Mercedes Benz: Die ersten eActros gehen zum Kunden

Mercedes Benz hat an die ersten Kunden einen eActros 300 aus Serienproduktion geliefert. Nach DB Schenker hat auch Dachser eines der Fahrzeuge entgegengenommen.

Cyrille Bonjean, Executive Vice President, Head of Land Transport Europe bei DB Schenker; Karin Rådström, Member of the Board of Management of Daimler Truck Holding AG; Wolfgang Janda, Executive Vice President, Head of Network & Line Haul Management at DB Schenker (v.l.n.r.) (Foto: DB Schenker)
Cyrille Bonjean, Executive Vice President, Head of Land Transport Europe bei DB Schenker; Karin Rådström, Member of the Board of Management of Daimler Truck Holding AG; Wolfgang Janda, Executive Vice President, Head of Network & Line Haul Management at DB Schenker (v.l.n.r.) (Foto: DB Schenker)
Christine Harttmann

Den Anspruch, weltweit erster Kunde zu sein, der ein eActros Serienfahrzeug entgegennahm, stellt DB Schenker. Laut heutiger Pressemeldung, setzt der Transport- und Logistikdienstleister den 19-Tonnen-Lkw in der Lieferung von Stückgut in der urbanen Logistik ein. Das Unternehmen erklärt, damit seine nachhaltige Flotte um ein weiteres Fahrzeugmodell aufzustocken. Bereits heute könnten Kunden an über 60 Standorten europaweit CO2-frei im Stückgutverkehr beliefert werden. DB Schenker spricht von einem weiteren „wichtigen Schritt zur klimaneutralen Logistik“.

Ein weiterer batterie-elektrischer Mercedes-Benz eActros aus der Serienproduktion geht an den Logistikdienstleister Dachser. Karin Rådström, CEO Mercedes-Benz Lkw, übergab das Fahrzeug im Rahmen eines Kundentermins in Wörth am Rhein an Stefan Hohm, Chief Development Officer (CDO) und Mitglied des Vorstands von Dachser. Wie der in Memmingen ansässige Konzern erklärt, plant er schon jetzt weitere eActros als Teil seiner Klimaschutzstrategie in die Fahrzeugflotte aufzunehmen. Stefan Hohm erläuterte anlässlich der Übergabe:

„Der Serien-eActros ist ein wichtiger Baustein unseres Stadtbelieferungskonzepts Dachser Emission-Free Delivery, das wir aktuell auf elf europäische Metropolregionen erweitern.“

Das Serienmodell soll in Stuttgart den bereits seit 2019 in der Praxis getesteten Prototyp ablösen. Der Transport- und Logistikdienstleister liefert damit Stückgut an seine Kunden in der Innenstadt. Zusätzlich versorgt der Elektro-Lkw im Zusammenspiel mit einem Fuso eCanter ein innerstädtisches Mikrohub mit Sendungen, die dann auf der letzten Meile mit elektrisch unterstützten Lastenrädern verteilt werden. Alle Stückgutsendungen in einem fest definierten Gebiet werden von Dachser lokal ohne CO2- und Stickoxid-Emissionen zugestellt. Zum Aufladen in der Dachser-Niederlassung in Kornwestheim nutzt der eActros ausschließlich Grünstrom.

Davon, Vorreiter innovativer Transportlösungen zu sein, spricht Wolfgang Janda, Executive Vice President, Head of Network & Line Haul Management bei DB Schenker. Das Unternehmen mit einem konzernweiten Fuhrpark von mehr als 30.000 Fahrzeugen habe sich das Ziel gesetzt, weltweit der führende Anbieter grüner Logistik zu werden.

„DeVoraussetzung hierfür ist der richtige Fahrzeugmix mit alternativen Antrieben. Der leichte Fuso eCanter von Daimler Truck hat seine Alltagstauglichkeit bei uns bereits in verschiedenen Städten bewiesen. Nun sind wir gespannt, wie sich der eActros schlagen wird.“

Karin Rådström ergänzt:

„Bei der Entwicklung des eActros haben wir eng mit DB Schenker zusammengearbeitet. So sind die Rückmeldungen aus der Betriebspraxis direkt in das Serienprodukt und den dazugehörigen Serviceangeboten eingeflossen.“

Die Basis für den Einsatz des Mercedes Benz eActros schuf man bei DB Schenker bereits im Jahr 2020. Damals wurde in Leipzig die CO2-neutrale Auslieferung in der Innenstadt mit einem Vor-Serienmodell des eActros getestet. Mit einer Reichweite von rund 200 Kilometern bewältigte das Fahrzeug alle Tagestouren ohne notwendige Stopps zum Nachladen. Die Batterien wurden über Nacht an einer betriebseigenen Ladestation aufgeladen. Darüber hinaus hat DB Schenker seit über einem Jahr mehr als 40 Fuso eCanter in elf europäischen Ländern im Praxiseinsatz, darunter Deutschland, Frankreich, Finnland, Italien und Spanien.

Die Batterien des eActros 300 bestehen aus drei Batteriepaketen, die jeweils eine installierte Kapazität von 112 kWh und eine nutzbare Kapazität von rund 97 kWh bieten. Er kommt damit auf eine Reichweite von 300 Kilometern. Wer mehr braucht, kann auf den eActros 400 zurückgreifen. In dieser Ausführung sind vier Batteriepakete an Bord. Damit ist eine Reichweite von 400 Kilometern möglich. Technologisches Herzstück des Elektro-Lkw ist die Antriebseinheit, eine elektrische Starrachse mit zwei integrierten Elektromotoren und Zwei-Gang-Getriebe. Die beiden flüssigkeitsgekühlten Motoren generieren eine Dauerleistung von 330 kW sowie eine Spitzenleistung von 400 kW. Hinzu kommt, dass bei vorausschauender Fahrweise durch Rekuperation elektrische Energie zurückgewonnen werden kann. Die beim Bremsen gewonnene Energie wird in die Batterien des eActros zurückgeführt und steht im Anschluss wieder für den Antrieb zur Verfügung. Der eActros kann mit bis zu 160 kW geladen werden.

Der Aufbau für den Mercedes-Benz eActros bei DB Schenker stammt aus dem Spier-Fahrzeugwerk: Es handelt sich um den Athlet Trockenfracht-Kofferaufbau im aeroform-Design mit einer Länge von 7.300 mm und etwa 2.489 mm Höhe. Die durchgängigen Einfassprofile und Profilkappen mit ausgefeilter Aerodynamik reduzieren in Kombination mit dem verbauten Dachspoiler den cw -Wert und erhöhen damit die Reichweite des Gesamtfahrzeuges.

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