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Niederlande: Umschlagrückgang in Rotterdam

In den ersten drei Quartalen 2016 wurden im Rotterdamer Hafen 1,9 Prozent weniger Güter umgeschlagen. Ein Minus gab es vor allem bei Kohle und Eisenerz. Der Containerumschlag erholt sich seit Juni 2016 wieder leicht. Hier scheint sich eine Trendwende abzuzeichnen.
Foto: Unifeeder
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Torsten Buchholz

Allard Castelein, Generaldirektor des Hafenbetriebs Rotterdam, ist trotzdem verhalten optimistisch: „Die einzelnen Sektoren im Hafen haben jeweils eine eigene Dynamik. Wir hoffen, im gesamten Jahr 2016 in die Nähe des Umschlags im Rekordjahr 2015 zu gelangen.” Im vergangenen Jahr hatte sich der Umschlag noch um 4,9 Prozent auf 466 Millionen Tonnen erhöht.

Beim Umschlag von flüssigem Massengut gab es einen Rückgang um 0,4 Prozent auf 160,0 Millionen Tonnen. Es wurden 1,6 Prozent weniger Schweröl umgeschlagen. Der Umschlag von Flüssigerdgas (LNG) liegt nach neun Monaten um 23,9 Prozent unter dem Niveau von 2015. Insbesondere sei diese Entwicklung durch die schlechteren Marktbedingungen für den Rückexport bedingt.

Beim Umschlag von Trockenmassengut kam es zu einem Rückgang um 7,8 Prozent auf 60,3 Millionen Tonnen. Bei Eisenerz und Schrott ergab sich ein Rückgang um 8,5 Prozent. Eine Erklärung dafür ist, dass die deutsche Stahlindustrie durch Dumpingpreise für chinesischen Stahl unter Druck steht. Zudem waren Hoogovens van Dillingen und Voest Alpine zu Wartungszwecken vorübergehend stillgelegt. Der Kohleumschlag sank um 10,3 Prozent. Hintergrund ist hier die Zunahme von Wind- und Solarenergie, eine Verringerung der Vorräte und die Stilllegung verschiedener Kohlekraftwerke.

Beim Umschlag von Containern war eine Abnahme um 0,4 Prozent in TEU (20-Fuß-Standarcontainer) und um 1,2 Prozent hinsichtlich des Gewichts feststellbar. Insgesamt wurden 9,3 Millionen TEU beziehungsweise 94,8 Millionen Tonnen umgeschlagen. In den ersten fünf Monaten fiel der Containerumschlag geringer als im Vorjahr aus; seit Juni liegt er höher. In Rotterdam erwartet man, dass dieser Aufwärtstrend im letzten Quartal anhält, und zwar unter anderem aufgrund der für den niederländischen Hafen günstigen Fahrpläne der neuen Allianzen und der weiteren Entwicklung der Terminals auf der 2. Maasvlakte. Der Zahlungsaufschub der südkoreanischen Reederei Hanjin habe dazu geführt, dass Rotterdam schätzungsweise rund 30.000 TEU entgingen. Es sei nun zu erwarten, dass andere Reedereien die Kunden von Hanjin bedienen, sodass es sich hier um einen temporären Effekt handelt.

Im RoRo-Aufkommen (Fähren zum Vereinigten Königreich) macht sich der Brexit noch nicht bemerkbar: Das Volumen stieg um 1,1 Prozent. Verschiedene Fährgesellschaften haben angekündigt, ihr Dienstleistungsangebot zu erweitern, sowohl zum Vereinigten Königreich als auch nach Portugal und Spanien.

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