020: 11,56 Millionen Tonnen). Deutliche Zuwächse gab es beim Umschlag von Forstprodukten und Containern. Der Umschlag von Neufahrzeugen lag mit 1,28 Millionen Fahrzeugen unter dem Niveau des Jahres 2020 (-4 Prozent / 1,33 Millionen Fahrzeuge), was vor allem im Halbleitermangel begründet sei.
  • Eurogate Container Terminal Wilhelmshaven: Plus 68,5 Prozent auf 712.953 Standardcontainer (TEU). Insbesondere der deutliche Anstieg von ungeplanten Schiffsanläufen und die pandemiebedingten temporären Verlagerungen von Diensten aus anderen Häfen in Nordeuropa habe zu diesem Ergebnis beigetragen. Laut Althusmann nicht nur eine Steigerung, sondern "bestes Betriebsergebnis", das bislang erbracht wurde.
  • Feste Massengüter: Hier blieb das Volumen etwa auf dem Vorjahresniveau mit 12,09 Millionen Tonnen erzielt (2020: 12,13 Millionen Tonnen).

Für die einzelnen Häfen zeigt sich ein differenziertes Bild:

Brake

  • Umschlagvolumen: 5,14 Millionen Tonnen (-6 Prozent / 5,45 Millionen Tonnen im Jahr 2020).
  • Stückgutumschlag: 2,24 Millionen Tonnen  (+7 Prozent / 2,09 Millionen Tonnen)
  • Feste Massengüter: 2,51 Millionen Tonnen (2,89 Millionen Tonnen im Jahr 2020).

Cuxhaven

  • Umschlagvolumen: 2,45 Millionen Tonnen Güter im Seeverkehr (+13 Prozent / 2,17 Millionen Tonnen im Jahr 2020)
  • Neufahrzeugumschlag: 295.644 Fahrzeugen (-2 Prozent / 301.735 Fahrzeuge im Jahr 2020).
  • Stückgüter: 0,94 Millionen Tonnen (+10 Prozent / 0,86 Millionen Tonnen im Jahr 2020).
  • Festes Massengut: 653.919 Tonnen (+34 Prozent / 488.080 Tonnen im Jahr 2020).

Emden

  • Seegüterumschlag: 4,03 Millionen Tonnen (+1 Prozent / 4 Millionen Tonnen im Jahr 2020).
  • Stückgüter: 2,34 Millionen Tonnen (+3 Prozent / 2,28 Millionen Tonnen im Jahr 2020), 
  • Neufahrzeugumschlag: 981.520 Fahrzeugen (-4 Prozent / 1,03 Millionen Fahrzeuge in 2020).

Leer

  • Umschlag Seeverkehr: 34.434 Tonnen (+100 Prozent / 17.284 Tonnen im Seeverkehr 2020)
  • Kombinierter See- und Binnenverkehr: 313.328 (2020: 294.023 Tonnen)

Nordenham

  • Seewärtiger Umschlag: 2,30 Millionen Tonnen (+28 Prozent / 1,80 Millionen Tonnen in 2020). 

Oldenburger Hafen

  • Umschlag im seeseitigen Verkehr: 77.329 Tonnen (-5 % / 81.463 Tonnen im Jahr 2020).
  • Kombinierter See- und Binnenverkehr: 0,8 Millionen Tonnen (1,06 Millionen Tonnen im Jahr 2020).

Papenburg

  • Umschlag Seegüterverkehr: 624.818 Tonnen (-3,5 % / 647.719 Tonnen im Jahr 2020)
  • Kombinierter See- und Binnenverkehr: 748.947 Tonnen (765.352 Tonnen im Jahr 2020).

Stade

  • Umschlag: 5,9 Millionen Tonnen (6,2 Millionen Tonnen im Jahr 2020).
  • Feste Massengüter: 3,43 Millionen Tonnen (-10 Prozent / 3,8 Millionen Tonnen im Jahr 2020).

Wilhelmshaven

  • Umschlag: 30,84 Millionen Tonnen (+10 % / 28,08 Millionen Tonnen im Jahr 2020). 
  • Stückgutumschlag: 7,12 Millionen Tonnen (+37 % / 5,18 Millionen Tonnen im Jahr 2020). Hier kommt vor allem das signifikante Wachstum im Containerumschlag zum Tragen.
  • Flüssige Massengüter: 21,64 Millionen Tonnen (21,01 Millionen Tonnen im Jahr 2020)

„Mit Hapag-Lloyd ist jetzt eine der weltweit fünftgrößten Reedereien am Jade Weser Port beteiligt, zudem hat der Terminalbetreiber Eurogate angekündigt, in den kommenden drei Jahren rund 150 Millionen Euro zu investieren. Damit hat unser Tiefwasserhafen aufgrund der Entwicklung zu immer größeren Containerschiffen in den kommenden Jahren eine sehr gute Wachstumsperspektive“, so der Minister weiter.

Trotz der finanziellen Belastungen durch die Corona-Pandemie stelle die Landesregierung erneut 40 Millionen Euro für Betriebskostenzuschüsse und Investitionen an die landeseigene Hafeninfrastrukturgesellschaft NPorts zur Verfügung.

 

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