Lübeck setzt auf Wachstum

In Travemünde hat die Lübecker Hafen-Gesellschaft ihre neuen städtischen Hafenflächen am Skandinavienkai offiziell in Betrieb genommen.

Im Vordergrund (v. li.) Sebastian Jürgens, Daniel Günther und Jan Lindenau. (Foto: LHG)
Im Vordergrund (v. li.) Sebastian Jürgens, Daniel Günther und Jan Lindenau. (Foto: LHG)
Christine Harttmann

Zehn Hektar neue Terminalfläche waren in einer ersten Baustufe am Skandinavienkai des Lübecker Hafens entstanden. Ein Logistikhalle steht unter anderem darauf. In einem zweiten Abschnitt sollen weitere sechs Hektar folgen.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, der zur Einweihung der Anlage angereist war, nannte die Entscheidung für den Ausbau zukunftsweisend: „Die Stadt wagt damit einen großen Sprung, um den Hafenstandort Lübeck zu modernisieren und wieder auf Expansionskurs zu bringen.“ Der Regierungschef hob die Bedeutung der gesamten maritimen Wirtschaft und damit auch der Hafenwirtschaft hervor. Die Landesregierung wolle die Handelsbeziehungen weiter vertiefen. Davon werde auch der Lübecker Hafen enorm profitieren. Günther unterstrich sein Statement indem er einen Förderbescheid über 11,3 Millionen Euro an Lübecks Oberbürgermeister Jan Lindenau überreichte.

„Die gemeinsamen Investitionen des Landes und der Stadt unterstreichen einmal mehr die Bedeutung Lübecks als Hafenstandort“, kommentierte Lindenau. „Gleichzeitig haben wir mit dieser Hafenerweiterung nach innen eindrücklich unter Beweis gestellt, dass derartige Infrastrukturprojekte bei einer vorausschauenden Planung termingerecht realisiert werden können, sobald der Bedarf es erfordert.“

Für den Bau der neuen Hafenfläche hatten Baufirmen im Auftrag der Lübeck Port Authority eine Million Kubikmeter Erde abgetragen, insgesamt 120.000 Schotter aufgebracht, eine Fläche von rund 70.000 Quadratmeter gepflastert und eine Logistikhalle errichtet. Das Ganze hatte nicht länger als 18 Monate gedauert.

Noch in diesem Jahr soll die Flächenerweiterung zügig weitergehen. Bis Ende 2021 sollen alle Infrastrukturmaßnahmen umgesetzt sein. Auch eine neue Gateanlage, das Papiergate, soll erreichtet werden, damit RoRo- und Fährverkehre von den Verkehren zur Logistikhalle getrennt werden können.

Insgesamt wird die Hansestadt Lübeck etwa 46 Millionen Euro in den Ausbau der Infrastruktur investieren. Das Land Schleswig-Holstein spendiert dazu eine Fördersumme von rund 30 Millionen Euro. Für den Bau der Logistikhallen kommen weitere 18,5 Millionen Euro hinzu.

„Hier bieten wir unseren Kunden fantastische Möglichkeiten: reichlich Platz, direkt an den Fähranlegern gelegen und nur einen Steinwurf von unserem Intermodalterminal Baltic Rail Gate entfernt“, unterstrich LHG-Geschäftsführer Sebastian Jürgens den Mehrwert der neuen Anlage. „Schneller lässt sich Ware aus Skandinavien nicht drehen.“ Die Anlage wirke wie ein Leuchtturm und werfe auch ein gutes Licht auf das Unternehmen: „Das neue Terminal ist ein Symbol für den Turnaround der LHG: Es wird wieder investiert. Stadt und Land vertrauen unserer Leistungsfähigkeit. Das wissen wir zu schätzen.“

Die multifunktionelle Logistikhalle, die 25.000 Quadratmeter misst, ist 300 Meter lang, 85 Meter breit und 20 Meter hoch. Drei Fußballfelder hätten hier spielend Platz. Das Bauwerk kann bis zu 35.000 Tonnen Forstprodukte aufnehmen. Sechs Tore an jeder Längsseite sorgen dafür, dass die LHG dort zügig einlagern und wiederbeladen kann. Weite Dachüberhänge gewährleisten Witterungsschutz. Cassetten und Mafis werden in der benachbarten neuen Fährhalle zum Teil vorgestaut.

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