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Nachhaltiger Fernverkehr: DHL setzt auf Synthetische Kraftstoffe

Synthetische Kraftstoffe könnten die CO2-Reduktion im Fernverkehr deutlich voranbringen, heißt es in einer von DHL veröffentlichten Studie. Dazu braucht es allerdings eine konzertierte Herangehensweise bei der Entwicklung und globale Standards.  

Der elektrische Streetscooter eignet sich für die letzte Meile. Im Vernverkehr braucht es andere Lösungen. (Foto: Deutsche Post DHL Group)
Der elektrische Streetscooter eignet sich für die letzte Meile. Im Vernverkehr braucht es andere Lösungen. (Foto: Deutsche Post DHL Group)
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Christine Harttmann

Noch sind sogenannte E-Fuels wirtschaftlich nicht konkurrenzfähig. Doch in fünf bis zehn Jahren könnten die synthetischen Kraftstoffe allerdings massentauglich sein. Damit könnten sie die CO2-Emissionen spürbar senken. Das ist das Ergebnis einer Studie, die Deutsche Post DHL Group veröffentlicht hat. Die Untersuchung, die den Titel „Nachhaltige Kraftstoffe in der Logistik“ trägt, stellt der Konzern die Vor- und Nachteile der einzelnen Antriebe gegenüber, bewertet sie und teilt Praxiserfahrungen. Außerdem geben Fachexperten aus Wissenschaft, Verbänden und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) Einblicke zu Einsatzmöglichkeiten und noch bestehenden Grenzen von nachhaltigen Kraftstoffen. Erst Anfang Oktober hatte der Logistikkonzern mit seiner Strategie 2025 den Stellenwert von Nachhaltigkeit im Unternehmen unterstrichen.

„Wir wollen Menschen verbinden und ihr Leben verbessern. Dazu gehört für uns seit langem auch Umwelt- und Klimaschutz. Unser Ziel ist eine Null-Emissionen-Logistik bis 2050. Dieses Ziel lässt sich nicht allein mit Effizienzmaßnahmen und einer modernen Flotte erreichen. Wir werden auch den Übergang von fossilen Brennstoffen zu sauberen Kraftstoffalternativen forcieren müssen. Entscheidend ist hier eine länder- und sektorübergreifende Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Politik und Wissenschaft“, sagte Frank Appel, Vorstandsvorsitzender bei Deutsche Post DHL Group.

Eines der wesentlichen Erkenntnisse der Studie ist, dass E-Mobilität die bevorzugte Wahl im Transportsektor ist. Jedoch ist der Einsatzbereich noch auf Kurzstrecken beschränkt. Für den Fernverkehr sind daher alternative Kraftstoffe immer wieder im Gespräch. Daher befasst sich die Studie mit den verschieden Varianten, die es derzeit gibt. Drop-in-Kraftstoffe – Kraftstoffe, die fossile Kraftstoffe direkt ersetzen können – sind eine Möglichkeit. Sie verhalten sich kompatibel zur bestehenden Technik und können für konventionelle Antriebe direkt verwendet werden. Non-drop-in-Kraftstoffe unterscheiden sich chemisch von ihren fossilen Pendants und benötigen deswegen modifizierte Motoren oder eine neue Technik.

Biokraftstoffe der zweiten Generation sowie E-Fuels beginnen sich zu etablieren. Allerdings sind sie nur dann sinnvoll, wenn sie aus Biomasse und sowie Strom müssen aus erneuerbaren Quellen stammen. Die Herstellung von pflanzenbasierten Biokraftstoffen darf nicht zu Monokulturen und zur Vernichtung von Anbauflächen für Nahrungsmittel oder von Urwäldern führen.

Fortschritt bei der Entwicklung alternativer Kraftstoffe kann laut der Studie nur durch Dialog und koordiniertes Handeln beschleunigt werden. Voraussetzung für die Entwicklung eines einheitlichen Standards ist außerdem eine internationale Wissensbasis. Wirtschaftliche Anreize, so heißt es weiter, können Hürden bei Unternehmen abbauen.

Weiter heißt es, dass viele der bereits heute verfügbaren alternativen Kraftstoffe mit kleinen oder geringen Modifikationen an Motoren und Infrastrukturen zu einer spürbaren Emissionsreduktion beitragen können. Die Besorgnis über die Verfügbarkeit und Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen führt zu einem wachsenden Interesse an sogenannten „E-Fuels“. Diese synthetischen Kraftstoffe können aus erneuerbaren Energien und Kohlendioxid (CO2) hergestellt werden.

„Es spricht einiges für E-Fuels. Sie können in die bestehenden Fahrzeuge und Infrastruktur nahtlos integriert werden. Derzeit sind sie allerdings wirtschaftlich nicht konkurrenzfähig. Hinzu kommt, wie bei der E-Mobilität, die noch nicht ausreichende Verfügbarkeit von Ökostrom, um sie tatsächlich klimaneutral herzustellen“, erklärt Dr. Thomas Ogilvie, Arbeitsdirektor und Vorstand für Personal und Corporate Incubations bei Deutsche Post DHL Group. „Wir glauben, dass synthetische Kraftstoffe in fünf bis zehn Jahren massenmarkttauglich sind. Entscheidend hierfür ist unserer Ansicht nach eine länder- und sektorübergreifende Herangehensweise sowie die Entwicklung von globalen Standards, um die Produktion und die Nutzung nachhaltiger Kraftstoffe international voranzubringen.“

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