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Mit Güterbahnen das Klima retten

Ein Konsortium aus Güterbahnen und Verbänden aus ganz Europa will den Güterverkehr in Europa von 18 Prozent auf 30 Prozent erhöhen und damit im nächsten Jahrzehnt bis zu 290 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen einzusparen.

Noah's Train soll auf seinem Weg durch Europa für mehr Schienengüterverkehr werben. (Foto: ÖBB/Dallinger)
Noah's Train soll auf seinem Weg durch Europa für mehr Schienengüterverkehr werben. (Foto: ÖBB/Dallinger)
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Christine Harttmann

Mit 275 Millionen Tonnen C02-Emissionen pro Jahr macht der Güterverkehr fast ein Drittel der gesamten Verkehrsemissionen aus, einschließlich des Personenverkehrs. Sollte sich die erwartete Wachstumsrate von rund 30 Prozent bis 2030 bewahrheiten, dann bedeutete dies, dass auch der Güterverkehr das Klima noch viel stärker belastet. Genau dem will nun Rail Freight Forward, ein Zusammenschluss aus Güterbahnen und Verbänden in Europa, entgegentreten. Erklärtes Ziel ist, dass der Anteil der Schiene am gesamten Güterverkehr bis 2030 von 18 Prozent auf 30 Prozent steigt. Die am Konsortium Beteiligten sehen darin einen entscheidenden Schritt, damit die Transportbranche ihre im Pariser Abkommen festgelegten Klimaziele erreichen kann.

Die Unterzeichner sind entschlossen, ihren Sektor umzugestalten und innovative und wettbewerbsfähige Bahnprodukte anzubieten. Zugleich fordertn sie die politischen Entscheidungsträger und Partner auf, die notwendigen externen Bedingungen zu schaffen, um eine Verlagerung von der Straße auf die Schiene zu ermöglichen. Da der Schienengüterverkehr neunmal weniger CO₂ ausstoße und achtmal weniger Luftverschmutzung verursache als der Straßengüterverkehr, seien die politischen Entscheidungsträger zum Handeln aufgerufen, postuliert die Koalition. Bei einem aktuellen Anteil der Straße von 75 Prozent an der Leistung des Güterverkehrssektors würden jedes Jahr geschätzte 275 Millionen Tonnen CO₂ ausgestoßen. Das mache 30 Prozent der gesamten Emissionen des Verkehrssektors aus, rechnet das Konsortium vor.

Sollte der Güterverkehr bis 2030 tatsächlich um 30 Prozent wachsen, dann entspräche das etwa dem Volumen des gesamten deutschen Güterverkehrsmarktes oder einer Million Lkw, die im kommenden Jahrzehnt zusätzlich auf europäischen Straßen unterwegs sein werden. Vor dem Hintergrund des Pariser Abkommens für den Verkehrssektor sei es also keine nachhaltige Option, weiterhin stark auf den Straßengüterverkehr zu setzen.

Bei Unterzeichnung der Gründungsurkunde von Rail Freight Forward zeigten sich die Mitglieder überzeugt, dass die Schiene eine entscheidende Rolle beim Aufbau eines nachhaltigeren Güterverkehrssektors spielt, mit dessen Hilfe Europa seine Klimaziele verwirklichen kann. Die politischen Entscheidungsträger und die wichtigsten Interessengruppen auf fordert der Verbund auf, bei der Umsetzung der Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Verkehrsverlagerung zusammenzuarbeiten.

Die Entwicklung eines wettbewerbsfähigen Eisenbahnangebots gehe Hand in Hand mit einer Schieneninfrastruktur, auf der ein Zug genauso einfach durch Europa fahren kann wie ein Lkw über Europas Straßen. Dies erfordert ein klares Mandat für Infrastrukturbetreiber, ein Netz aufzubauen, das leicht zugänglich, gut verwaltet und zuverlässig ist. Daneben seien die nationalen und EU-Behörden aufgefordert, einen transparenten und soliden Rechtsrahmen für die Infrastrukturbetreiber zu schaffen, damit sie dieses Netz realisieren können. Darüber hinaus fordert die Koalition, dass die Behörden Steuern, Verwaltungskosten, Infrastrukturnutzungsgebühren und anderes für die verschiedenen Verkehrsträger einheitlich gestalten und damit die Wettbewerbsbedingungen für Züge und Lastwagen angleichen. In Ländern, die Maßnahmen ergreifen, um einen klaren Regulierungsrahmen und einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten, wie Österreich (32 Prozent) und die Schweiz (37 Prozent), ist der Anteil des Schienenverkehrs am Modal Split deutlich größer.

Um ihr Klima-Engagement zu unterstreichen und Unterstützer mit Herz und Verstand für den Modal Shift zu gewinnen, haben die Mitglieder der Rail Freight Forward Katowice für den offiziellen Start von Noah's Train ausgewählt. Dieser Zug fährt durch Wien, Berlin, Paris und Brüssel. In jeder Stadt werden herausragende Künstler der Street-Art-Szene den Zug schrittweise in das längste mobile Kunstwerk der Welt verwandeln, inspiriert von der ältesten Geschichte des Umweltschutzes.

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