Neue Seidenstraße: Metrans verdoppelt Containerzüge 2020

Die HHLA-Bahntochter hat die Zahl ihrer Containerzüge zwischen Europa und China 2020 um 114 Prozent gesteigert.
 

Positiver Trend: Wachstum für Metrans beim Schienenverkehr über die Neue Seidenstraße. Foto: HHLA/Thies Rätzke
Positiver Trend: Wachstum für Metrans beim Schienenverkehr über die Neue Seidenstraße. Foto: HHLA/Thies Rätzke
Daniela Kohnen

Das Intermodal-Unternehmen fertigte damit im letzten Jahr insgesamt 913 Züge (2019:) ab, die aus China kamen oder dorthin fuhren. In 2019 waren es nach Angaben des Unternehmens 426 Züge. Der größte Zuwachs mit einem Plus von 131 Prozent sei im letzten Jahr beim Import zu verzeichnen gewesen. Das Transportvolumen der Metrans auf der Neuen Seidenstraße lag damit bei rund 30.000 TEU (20 Fuß-Standardcontainer). Metrans-CEO Peter Kiss:

„Vor 30 Jahren haben wir damit begonnen, Seefrachtcontainer ins europäische Hinterland zu transportieren. Metrans hat die erste regelmäßige Shuttlezug-Verbindung zwischen Hamburg und Prag angeboten. Seitdem ist unser Netzwerk zwischen europäischen Häfen und Hinterland jedes Jahr gewachsen. Zudem sind wir einer der größten Anbieter im aktuell am stärksten wachsenden Markt, dem Schienenverkehr zwischen Europa und China.“

Derzeit verkehren monatlich 60 bis 80 Metrans-Züge zwischen Europa und wichtigen Wirtschaftszentren in der Volksrepublik, darunter Zhengzhou, Xi’an und Jinhua. Das Unternehmen stellt mit Partnern in China die Ganzzüge zusammen, die an verschiedenen Knotenpunkten des eurasischen Bahnkorridors von einem Traktionär übernommen oder an ihn übergeben werden.

Diese Knoten sind der polnische Grenzterminal Malaszewicze nahe der belarussischen Stadt Brest und der Terminal im slowakischen Dobra nahe der ukrainischen Grenze. Die Container werden dann im gesamten Metrans-Netzwerk verteilt. Die wichtigsten Drehkreuze für die europäischen China-Verkehre des HHLA-Tochterunternehmens sind ihre Hub-Terminals in Budapest, Prag, Ceska Trebova, Poznań und Dunajska Streda.

Die zentrale Drehscheibe des deutschen China-Handels ist der Hamburger Hafen, sowohl für die kontinentale als auch die maritime Seidenstraße. Mehr als die Hälfte des deutsch-chinesischen Außenhandels wird über die Hansestadt abgewickelt und das Gros wird auf dem Seeweg transportiert. 2020 wurden mehr als 2,4 Millionen TEU an den Kaianlagen in Deutschlands größtem Seehafen umgeschlagen. Insgesamt 15 Liniendienste verbinden die Hansestadt mit chinesischen Häfen. Als Europas größter Eisenbahnhafen bietet Hamburg auch ein dichtes Netz an Wagenladungsverkehren, Shuttle- und Ganzzugverbindungen, denn jede Woche werden knapp 1.960 Zugabfahrten von und nach Hamburg angeboten – davon über 230 wöchentliche Verbindungen mit China.

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