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Mercedes-Benz: Futuristische Transporter-Studie auf der IAA

Auf der IAA Nutzfahrzeuge vom 22. bis 29. September in Hannover zeigt Mercedes-Benz mit "VisionVan" einen Konzept-Transporter mit Elektroantrieb und innovativ gestaltetem Laderaum.
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Johannes Reichel

Im Rahmen einer Initiative zur Zukunft der City-Belieferung ("AdVance") erprobt der Hersteller Mercedes-Benz (MB) rund um das Fahrzeug weitere Liefersysteme, bei denen man mit verschiedenen Anbietern, auch aus der Startup-Szene kooperiert. Hier arbeiten derzeit 200 Mitarbeiter in einer neugegründeten Organisationseinheit an den Standorten Berlin, Stuttgart und im Silicon Valley an innovativen Transportlösungen. "Wir wollen uns vom reinen Transporterhersteller zu einem Anbieter von ganzheitlichen Systemlösungen entwickeln", erklärte MB-Vans-Leiter Volker Mornhinweg in Stuttgart. Der Van diene demnach nur mehr als mobile Plattform und soll zum intelligenten Warenlager werden, von dem aus die letzte Meile bedient wird, wenn es sich anbietet auch per Drohne oder Roboter.

Die Elektovan-Studie, die MB Vans auf der IAA präsentiert, steht dabei im Zentrum. Sie verfügt über einen vollelektrischen Antrieb mit 75 kW E-Motor (270 Nm) und über eine passend zur Anwendung skalierbare Akkukapazität, die von 80 bis 270 km Reichweite ermöglicht. Im Design lehnt sich das Fahrzeug an die "Future Truck 2025"-Studie eines schweren Lkw von der IAA 2014 an und setzt auf konsequente Integralform, die auch durch den Wegfall konventioneller Antriebskomponenten möglich wird. Die Kabine verfügt insofern über einen ebenen Boden, der Fahrer steuert von einer Art Kanzel aus per Joystick das Fahrzeug. Der auf Volumen hin optimierte Laderaum beherbergt ein intelligentes Einschubsystem aus im Lager vorkonfektionierten Regalen und einem maßgeschneiderten Regalbediengerät, das die Sendungen an die Paketausgabe im Fahrzeug befördert.

Wahlweise kommen in dem MB-Vans-Konzept auch Drohnen oder Roboter für die Zustellung auf der letzten Meile zum Einsatz. Hierbei kooperiert man mit der US-Firma Matternet sowie dem britischen Anbieter Starship. Zusammen mit einem Intralogistikanbieter arbeitet der Hersteller an einem "Slider"-System, bei dem vorkonfektionierte Regalsysteme von einem selbstfahrenden Förderzeug und einem Schienensystem automatisiert in den Laderaum verbracht werden ("Swift Loading").

Für ein Pilotprojekt eines On-Board-Nachfülldienst unter dem Arbeitstitel "Mobile Material Service" arbeitet Daimler in Kooperation mit Fahrzeugausrüster Sortimo und dem Verbrauchsmaterial- und Systemanbieter Fischer Technik zusammen. Auf Basis von Sortimo-Regalausbauten mit NFC-Tags und einer Sortimo "Refill App" werden zur Neige gehende Verbrauchsmaterialien von Fischer zeitsparend und App-gestützt ins Fahrzeug geliefert. Auch ein Laderaumverwaltungstool mit Sensoren (Cargo Sensor System, CS2) befindet sich bei MB Vans in der Erprobung. Dabei wird die Position der jeweiligen Ware im Fahrzeug erfasst, was ebenfalls das Handling für den Fahrer deutlich erleichtern und die Abläufe effektivieren soll.

Ausbauen will der Hersteller auch sein Angebot an Telematik-Diensten im Fahrzeug und das flexible Vermietangebot Car2Share-Cargo, das bisher in vier Pilotprojekten in Berlin, Stuttgart, München und Koblenz läuft. Hier buchen Kunden nach dem Vorbild und der App-Technik des Carsharing-Modells Car2Go stundenweise und nach Bedarf Fahrzeuge der Vito- und Sprinter-Klasse.

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