Lübeck: Erweiterte Kapazitäten für Intermodalverkehr

Die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) plant eine Erweiterung des Schienenverkehrs. Das Intermodal-Terminal der LHG-Tochter Baltic Rail Gate (BRG) und die LHG-Tochter European Cargo Logistics (ECL) sollen dabei eine zentrale Rolle spielen.
 

Die LHG-Gruppe bereitet sich auf zunehmende Schienen-Verkehre vor. Foto: Michael Imhoff
Die LHG-Gruppe bereitet sich auf zunehmende Schienen-Verkehre vor. Foto: Michael Imhoff
Daniela Kohnen

Die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) will den Standort als intermodalen Brückenkopf an der Ostsee weiter stärken, denn der intermodale Markt wächst weiter. Derzeit gibt es von Lübeck aus wöchentlich 50 Abfahrten zu deutschen und italienischen Industriezentren.

Dazu hat die LHG-Gruppe einen Masterplan innerhalb ihrer Unternehmensgruppe erstellt, bei dem die Infrastruktur und Abläufe am Skandinavienkai den Schwerpunkt bilden sollen. Noch vor dem Sommer will die LHG laut eigenen Angaben dann in der Lage sein, weitere intermodale Verkehre aufzunehmen. Mehrere Bereiche der Gesellschaft sollen dazu mit einem Netz von Maßnahmen Hand in Hand arbeiten.

Vor allem gehe es darum, die Kapazitäten des Travemünder Terminals im Schienenverkehr zu erweitern, so die LHG. Die Mengen hätten zuletzt durch die Sperrung der Trailer-Verkehre auf der Schiene durch Dänemark angezogen. Auch die Anbindung an das Mega-Hub Lehrte dürfte laut der LHG künftig neue Impulse liefern. Insgesamt hatten sich die Mengen im Hafen erfreulich entwickelt und der Umschlag hatte in den ersten drei Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum angezogen.

Im Mittelpunkt der Überlegungen steht das Intermodal-Terminal der LHG-Tochter Baltic Rail Gate (BRG). Das Team arbeitet testweise in einem Drei-Schicht-Betrieb und ist somit auch nachts betriebsbereit. Zudem sind die Planungen, die bestehenden 600-Meter-Gleise auf 750 Meter zu verlängern, nahezu abgeschlossen. Sie sollen so bald wie möglich realisiert werden, erklärte die LHG.

Auch der operative Betrieb am Skandinavienkai sei auf steigende Mengen vorbereitet. Zusätzliche Stellflächen für Trailer stehen demnach zum Teil schon bereit und weitere sind in Sicht, denn der Skandinavienkai soll weiter ausgebaut werden. Neben neuen Flächen und einer weiteren Halle entsteht dann auch eine ergänzende Zufahrt zum Terminal. Sie solle dazu beitragen, Verkehre in Stoßzeiten zuverlässig zu- und abfließen zu lassen, hieß es.

Flankierend werde die LHG die Stelle eines Bahnkoordinators schaffen, der dann alle Schienenbewegungen auf den innerbetrieblichen Gleisen der Hafenbahn steuern solle, die unter LHG-Regie insgesamt 27 Kilometer umfassen. Dazu gehörten neben den Intermodal-Zügen auch einzelne Waggons und ganze Züge mit Forstprodukten, Stahl und Autos.

Forschungsprojekte wie das kürzlich vorgestellte Vorhaben Baltic Future Port sollen zudem künftig den Hafen und seine Hinterlandanbindung mit digitalen Mitteln leistungsfähiger machen. Dazu zählen das sogenannte Traingate sowie die interne Software-Lösung LHG Rail.

Das Traingate soll dabei systematisch alle Ladeeinheiten erfassen, die auf dem Schienenweg in den Hafen kommen. Es wird der digitalen Schnittstellenkontrolle dienen, zum Beispiel den Zustand von Waggons und Ladeeinheiten im Hafen kontrollieren. Die Software LHG Rail soll dafür sorgen, dass Gleiskapazitäten optimal genutzt werden können. Ziel der Maßnahmen wird sein, Züge am Skandinavienkai noch effektiver und besser zu beladen und zu löschen.

Eine zentrale Rolle in dem Masterplan spielt die LHG-Tochter European Cargo Logistics (ECL). Sie baut kontinuierlich ihre bestehenden Verkehre aus und plant zusätzliche Abfahrten auf Duisburg, Ludwigshafen und Verona. Darüber hinaus arbeitet ECL an diversen neuen Verbindungen. Die Gesellschaft untersucht Destinationen im Bereich der West-Häfen, Luxemburg, Schweiz und im spanischen Katalonien. Auf die zunehmenden Verkehre reagiert auch Nordic Rail Services (NRS). Zuständig für einen Teil der Rangiervorgänge am Terminal, stockt NRS die Nachtschicht personell auf und schafft damit weitere Rangierkapazitäten.

Um die neuen Anforderungen zu stemmen und Transporte weiter auf hohem Niveau zu organisieren, werde ECL überdies eine neue Transport-Management-Software (TMS) einführen. Damit könne das Unternehmen intern effizienter arbeiten, und die Kunden profitierten auch direkt. Denn das System vereinfacht intermodale Buchungsprozesse und verbessert den Informationsfluss. Spediteure könnten somit ihre Buchungen besser überblicken, Sendungen verfolgen und aktuelle Status-Informationen erhalten. LHG-Geschäftsführer Sebastian Jürgens:

„Unsere Strategie beruht auf mehreren Ansätzen: Zum einen wollen wir bestehende Flächen noch effizienter nutzen. Wo es nötig ist, stocken wir Teams personell auf, und mit Hilfe unserer Forschungsprojekte digitalisieren wir unsere Prozesse. So stellen wir die Weichen auf optimale Nutzung unserer Kapazitäten.“

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