LNG: Shell plant Verflüssigungsanlage für Biomethan

Im seiner Raffinerie Rheinland will Shell eine Gas-Verflüssigungsanlage bauen. Sie soll Shell LNG-Tankstellen in Deutschland und deren Kunden mit Biomethan versorgen.

Hier im Werk Godorf der Rheinland Raffinerie baut Shell seine Verflüssigungsanlage für LNG. (Foto: Shell)
Hier im Werk Godorf der Rheinland Raffinerie baut Shell seine Verflüssigungsanlage für LNG. (Foto: Shell)
Christine Harttmann

Die geplante Verflüssigungsanlage soll laut Unternehmensangaben eine Jahreskapazität von rund 100.000 Tonnen haben. Shell wolle dazu beitragen, dass der Schwerlastverkehr in Deutschland mittelfristig in einem ersten Schritt bis zu eine Million Tonnen CO2 pro Jahr weniger ausstößt.

Als Standort für dieses Projekt wählte der Mineralölkonzern das Werk der Raffinerie in Köln/Godorf. Die Anlage, die das Gas verflüssigt indem sie es auf minus 162 Grad kühlt, soll die 2022/23 fertiggestellt sein. Der CO2-neutrale Treibstoff kommt über das bestehende Erdgasnetz, in das Shell auch Biomethan einspeist. Das verflüssigte Gas wird per Tankwagen von der Anlage an die Tankstellen gebracht.

Raffineriedirektor Dr. Marco Richrath freut sich:

„Wir sind stolz, dieses Projekt für das Rheinland gewonnen zu haben. Mit der vorhandenen Infrastruktur in der Raffinerie und hier in der Region sowie mit dem Know-how unserer Mitarbeiter bieten wir die richtigen Voraussetzungen, um aktiv die Energiewende zu gestalten und uns als wandlungsfähiger Energie- und Chemiestandort zu profilieren. Und natürlich ist so ein großes und richtungsweisendes Projekt auch ein klares Bekenntnis zum Standort und zur Energiewende – erst recht in Zeiten der Pandemie.“

Die geplante Anlage umfasst neben der eigentlichen Verflüssigung noch eine Gasreinigung und -trocknung, drei Tanks zur Lagerung und zwei Abfüllstationen für Tankwagen. Die Anlage wird nach dem neusten Stand der Technik entwickelt. Shell plant, im zweiten Halbjahr 2020 die Antragsunterlagen einzureichen und im Frühjahr 2021 mit den Bauarbeiten beginnen zu können.

Das Unternehmen will Biomethan nutzen, um seinen Kunden flächendeckend einen CO2-neutralen Kraftstoff für den Schwerlastverkehr anzubieten. Das Konzept umfasst die gesamte inländische Wertschöpfungskette für den schweren Straßenverkehr – also neben der Verflüssigungsanlage in Köln-Godorf auch die Beschaffung von Biomethan vornehmlich aus Gülle sowie die Verteilung von CO2-neutralem LNG über die Tankstellen von Shell. Dabei verfolgt Shell den Plan, das deutsche Shell LNG-Tankstellennetz bis 2023 auf bundesweit bis zu 40 Stationen auszubauen. Auch die Tankwagenflotte will das Unternehmen sukzessive auf LNG umstellen.

Shell Deutschland-Chef Dr. Fabian Ziegler erklärt:

„Dieser Schritt zeigt, dass wir es ernst meinen. Wir wollen dazu beitragen, das Pariser Klimaschutz-Abkommen und unsere globale Ambition zu unterstützen, spätestens 2050 ein Energiegeschäft mit Netto-Null Emissionen zu betreiben. Das beinhaltet, den Netto-CO2-Ausstoß der von Shell verkauften Energieprodukte bis 2035 um rund 30 Prozent und bis 2050 um rund 65 Prozent zu senken. Die LNG-Technologie ist ausgereift, verfügbar und mit der richtigen Unterstützung konkurrenzfähig.“

Als Beleg zitiert Shell eine Thinkstep-Studie der zufolge das LNG des Mineralölkonzerns dazu beitragen kann, die Well-to-Wheel Treibhausgasemissionen inklusive CO2, Methan und N2O von schweren Lkw um bis zu 22 Prozent im Vergleich zu konventionellem Diesel zu reduzieren. Darüber hinaus seien Fahrzeuge, die mit LNG betrieben werden, leiser als vergleichbare Dieselfahrzeuge. Werde Bio-LNG beigemischt, das aus Biomethan aus organischen Abfällen oder erneuerbaren Energien besteht, können LNG seinen CO2-Fußabdruck auf volle CO2-Neutralität reduzieren.

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