Neubau: MAN, Scania und Navistar produzieren bald in Nürnberg

Es hat sich noch nicht ausgedieselt: Spatenstich zum Bau einer neuen Montagehalle bei MAN Truck & Bus in Nürnberg für den Konzern-Dieselmotor, der als Selbstzünder die Brücke zu den elektrifizierten Antrieben der Zukunft schlagen soll.

Bild: MAN
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Nadine Bradl

Im MAN-Werk Nürnberg erfolgte der erste Spatenstich für die zukünftige Produktionshalle der „Common Base Engine" (CBE), der gemeinsamen Plattform für Dieselmotoren von MAN, Scania und Navistar. Der im Schulterschluss zwischen den Konzernmarken gemeinsam entwickelte Selbstzünder soll die Brücke zu den elektrifizierten Antrieben der Zukunft schlagen. Im Rahmen seiner Transformationsstrategie NewMAN setzt der Nutzfahrzeughersteller künftig auf emissionsneutrale Antriebe. Dennoch werden laut den Unternehmen gerade im Langstreckenbereich und bei Offroad-Anwendungen Dieselmotoren in der Übergangszeit zum emissionsneutralen Güterverkehr noch weiter eine Rolle spielen. Um dabei die strengen Umweltauflagen zu erfüllen und den CO2-Ausstoß weiter zu minimieren, arbeiten Scania und MAN im Rahmen des Lead-Engineering-Konzepts seit 2017 an der Entwicklung dieser neuen Motorenplattform.

„Unser Augenmerk liegt auf der Entwicklung von batterieelektrischen Antrieben für Busse und Lkw. Hier gehören wir zu den führenden europäischen Nutzfahrzeugherstellern. Alternativ dazu forschen wir in Nürnberg an wasserstoffbasierten Antrieben. Die partnerschaftliche Entwicklung und Produktion der letzten komplett neuen Generation von Dieselmotoren im Schwerlastbereich kommt uns dabei sehr zugute. So entstand nicht nur eine hervorragende Motorenplattform, sondern es ergaben sich auch finanzielle und personelle Freiräume zur Entwicklung emissionsneutraler Antriebsarten. Selbstverständlich arbeiten wir auch hier eng mit unseren Partnern in der Traton Group und im Volkswagen Konzern zusammen", sagt Dr. Frederik Zohm, im Vorstand von MAN Truck & Bus zuständig für Forschung und Entwicklung.

Ab 2024 werden im MAN-Werk Nürnberg die Motoren der CBE-Generation gefertigt – etwa zeitgleich zum Start der Serienproduktion der langstreckentauglichen MAN-Elektro-Lkw im Werk München. Auch deren E-Antriebsaggregate werden aus Nürnberg kommen.

Verbrenner und Elektro nebeneinander

Im Zuge der Technologiewende laufen hier konventionelle ebenso wie elektrifizierte Antriebe zukünftig nebeneinander.

„Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung von MAN wurde Nürnberg zum Leitwerk für alternative und konventionelle Antriebstechnologien bestimmt. Darum wird hier bei uns die Transformation der Nutzfahrzeugbranche unmittelbar sichtbar. Die neue Produktionshalle für die CBE-Generation entsteht in Nachbarschaft zu unseren künftigen Produktionsanlagen für E-Antriebe sowie den Prüfständen für Wasserstoff-Brennstoffzellen. Der Abschied vom Dieselmotor geschieht nicht auf Knopfdruck. Er gleicht eher einem Schieberegler", sagt Ulrich Zimmer, bei MAN verantwortlich für die Aggregateproduktion sowie Standortleiter des Werks Nürnberg.

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