MAN E-Trucks Aftermarket: Hochspannung in der Werkstatt

 Die MAN-Werkstätten müssen sich auf völlig neue Wartungs- und Serviceleistungen bei E-Trucks einstellen. Ein Workshop bei MAN Truck & Bus in Neufahrn bei München ermöglichte Einblicke in die Werkstatt-Welt der Gleichstrom-Hochspannung am Beispiel eTGM und eTGE.

Bei MAN Truck & Bus sieht man sich für die speziellen Anforderung der E-Truck im Aftermarket bestens gerüstet. Foto: rod
Bei MAN Truck & Bus sieht man sich für die speziellen Anforderung der E-Truck im Aftermarket bestens gerüstet. Foto: rod
Robert Domina

Die E-Versionen des TGM 6x2 und des Transporters TGE sind - in wenigen Exemplaren zwar nur - beim Kunden und im Werkstatt- und Service-Geschehen der MAN Truck & Bus angekommen. Grund genug für die Aftersales Mannschaft von MAN Truck & Bus, mal zu demonstrieren, was in Zukunft auf die Werkstätten zukommt.

Es ist eine andere Welt. Und in der herrscht im wahrsten Sinne des Wortes Hochspannung: Die Batterie-Packs, die die ersten MAN-eNutzfahrzeuge antreiben, liefern 800 Volt Gleichspannung. Das ist ein Spannungsbereich, mit dem man als Mechaniker nicht direkt in Kontakt kommen möchte. Das kann tödlich enden oder wenigstens mit schwersten Verletzungen. Nur gut, dass Kabel in der Fahrzeugtechnik, die mehr als 60 Volt Spannung führen in auffälligem orange ummantelt sind.

Damit niemand direkt an Hochspannungsbuchsen eine Prüfspitze hinhalten muss, gibt es spezielle Adapter-Sätze, die den gefahrlosen, sauber isolierten Zugang zu dieser oder jener Leitung gewährleisten. In den Koffern finden sich auch Hochspannungs-Schutzhandschuhe aus Gummi, die selbst 1.000 Volt nicht durchschlagen, dazu gibt es Helme mit Schutzvisier. Fast schon gruselig mutet der Rettungsstab an: geformt wie ein überdimensionaler Bischofs-Stab, gefertigt aus hoch isolierendem Kunststoff. Damit kann ein Helfer den Mechaniker, der schon im Stromkreislauf festhängt, aus der Gefahrenzone ziehen, ohne sich selbst zu gefährden.

Der Wandel hin zum E-Nutzfahrzeug habe zudem weitreichende Folgen auch für die Service-Ertrags-Situation. Ein E-Nutzfahrzeug dürfte rund 20 Prozent günstiger im Overall-Wartungsgeschehen sein, so die MAN-Experten. Zwar gäbe es nach wie vor Verschleißteile wie Brems-Komponenten oder Fahrwerks-Aufhängung. Am Antriebsstrang selbst sei jedoch deutlich weniger Wartungsaufwand als beim Verbrenner zu erwarten. Um auf jeden Fall „auf der sicheren Seite“ zu sein und auch, um Erfahrungen zu sammeln, will MAN die Service-Intervalle zeitlich ähnlich denen der Verbrenner gestalten. Das gleiche gilt für eMobility-Service-Verträge, die dem Kunden kalkulierbare Kosten und Uptime ermöglichen.

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