Mit Sprit aus Algen zum klimaneutralen Verbrenner

Flüssiger Biokraftstoff aus Mikroalgen, daran arbeitet die Mazda Motor Corporation gemeinsam mit der Hiroshima University und dem Tokyo Institute of Technology bereits seit 2016. Der Ansatz hört sich vielversprechend an.

Grüne Welle: Mit Flüssigkraftstoff aus Algen orientiert sich Mazda an der Realität. Und die wird den Verbrenner noch länger brauchen. Doch so wird der klimaneutral. | Foto: Mazda
Grüne Welle: Mit Flüssigkraftstoff aus Algen orientiert sich Mazda an der Realität. Und die wird den Verbrenner noch länger brauchen. Doch so wird der klimaneutral. | Foto: Mazda
Christine Harttmann
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Der japanische Automobilhersteller Mazda hat sich zum Ziel gesetzt, im Vergleich zu 2010 eine Verringerung der CO2-Emissionen des Unternehmens um 50 Prozent bis 2030 und um 90 Prozent bis 2050 zu erreichen und setzt dabei auch auf die Entwicklung eines Biokraftstoffs aus Algen. Der Automobilhersteller betrachtet dabei auch die ganzheitliche „Well-to-Wheel"-Perspektive, die die CO2-Emissionen von fossilem Kraftstoff von der Ölquelle bis zum Einsatz auf der Straße sowie aus der Stromerzeugung zum Vergleich mit Elektrofahrzeugen korrekt berücksichtigt. Als Teil der „Well-to-Wheel"-Initiative hat Mazda einen Multi-Solution-Ansatz entwickelt, um den gesamten CO2-Ausstoß seiner Fahrzeugflotte zu reduzieren, ohne dabei Kompromisse an anderesn Stellen einzgehen, wie man verspricht.

CO2-Reduzierung für Verbrennungsmotoren

Für eine nachhaltige CO2-Reduzierung hält Mazda die Entwicklung eines erneuerbaren Flüssigkraftstoffs für unerlässlich. Denn der Hersteller geht von der Annahme aus, dass Verbrennungsmotoren in Kombination mit einer Elektrifizierung auch 2030 noch etwa 95 Prozent der global produzierten Fahrzeuge ausmachen werden und dass Flüssigkraftstoff bis mindestens 2040 in der individuellen Mobilität dominierend bleiben wird. Da der Algen-Biokraftstoff bei der Verbrennung nur so viel CO2 freisetzt, wie zuvor durch das Wachstum der Algen durch Photosynthese der Atmosphäre entzogen wurde, hält der Hersteller diesen Ansatz für entscheidend, um eine CO2-Neutralität von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor zu erzielen.

Keine Konkurrenz zum Teller: Algenkraftstoff wächst parallel

Mikroalgen-Biokraftstoff habe neben dem niedrigen Flammpunkt als erneuerbarer Flüssigkraftstoff zahlreiche positive Eigenschaften, wirbt man weiter. Er entsteht aus einer Biomasse, die nicht in Konkurrenz zu pflanzlichen Lebensmitteln auf landwirtschaftlichen Flächen angebaut werden müsse. Denn die Algen könnten auf Flächen gezüchtet werden, die für die Landwirtschaft ungeeignet sind. Der Ertrag aus Mikroalgen sei zudem um ein Vielfaches größer als bei Kraftstoffen aus anderer Biomasse. Darüber hinaus sei der Bioalgenkraftstoff biologisch abbaubar und umweltschonend. fs/jr

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