LogiMAT-Preisträger bieten Corona die Stirn

Ein induktives Schnellladesystem, ein Multiformat-Verpackungssystem und ein System zur automatischen und anonymen Analyse manueller Arbeitsprozesse erhielten trotz Covid-19 den Innovationspreis „LogiMAT BESTES PRODUKT 2020“.

LogiMAT BESTES PRODUKT 2020: Aus 115 Bewerbungen wählte eine unabhängige Jury drei Preisträger | Abb.: EUROEXPO; Montage: Bartl
LogiMAT BESTES PRODUKT 2020: Aus 115 Bewerbungen wählte eine unabhängige Jury drei Preisträger | Abb.: EUROEXPO; Montage: Bartl
Dr. Karsten Düsdieker

Die drei prämierten LogiMAT-Produkte versprechen mehr Effizienz in der Intralogistik. Aus insgesamt 115 Bewerbern überzeugten sie die unabhängige Jury aus Wissenschaftlern und Journalisten, so Veranstalter EUROEXPO:

„Sie erfüllen in herausragender Weise die Wettbewerbsbedingungen: Produktivitätssteigerung, Kostenersparnis und Rationalisierung. Die ausgezeichneten Unternehmen leisten mit ihren Produkten einen Beitrag zu sicheren Prozessen, zur leichteren Anpassung an Veränderungen, zur Effizienzverbesserung und somit letztlich zur Steigerung der Produktivität in der Logistik.“

Da die LogiMat-Eröffnung samt persönlicher Preisübergabe abgesagt wurde, will der Veranstalter die „offizielle“ Auszeichnung zu einem späteren Zeitpunkt nachholen und stellt alle Preisträger vorab in Videos vor.

Preisträger Wiferion: etaLink 12000

In der Rubrik „Kommissionier-, Förder-, Hebe-, Lagertechnik“ geht der Preis an das Start-up Wiferion GmbH für das induktive Schnellladesystem etaLINK 12000. Die skalierbare Energielösung ist weltweit das erste kontaktlose Batterieladesystem mit 12 kW Leistung und 93 Prozent Wirkungsgrad.

etaLINK 12000 erlaubt das Zwischenladen („In-Process-Charging“) der Lithium-Ionen-Batterien in fahrerlosen Transportsystemen (FTS/AGV), Flurförderzeugen (FFZ) und mobilen Robotern. Ladevorgänge lassen sich somit flexibel in intralogistische Abläufe integrieren, um das Energielevel der Fahrzeuge auf konstant hohem Niveau zu halten.

Das Ergebnis: Bei gleicher Fahrzeugleistung lassen sich Batteriekapazitäten meist um mehr als 30 Prozent verkleinern, ihre Anschaffungskosten deutlich senken. Da zusätzliche Ladepausen und Stillstandzeiten entfallen, steigt die Fahrzeugverfügbarkeit um bis zu 30 Prozent.

Hält ein Fahrzeug am Ladepunkt, beginnt der Ladeprozess automatisch in weniger als einer Sekunde, egal aus welcher Richtung die Ladestation angefahren wird. Eine integrierte CAN-Schnittstelle übermittelt Daten zum Batteriezustand und Energielevel ans Flottenmanagement. etaLINK 12000 ist mit allen verfügbaren Batteriesystemen kompatibel.

Preisträger Kern: PackOnTime 2box

Der Preis in der Rubrik „Identifikation, Verpackungs- und Verladetechnik, Ladungssicherung“ geht an die Kern AG für das Multiformat-Verpackungssystem PackOnTime 2box für maßgefertigte Pakete.

Für reibungslosen Versand unterschiedlichster Artikel hilft das System, die Versandlogistik zu optimieren und zu automatisieren. Die prämierte Lösung stellt Verpackungen zum nötigen Zeitpunkt bereit und erfüllt, dank Multiformat, alle Bedarfe nach „Smart Pack – Made On Time“. Sie nutzt nachhaltigen Recyclingkarton (Wellpappe) und erübrigt zusätzliche Füllmaterialien.

Bestellungen aller Art (Einzel- und Mehrfachartikel) werden 3D-vermessen und dann in die passgenaue Verpackung eingelegt. Die Schachtel entsteht in individuell benötigten Abmessungen on-demand. Dann werden die bestellten Artikel automatisch zugeführt und verpackt.

Das innovative System richtet sich an den weltweit boomenden Paketversand im stark wachsenden E-Commerce und soll durch passgenaue Verpackungen komplette Lieferketten umweltfreundlicher gestalten, auch durch Vermeidung von Füllmaterial, besserer Auslastung der Lieferfahrzeuge und damit verbundener CO2-Einsparung.

Preisträger Motion Miners: Manual Process Intelligence

Bei „Software, Kommunikation, IT“ siegten das Start-up MotionMiners GmbH und seine Weltneuheit Manual Process Intelligence (MPI). Diese KI-Lösung erlaubt automatische, anonyme Analyse manueller Arbeitsprozesse.

Übliche Analysen durch Prozessingenieure sind hochkomplex und zeitintensiv. MPI stattet Mitarbeiter diversester Arbeitsfelder mit mobilen Sensoren (Wearables) und Smartphone aus. Letzteres und Kleinstfunksender (Beacons) in relevanten Lagerbereichen verorten nun die Mitarbeiter. Aus den Prozessdaten lassen sich automatisch einzelne Arbeitsschritte rekonstruieren und per „MotionMiners-AI“ weiter analysieren.

Diese künstliche Intelligenz erkennt Bewegungsmuster per Machine Learning und ordnet Bewegungen, Körperhaltungen und die Arbeitssituation den jeweiligen Aufgaben und Regionen im Arbeitsprozess zu. Der Katalog umfasst zurzeit mehr als 50 verschiedene Tätigkeiten, wie Gehen, Wartezeiten je Region/Maschine, Picking, Handhabungszeiten je Regal, aber auch gesundes und ungesundes Bücken.

Ganzheitlich hilft MPI somit Prozesse zu verbessern und Ergonomierisiken in Produktion und Logistik zu erkennen. Der Kunde erhält ein vollumfängliches Messequipment samt Zugang zum Analysedashboard. Messbare Einsparungen lagen bei bisherigen Projekten bei zehn bis 15 Prozent mit Peaks bei 40 Prozent.

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