LogiMAT: Bosch Rexroth, Sick und Synaos haben die besten Produkte

Zum Start der LogiMAT 2022 in Stuttgart sind ein autonomer mobiler Roboter-Allrounder, eine Intralogistik-Management-Plattform zur Synchronisation ganzer Fahrzeugflotten und ein System zur eindeutigen Identifikation von Paletten mit dem Preis „BESTES PRODUKT“ ausgezeichnet wurden.

Bei den Gewinnern des Preises „BESTES PRODUKT“ der LogiMAT 2022, Bosch Rexroth (links), Synaos (Mitte) und Sick (rechts) war die Freude groß. (Foto: Gunnar Knüpffer)
Bei den Gewinnern des Preises „BESTES PRODUKT“ der LogiMAT 2022, Bosch Rexroth (links), Synaos (Mitte) und Sick (rechts) war die Freude groß. (Foto: Gunnar Knüpffer)
Nadine Bradl
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Matthias Pieringer)

Bosch Rexroth, Sick und Synaos sind zur Eröffnung der Intralogistik-Fachmesse LogiMAT 2022, die vom 31. Mai bis 2. Juni in Stuttgart stattfindet, als Gewinner im Wettbewerb „BESTES PRODUKT“ geehrt worden. Eine unabhängige Jury aus Wissenschaftlern und Journalisten wählte aus mehr als einhundert eingegangenen Bewerbungen die drei Preisträger aus.

Laut dem LogiMAT-Veranstalter, der Münchner EUROEXPO Messe- und Kongress-GmbH, erfüllen die drei Sieger in herausragender Weise die Wettbewerbsbedingungen: Produktivitätssteigerung, Kostenersparnis und Rationalisierung. Die Lobrede in der LogiMAT-Arena hielt der Juryvorsitzende Prof. Dr. Johannes Fottner, Ordinarius des Lehrstuhls für Fördertechnik Materialfluss Logistik der Technischen Universität München.

Kategorie „Kommissionier-, Förder-, Hebe-, Lagertechnik“: „ActiveShuttle“, Bosch Rexroth

In der Kategorie „Kommissionier-, Förder-, Hebe-, Lagertechnik“ ging der Preis an die Bosch Rexroth AG (Halle 2, Stand B21), Geschäftsbereich Assembly Technology, für die Intralogistiklösung mit dem autonomen mobilen Roboter „ActiveShuttle“.

Das fahrerlose Transportfahrzeug automatisiert und standardisiert den innerbetrieblichen Material- und Warenfluss und schafft transparente und effiziente innerbetriebliche Abläufe. Bodenroller, die mit Kleinladungsträgern (KLT) beladen sind, werden von ActiveShuttle aufgenommen und transportiert. Durch das vollautomatische Auf- und Abladen gehören manuelle Handlingsaufgaben der Vergangenheit an. Das integrierte Sicherheitskonzept ermöglicht ein rechtzeitiges Abbremsen und sicheres Vorbeifahren an auftretenden Hindernissen im Fahrweg. Zusätzlich zum Sicherheits-Laserscanner erfassen Stereokameras den Raum in 3D – so werden zum Beispiel auch in den Fahrweg hereinragende Objekte erkannt.

Im 24/7-Dauereinsatz transportiert das fahrerlose Transportfahrzeug mithilfe der robusten Lasernavigation (SIL2, Pld) und einer Geschwindigkeit von bis zu einem Meter pro Sekunde Waren von bis zu 260 Kilogramm sicher ans Ziel. Herzstück des Gesamtsystems ist das „ActiveShuttle Management System (AMS)“. Es übernimmt die zentrale Steuerung der gesamten ActiveShuttle-Flotte. Als Steuerungssoftware stellt das AMS den Live-Zustand der Flotte dar, weist den zur Verfügung stehenden Fahrzeugen die anstehenden Transportaufträge zu und dient dem Nutzer zur Steuerung und Konfiguration der Logistikszenarien.

Es ermöglicht ein flexibles Auftragsmanagement, bei dem Aufträge manuell eingegeben oder automatisch über Drittsysteme eingespeist werden können. Das in die Fahrzeugkonsole neu integrierte Touchscreen-Display sorgt dabei für mehr Effizienz vor Ort, weil das Bedienpersonal nun direkt und intuitiv mit dem mobilen Roboter interagieren kann. Das schafft mehr Transparenz durch Job- und Statusinformationen, spart Zeit bei Diagnose und Fehlerbehebung und vereinfacht das sogenannte Boarding, die Anmeldung des mobilen Roboters am übergeordneten Managementsystem. Das ActiveShuttle ist ohne Anpassung der bestehenden Fabrikinfrastruktur schnell implementiert, intuitiv bedienbar, rundum vernetzt und personensicher im Einsatz.

Kategorie „Identifikation, Verpackungs- und Verladetechnik, Ladungs-sicherung“: „PACS“, Sick

In der Kategorie „Identifikation, Verpackungs- und Verladetechnik, Ladungssicherung“ erhielt die Sick Vertriebs-GmbH (Halle 1, Stand F51) den Preis für das Deep-Learning-basierte System „PACS“ zur Klassifizierung von Palettentypen.

