NEE: Forderung nach Investition in klimaeffiziente Technologien

Nach dem Netzwerk Europäischer Eisenbahnen e.V. soll der Bund das beschlossene Konjunkturpaket für den Schienengüterverkehr auf die Automatisierung und Energieeinsparung fokussieren.

Der NEE fordert von der Bundesregierung, dass mit dem beschlossenen Konjunkturpaket in umweltfreundliche Technologien investiert wird. Foto: Pixabay
Der NEE fordert von der Bundesregierung, dass mit dem beschlossenen Konjunkturpaket in umweltfreundliche Technologien investiert wird. Foto: Pixabay
Daniela Kohnen

Mit zusammen 2,2 Milliarden Euro soll der Bund 2020 bis 2022 konjunkturelle Impulse im Schienengüterverkehr geben und laut dem Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) in die Modernisierung sowie kostensenkende und klimafreundliche Energieeinsparungen investieren.

Eine Vorschlagsliste mit 27 Maßnahmen hatte der NEE der Kanzlerin und den zuständigen Ministerien am vergangenen Freitag bereits übermittelt. NEE-Geschäftsführer Peter Westenberger:

„Die Regierung kann nun zeigen, ob sie zukunftsfähige klimaeffiziente Technologien oder die bekannten Mitverursacher der Klimakrise durch Steuergelder in die Zukunft begleiten will.“

Der Verband zeigte sich nach eigenen Aussagen verwundert über ein „erratisches“ Forderungspapier von drei straßenorientierten Verbänden vom vergangenen Freitag. Es bringe laut Westenberger „mit 14 seiner 16 Forderungen“ zum Ausdruck, dass das bisherige Lkw-System von quasi allen Steuern befreit und durch Zuschüsse noch mehr gefördert werden solle.

Wenn die Corona-Krise nicht noch die Klima-Krise mit verschlimmern solle, müsse Berlin laut dem NEE-Geschäftsführer nun klare Entscheidungen treffen, die auch zögerlichen Industrien klare Signale senden würden. Systemrelevant seien nicht Straßenfahrzeuge, sondern klimafreundliche und sichere Mobilität für Menschen und Güter. Westenberger:

„Vielleicht sollte die Automobilindustrie in den Schienensektor investieren.“

Der Investitionsprogramm-Vorschlag der Wettbewerbsbahnen ist laut NEE eng verknüpft mit den Energie- und Klimazielen von Bund und EU. Das zeige sich beispielsweise, wenn es um die Förderung von Hybridantrieben, Zwischenspeichern und Rückspeisung von Bremsenergie, die Umrüstung von Weichenheizungen auf Geothermie und den mit dem Oberleitungsnachrüstung Hand in Hand gehenden Bau von Wind- oder Photovoltaik-Anlagen zur Direkteinspeisung in Streckennähe gehe.

Besonderen Wert würden die Güterbahnen auf die Schaffung zusätzlicher Verladekapazitäten zwischen Straße und Schiene legen, um mehr Lkw-Trailer verladen und die Schiene in klimafreundliche Logistik-Konzepte von Ballungsräumen integrieren zu können. Einige Maßnahmen wie die Modernisierung des Zugfunks oder der Infrastruktur-IT, würden zudem auch dem Personenverkehr nützen.

Für Westenberger sei das vor wenigen Tagen freigegebene „Bundesprogramm Zukunft Schienengüterverkehr“ mit 30 Millionen Euro pro Jahr ein „als Konjunkturimpuls und im Verhältnis zur Aufgabe leider nur symbolischer Einstieg“.

Um die dringend benötigte Automatisierung von Zugvorbereitung, Zustellung und Rangierbetrieb, neue Detektoren an Gleisen, Loks und Wagen sowie die schnelle Umrüstung von Stellwerken, Zugfunk sowie Leit- und Sicherungstechnik auf aktuelle digitale Technologien zu finanzieren, seien mehrere Milliarden Euro erforderlich.

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