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Logistik-Konferenz: Minister fordert schnellere Umsetzung von Infrastrukturprojekten

Bundesverkehrsminister Dobrindt will mehr Flughafenkapazitäten, schnellere Planung und Umsetzung von Infrastrukturprojekten. Man solle nicht zu sehr "auf die Kraft von Rikschas und Lastenrädern vertrauen", so der Minister.
BMVI-Hochulpreis für die Kühne Logistics University: Die Parlamentarische Staatssekretärin im BMVI, Dorothee Bär (links), und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (rechts) übergaben die Trophäe an Vertreter der Hamburger Hochschule. (Foto: T. Jörgl)
BMVI-Hochulpreis für die Kühne Logistics University: Die Parlamentarische Staatssekretärin im BMVI, Dorothee Bär (links), und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (rechts) übergaben die Trophäe an Vertreter der Hamburger Hochschule. (Foto: T. Jörgl)
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Redaktion (allg.)

„Wer nicht komplett digitalisiert, der verliert.“ Diesen Grundsatz, der insbesondere für die Logistik gelte, hat Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, auf der 7. Nationalen Konferenz Güterverkehr und Logistik am 23. Mai in München betont. „Die Logistik ist der Schlüsselfaktor, damit die Digitalisierung ein Erfolg werden kann“, sagte Dobrindt in seiner Rede im Hotel Bayerischer Hof. Den zunehmenden Verkehr könnten weder Straße noch Schiene alleine bewältigen, unterstrich er. Daher möchte der Minister beide Verkehrsträger, die aus seiner Sicht Partner und zugleich Konkurrenten sind, stärken. Dafür brauche man aber, so Dobrindt, eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung. Als Maßnahme um diese für die Schiene zu erreichen führte er das Verbot von lauten Güterwaggons auf deutschen Schienen ab 2020 an. Zudem kündigte Dobrindt an, dass er in den kommenden Wochen einen „Masterplan Schienengüterverkehr“ vorstellen werde.

Innenminister warnt vor Hackerangriffen auf die Logistik

Der Bundesverkehrsminister forderte auf der Konferenz erneut schnellere Planungsverfahren. Das berechtigte Argument des Umweltschutzes dürfe nicht missbraucht werden, um Projekte aufzuhalten, mahnte er. „Nicht der reine Konsens bringt uns weiter, sondern der Mut, Richtungsentscheidungen zu treffen.“ Das mache die Verkehrspolitik der Zukunft aus, schloss Dobrindt in München. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, das nach München geladen hatte, begrüßte zur Konferenz 300 Teilnehmer. Als Kernthema setzte das Ministerium die Digitalisierung auf die Agenda.

Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern, für Bau und Verkehr, hatte schon zu Beginn der Konferenz, in seiner Eröffnungsrede, gefordert: „Wir müssen intelligenter werden in der Nutzung der Infrastruktur und in der Vernetzung der Verkehrsträger.“ Die Informationen müssten noch besser fließen, sagte Dobrindts CSU-Parteifreund. Mit der Digitalisierung bieten sich laut Herrmann viele Chancen. Zugleich warnte der bayerische Verkehrsminister aber vor den Auswirkungen von Hackerangriffen auf die Logistik, die zum Beispiel dafür sorgen könnten, dass ein für Hamburg bestimmter Container schließlich in Sao Paulo lande. „Die Herausforderungen werden“, so Herrmann, „auch im Bereich Cybersicherheit enorm sein.“

Schnellere Umsetzung von Projekten

Bereits am Vorabend des Kongresses hatte Bundesverkehrsminister Dobrindt im Rahmen eines Empfangs in der Pinakothek der Moderne in München die Kühne Logistics University, Hamburg, mit dem Hochschulpreis für Güterverkehr und Logistik 2017 ausgezeichnet. Bundesverkehrsminister Dobrindt nutzte die Preisverleihung auch, um vor den mehr als 200 Gästen aus der Logistik kommende Herausforderungen für Politik und Wirtschaft zu skizzieren. Dobrindt zufolge müsse an mehreren Hebeln angesetzt werden: Es sei „mehr als notwendig“, hierzulande Flughafenkapazitäten auszubauen, bei Infrastrukturprojekten sollte eine „Planungsbeschleunigung“ erreicht werden. Außerdem sollten Projekte schnell umgesetzt werden und nicht vom „Bürokratiedschungel“ gebremst werden. Und schließlich merkte der Minister spitz an, man solle sich auf die bisherige Stärke der Logistik besinnen und nicht „zu sehr auf die Kraft von Rikschas und Lastenrädern setzen, wie das Teile der Politik tun“.

Logistikpreis für Grundlagenforschung zur CO2-Reduktion

Der zum fünften Mal vom Bundesverkehrsministerium vergebene Preis für „herausragende Lehrangebote deutscher Hochschulen im Bereich Logistik“ stand in diesem Jahr unter dem Motto „Internationalisierung und globale Netzwerke". Ausgewählt hat den Sieger eine achtköpfige Jury unter dem Vorsitz von Dorothee Bär, Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. Die Jury habe sich für die Hanseaten als Preisträger aus mehreren Gründen entschieden, sagte Bär. Zum einen zeichne sich die Hochschule durch ihre internationale Ausrichtung sowie Kooperationen mit Hochschulen in China und den USA aus. Zum anderen widmen sich die Wissenschaftler laut der Jury sowohl Grundlagenforschungen in Sachen Kohlendioxidreduktion und smart logistics. Sie hätten aber auch den Praxisbezug bei ihren Projekten im Blick. Ziel ist es laut des Ministeriums, das deutsche Hochschulangebot im Bereich Güterverkehr und Logistik zu stärken und damit Nachwuchskräfte für das Studium der Logistik zu werben. Bisherige Preisträger waren die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, die Hochschule Heilbronn, Studienschwerpunkt Verkehrsbetriebstechnik und Logistik sowie das Fachgebiet Logistik der Fakultät Wirtschaft und Management der Technischen Universität Berlin. (mp/jö)

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