Medizinlogistik: Noerpel übernimmt B2C-Logistik für Hartmann

Der Logistikdienstleister initiierte dafür ein Großprojekt am Standort Heidenheim. Bis zu 12.000 Sendungen täglich werden dort automatisch kommissioniert.

AM Noerpel-Standort Heidenheim werden für Hartmann bis zu 12.000 Sendungen täglich automatisch kommissioniert. (Foto: Noerpel)
AM Noerpel-Standort Heidenheim werden für Hartmann bis zu 12.000 Sendungen täglich automatisch kommissioniert. (Foto: Noerpel)
Christine Harttmann

Die Noerpel-Gruppe organisiert am Standort Heidenheim neuerdings die gesamte B2C-Versandlogistik für die Homecare-Sparte von Hartmann Deutschland, einem Anbieter von Systemlösungen im Bereich Medizin und Pflege. Wie Noerpel gegenüber der Presse mitteilt, sind sämtliche Produkte aus dem Homecare-Bereich künftig in Heidenheim verfügbar – Desinfektionsmittel genauso wie Inkontinenzprodukte. Privatkunden können die Ware online bestellen, Hartmann übermittelt dann die Aufträge mehrmals täglich an das Noerpel-Lager in Heidenheim. Damit die bis zu 12.000 Sendungen pro Tag automatisch abgewickelt werden können, hat der Logistikdienstleister eigens eine 2.000 Quadratmeter große Kommissionieranlage installiert.

Mit dem neuen Projekt setzen beide Unternehmen ihre langjährige Zusammenarbeit fort. Wie Frank Rudat, Vertriebsleiter Logistik bei der Noerpel-Gruppe und leitendes Mitglied des Projektteams, berichtet, setzten die beiden Unternehmen mit dem neuen Projekt ihre langjährige Zusammenarbeit fort.

„Wir sind schon lange für die Hartmann Gruppe im Bereich Transport und Logistik im Einsatz. Und wir freuen uns sehr, dass wir mit diesem neuen, wirklich spannenden Projekt unsere Kooperation ausbauen und gleichzeitig unsere B2C-Kompetenz massiv erweitern konnten.“

Mit Planung und Konzeption ging es bei Noerpel Ende 2020 los – bereits im Sommer 2021 liefen die ersten Bestellaufträge von Hartmann vom Band. Inzwischen läuft die gesamte Anlage im Vollbetrieb. Achim Sinn, Senior Vice President Supply Chain der Hartmann Gruppe, erklärt dazu:

„Das Projekt hatte einen sehr ehrgeizigen Zeitplan. Neben der aufwändigen Installation der riesigen Anlage verlangte auch das große Bestellvolumen eine intensive Vorbereitung der einzelnen Prozessschritte. Nun freuen wir uns, dass das Noerpel-Team die verlässliche Versorgung unserer Kunden sicherstellt.“

Automatisierte Prozesse

Die einzelnen Bestellungen arbeitet Noerpel über eine automatische Kommissionieranlage ab, die der Logistikdienstleister in enger Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Heber Fördertechnik im Heidenheimer Terminal installierte. Herzstück der 2.000 Quadratmeter großen Anlage ist eine rund 100 Meter lange Förderanlage mit zehn digitalen Kommissionierbahnhöfen mit Pick-by-Light-Anzeigen. Angeschlossen sind 14 Packplätze für Standard- und Sonderpakete sowie eine Altkartonpresse.

Pro Stunde können bis zu 1.000 Kartons aufgefaltet und über das Förderband in die Anlage eingebracht werden. Bis zu 12.000 Aufträge kann Noerpel täglich in zwei Schichten für Hartmann kommissionieren und verschicken.

„Nur mit einer leistungsstarken IT-Anbindung lassen sich die einzelnen Prozesse steuern“, erklärt Arnold Ottenbreit, Geschäftsführer IT der Noerpel-Gruppe. „Wir haben unter anderem ein übergeordnetes Materialfluss-System implementiert und die Schnittstellen für die Online-Versandaufträge konzipiert.“

Über die IT-Schnittstellen erreichen die Versandaufträge von Hartmann das Lager in Heidenheim. Das Noerpel-Team macht die Bestellungen versandfertig. Über KEP-Dienstleister erfolgt die Zustellung der B2C-Sendungen bei den Empfängern in Deutschland.

Stückgutversand für Gesundheitsprofis

Bestellungen von Großabnehmern – Pflegeeinrichtungen, Kliniken oder Apotheken – gehen als Stückguttransport unter anderem vom Logistikzentrum in Herbrechtingen in die Verteilung. Das Noerpel-Team übernimmt dabei im Auftrag der IDS Logistik die Transportabwicklung für West- und Süddeutschland: Mit rund 20 Direkt- und fünf Sammelzügen ist Noerpel täglich vor Ort und holt die auf Paletten verpackten Großbestellungen ab.

Beim Direkttransport bringt Noerpel die Waren zum lokal zuständigen IDS Depot, das dann die Zustellung bei den Empfängern übernimmt. Die als Sammeltransport abgeholten Waren werden zunächst in das IDS Depot Noerpel Ulm eingespeist und gehen von dort über das IDS Netz in die weitere Verteilung.

„Gemeinsam mit dem Team von Hartmann haben wir in relativ kurzer Zeit eine komplette B2C-Lösung an unserem Standort in Heidenheim konzipiert und zusätzlich mit IDS den Stückguttransport für Großabnehmer innerhalb Deutschlands organisiert“, sagt Stefan Noerpel-Schneider, geschäftsführender Gesellschafter der Noerpel-Gruppe. „Das war eine echte Mammut-Aufgabe! Dass jetzt alles abgewickelt werden kann, erfüllt jeden von uns mit Stolz.“

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