Markt: Schwere Nutzfahrzeuge in Westeuropa auf niedrigem Niveau

Der VDA fordert angesichts der aktuellen Neuzulassungen ein europäisches Flottenerneuerungsprogramm für schwere Nutzfahrzeuge.

Trotz moderater Marktentwicklung im Juli dürfen die Zahlen laut VDA-Präsidentin Hildegard Müller nicht falsch interpretiert werden. Foto: Pixabay
Trotz moderater Marktentwicklung im Juli dürfen die Zahlen laut VDA-Präsidentin Hildegard Müller nicht falsch interpretiert werden. Foto: Pixabay
Daniela Kohnen

In der zweiten Jahreshälfte 2020 ist der westeuropäische Markt (EU14 & EFTA & UK) für schwere Nutzfahrzeuge laut dem VDA auf niedrigem Niveau gestartet. So erreichte dieser im Juli nach extrem schwachen Vormonaten zwar das Vorjahresniveau, allerdings mit geringen absoluten Zahlen.

Insgesamt blieb die Zahl der Neuzulassungen im Juli mit 18.600 schweren Lkw bei null Prozent konstant, so der VDA. Allerdings sei der Vorjahresmonat im Nachgang der verpflichtenden Einführung des neuen Tachographen zur Jahresmitte 2019 schwach gewesen, die Vergleichsbasis damit also sehr gering. Von Januar bis Juli 2020 wurden auf dem westeuropäischen Markt insgesamt 124.500 schwere Nutzfahrzeuge abgesetzt. Das sind 37 Prozent weniger als in den ersten sieben Monaten des Vorjahres. Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA):

"Die Auswirkungen des Coronavirus und ein deutlicher zyklischer Abschwung haben den Nutzfahrzeugmärkten einen schweren Schlag versetzt. Die vergleichsweise moderate Marktentwicklung im Juli dürfen wir nicht fehlinterpretieren: Wir sind noch lange nicht über den Berg und gehen für das Gesamtjahr von einem Rückgang von 35 Prozent aus. Das bedeutet: Wir werden uns noch lange in einer sehr schwierigen Situation befinden. Angesichts dieser sehr schwierigen Lage erwarten wir von der Bundesregierung, dass sie ihr Versprechen aus dem Konjunkturpaket nun mit Hochdruck umsetzt und sich für ein europäisches Flottenerneuerungsprogramm für schwere Nutzfahrzeuge einsetzt oder dieses Projekt auf nationaler Ebene angeht."

Insgesamt haben sich die internationalen Märkte für schwere Nutzfahrzeuge zu Beginn des zweiten Halbjahres unterschiedlich entwickelt. In den USA gingen die Truck-Verkäufe laut VDA deutlich zweistellig zurück. Der Absatz in China hingegen verzeichnete einen Zuwachs im oberen zweistelligen Bereich. In Brasilien legten die Neuzulassungen ebenfalls zu.

So sind die Verkäufe auf dem US-Truckmarkt im Juli um 32 Prozent zurückgegangen. Insgesamt wurden 32.400 Neufahrzeuge abgesetzt. Seit Jahresbeginn ist der Markt damit um 30 Prozent auf knapp 214.300 Fahrzeuge geschrumpft. Im Heavy-Duty-Segment über 15 Tonnen reduzierte sich der Absatz um 39 Prozent. Das Medium-Duty-Segment mit sechs bis 15 Tonnen gab um knapp 19 Prozent nach.

In China verzeichnete das Lastwagengeschäft im bisherigen Jahresverlauf eine hohe Dynamik. So stieg das Absatzvolumen im Juli um 78 Prozent auf 152.200 Einheiten und legte damit den vierten Monat in Folge zweistellig zu. Die wesentliche Triebfeder ist laut VDA neben der landesweiten Einführung der neuen Abgasnorm China VI seit 1. Juli 2020 und damit zusammenhängenden vorgezogenen Käufen insbesondere ein staatliches Flottenerneuerungsprogramm, das bis zum Jahresende in Kraft bleibt. In den ersten sieben Monaten 2020 wurden in China bereits mehr als eine Million schwere Nutzfahrzeuge abgesetzt. Mit 1,04 Millionen Einheiten ist das ein Plus von 28 Prozent.

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