Niederlande: Movianto investiert in Pharmalogistik

In der neuen Niederlassung in Weert gibt es 11.000 zusätzliche Palettenstellplätze, davon 3.400 im Kühl- und Tiefkühlbereich. Von und nach Deutschland bietet Movianto vom Standort aus 24-Stunden-Lieferung.

Dennis Spamer, Geschäftsführer von Movianto Deutschland: „Der zweite niederländische Movianto-Standort in Weert ermöglicht neue BCP-Konzepte auch für deutsche Kunden.“ (Foto: Movianto)
Dennis Spamer, Geschäftsführer von Movianto Deutschland: „Der zweite niederländische Movianto-Standort in Weert ermöglicht neue BCP-Konzepte auch für deutsche Kunden.“ (Foto: Movianto)
Christine Harttmann

150 Millionen Euro investiert der Healthcare-Spezialist Movianto in diesem Jahr in Erweiterungsprojekte. Teil dieses Investitionspakts ist der Ausbau des Standorts Weert. Damit erhöht der Pharmalogistiker seine Lagerkapazität in den Niederlanden um rund 50 Prozent. Das Logistikzentrum, das laut einer Pressemeldung des Unternehmens noch im Februar 2022 seinen Betrieb aufnehmen wird, liegt knapp 80 Kilometer westlich von Düsseldorf und somit im Dreiländereck Deutschland, Belgien, Niederlande. Dennis Spamer, Geschäftsführer von Movianto Deutschland, betont, dass auch deutsche Kunden von dem niederländischen Lager profitieren. Zwei Vorteile hebt er hervor:

„Zum einen entstehen dort erhebliche Kapazitäten im Tiefkühlbereich, zum anderen wachsen damit unsere Möglichkeiten BCP-Konzepte umzusetzen.“

Das Thema BCP (Business Continuity Plan) werde bei immer mehr Ausschreibungen angefragt, weil Kunden sicherstellen wollen, dass ihre Waren auch dann ausgeliefert werden können, wenn es beispielsweise an einem Lagerstandort eine Betriebsunterbrechung gibt.

In den Niederlanden bietet Movianto bisher von seinem Standort in Oss nationale und internationale Lösungen für die Lagerung und Verteilung von Healthcare-Produkten an. Das Unternehmen hat unter anderem im Auftrag der niederländischen Regierung die zentrale Logistik der Corona-Impfstoffe des Landes konzipiert und umgesetzt. Nicht zuletzt dieser Auftrag habe zu einem starken Wachstum des Unternehmens geführt. Wie Patrick Verkuijlen, Geschäftsführer von Movianto Niederlande, berichte setzt das Movianto nun auf weiteres Wachstum:

„Wir sind in den letzten vier Jahren im Durchschnitt um 30 Prozent jährlich gewachsen. Movianto hat weltweit eine Kapazitäts- und Expansions-Planung erstellt, um die Kundenentwicklung zu antizipieren und Weert ist der nächste Schritt in diesem Plan.“

Durch das neue Logistikzentrum steigt Moviantos Lagerkapazität in den Niederlanden von 23.000 auf 34.000 Paletten. Das Besondere dabei sei, so Verkuijlen, dass zusätzliche Kapazität in allen Temperaturbereichen entstehe. Dabei nehme der Pharmalogistiker den Betrieb in der neuen Niederlassung schrittweise auf:

„Wir starten in diesem Monat im Standardservice mit Raumtemperatur, nehmen dann den Kühlbereich von 2 bis 8 Grad Celsius und 2.800 Palettenplätzen in Betrieb und werden voraussichtlich im April mit Platz für 600 Paletten im Tiefkühlbereich von -27 Grad Celsius beginnen.“

Auch im Bereich der Ultratiefkühlung bei minus 80 Grad Celsius, der beispielsweise für manche Corona-Impfstoffe notwendig ist, sieht Movianto einen weiter wachsenden Bedarf und hat Kapazitätserweiterungen vorbereitet.

„Der neue Standort wurde gewählt, weil er sich ideal für die Umsetzung weltweiter und regionaler Logistikkonzepte eignet“, so Verkuijlen weiter.

Von Weert und von Oss sei nicht nur im Benelux-Raum ein Distributions-Service in 24-Stunden möglich, sondern auch in Deutschland, dem größten Markt in Europa.

„Gleichzeitig liegen bedeutende Flug- und See-Häfen sehr nah, ebenso mehrere Hubs großer Transportdienstleister.“

Mit der Energie der Sonne

Beim Personal arbeitet Movianto mit einer Mischung aus erfahrenen Mitarbeitern und neuen Kräften. So wird die Leitung und Verwaltung beider niederländischen Standorte gemeinsam erfolgen. Operativ wurden die ersten neuen Mitarbeiter in Weert schon eingestellt und geschult. Bis zum Jahresende will Movianto in Weert insgesamt 40 neue Arbeitsplätze geschaffen haben.

Das neue Logistikzentrum erfüllt neben den Vorgaben der EU-GDP (Good Distribution Practice) für Arzneimittel weitere Sicherheits- und Umweltstandards. So wurden beim Bau der Anlage die Anforderungen zur Zertifizierung nach dem Standard Tapa A beachtet, ebenso die Nachhaltigkeitsstandards der Walden Group, zu der Movianto gehört. Die Haupt-Energiequelle des Lagers sei eine auf dem Dach installierte Solaranlage, teilt das Unternehmen mit. Die Heizung der Büroräume speise sich aus der Abwärme der Kühl- und Tiefkühlbereiche.

Mit der Investition sei ein weiterer Schritt im strategischen europäischen und weltweiten Wachstumsplan von Movianto umgesetzt worden, erklärt Thomas Creuzberger, CEO der Movianto Gruppe.

„Wir werden allein in diesem Jahr 150 Millionen Euro in mehrere Erweiterungsprojekte investieren – und schon bald die nächste Eröffnung feiern können.“

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