Das Identifikationssystem PACS erkennt anhand des Brandings auf den Palettenfüßen den Palettentyp und ordnet diesen mittels eines trainierten neuronalen Netzwerks einer Klasse zu. Auf Basis dieser Zuordnung wird eine automatische Bepfandung der Paletten durchgeführt. Es vereinfacht damit einen oft manuell durchgeführten, ressourcenintensiven Prozess und kann als kompaktes System mit geringem Platzbedarf in die Logistikkette integriert werden.

Der modulare Aufbau des PACS besteht aus einer Kombination von Hard- und Softwarekomponenten aus dem Hause Sick. Projektspezifisch werden dabei, je nach Bedarf, eine oder mehrere Farbkameras für die Bildaufzeichnung eingesetzt. Die Softwaretools „SICK Appspace“ und „dStudio“ unterstützen eine schnelle Erstellung der Lösung auf Basis von Standard-Hardware. Dank des SICK Appspace Eco-System kann die Lösung vor Ort kundenspezifisch angepasst werden.

Auf Basis intuitiver User Interfaces sind bei der Bedienung des Systems keine Vorkenntnisse im Bereich Programmierung oder maschinelles Lernen erforderlich. Optional kann das System mit zusätzlichen Sensoren in seiner Funktionalität schnell und einfach erweitert werden, zum Beispiel um eine Barcodelesung oder eine Vermessung der Palette.

Kategorie „Software, Kommunikation, IT“: „SYNA.OS LOGISTICS“, Synaos

In der Kategorie „Software, Kommunikation, IT“ sicherte sich das Start-up Synaos GmbH (Halle 2, Stand A21) den Preis für die Intralogistik-Management-Plattform „SYNA.OS LOGISTICS“ zur Orchestrierung von Fabriken und Logistikzentren unter Nutzung von künstlicher Intelligenz und Cloud-Technologie.

Das Software Operating System SYNA.OS LOGISTICS von Synaos synchronisiert Fahrzeuge, Gabelstapler und mobile Roboter auf Basis ihrer Echtzeitdaten und nutzt so die Komplexität als Vorteil. Funktionalitäten wie Order & Process Management, Asset Control, Storage Management, Vehicle & Operator Management und Vehicle Localization optimieren die Prozesse mit KI-basierten Algorithmen im Sekundentakt und steigern dadurch die Effizienz. Aus Milliarden Möglichkeiten finde die Software dank der Rechenpower aus der Cloud immer die beste Lösung, hieß es.

Autonome Fahrzeuge und Gabelstapler in Logistikzentren stammen oftmals von verschiedenen Hardwareherstellern und werden nicht zentral gesteuert. Mit einer nach VDA und VDMA standardisierten Schnittstelle VDA 5050 vernetzt SYNA.OS LOGISTICS herstellerübergreifend die Fahrzeuge untereinander in Echtzeit und fungiert als Dirigent, der aus einzelnen Fahrzeugen ein abgestimmtes Orchester macht. Aufgrund der Skalierbarkeit der Plattform lassen sich Flotten mit bis zu 1.000 Fahrzeugen steuern. Die Software reagiert unverzüglich auf etwaige Störungen oder Bedienfehler. KI-basierte Algorithmen und Prozesse verkleinern die Flottengröße aufs Nötigste, wodurch hochfrequentierte Hallen entlastet und auch Kosten eingespart werden.

Über den Preis „BESTES PRODUKT“ der LogiMAT

Der Preis „BESTES PRODUKT“ wurde vom Veranstalter der LogiMAT initiiert, um auf die Spitzenleistungen der Aussteller, von denen viele aus dem Mittelstand kommen, aufmerksam zu machen. Seitdem werden innovative Produkte ausgezeichnet, die wesentlich zur Rationalisierung, Kostenersparnis und Steigerung der Produktivität in der innerbetrieblichen Logistik beitragen. Die Auszeichnung „BESTES PRODUKT“ wird in drei Kategorien verliehen:

  • Software, Kommunikation, IT,
  • Kommissionier-, Förder-, Hebe-, Lagertechnik,
  • Identifikation, Verpackungs- und Verladetechnik, Ladungssicherung.

Die Preisträger werden von einer unabhängigen Jury gekürt, die die eingereichten Bewerbungen kritisch nach den genannten Gesichtspunkten im Vorfeld der Messe sondiert. Zu den Jurymitgliedern zählen Vertreter aus Wissenschaft und Medien. Der Preis hat sich mittlerweile als eine der begehrtesten Auszeichnungen in der Intralogistik-Branche etabliert. Die Sieger des Wettbewerbs werden im Rahmen der feierlichen Eröffnung der LogiMAT mit einer Urkunde und einer Medaille ausgezeichnet.

Der Fachjury für den Preis „BESTES PRODUKT“ gehören an:

  • Prof. Dr. Johannes Fottner, Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik, Technische Universität München (Vorsitz)
  • Prof. Dr. Rolf Jansen, Institut für Distributions- und Handelslogistik (IDH) des VVL e.V.
  • Jan Kaulfuhs-Berger, Fachzeitschrift Technische Logistik
  • Matthias Pieringer, Fachzeitschrift LOGISTIK HEUTE
  • Prof. Dr. Wolf-Michael Scheid, VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik (VDI-GPL)
  • Prof. Dr. Robert Schulz, Universität Stuttgart, Institut für Fördertechnik und Logistik (IFT)
  • Tobias Schweikl, Fachzeitschrift LOGISTRA

 

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