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Lkw sollen sauberer werden

Das EU-Parlament hat beschlossen: Lkw-Hersteller sollen den CO2-Ausstoß ihrer Neuwagen-Flotten bis 2030 um mindestens 35 Prozent senken.

(Foto: Pixabay)
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Christine Harttmann

Das Europäische Parlament hat sich auf eine Reduktion der CO2-Emissionen für Lkw verständigt. Bis 2030 sollen 20 Prozent aller neuzugelassenen Schwerlastwagen emissionsfrei fahren. Insgesamt fordern die Parlamentarier von den Lkw-Herstellern die Emissonen der Neuwagenflotten um 35 Prozent zu senken. Ein erstes Zwischenziel müssen sie dafür schon 2025 erreichen: minus 20 Prozent. Das hat das Europäische Parlament in seiner Sitzung am 14. November 2018 entschieden. Damit zeigten sich die Abgeordneten in Brüssel ambitionierter als die EU-Kommission, die zuvor eine Minderung um 30 Prozent bis 2030 verabredet hatte. Die Hersteller sollen außerdem dafür sorgen, dass Lkw, deren Emissionen den Klimaeffekt um mindestens 50 Prozent verringern, bis 2030 bei Neuverkäufen einen Marktanteil von 20 Prozent erreichen. Bis 2025 soll deren Anteil bei fünf Prozent liegen. Außerdem soll die EU-Kommission noch vor 2020 Vorschläge machen, wie die tatsächlichen CO2-Emissionen der Flotten auf der Straße berechnet werden können.

Der Verband europäischer Automobilhersteller, ACEA, zeigte sich beunruhigt angesichts der „übermäßig aggressiven CO2-Reduktionsziele“. Generalsekretär Erik Jonnaert monierte, dass diese Ziele über die der EU-Kommission hinausgehen. Dabei sei der „Vorschlag der Europäischen Kommission vom letzten Mai bereits sehr herausfordernd“ gewesen. Das Ziel für das Jahr 2025 würde auch voraussetzen, dass die Lkw-Hersteller neue Technologien an bereits in der Entwicklung befindliche Fahrzeuge anpassen, auch wenn dies ursprünglich nicht geplant war.

Ebenfalls not amused zeigte sich der Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschlands bvmw, der die CO2-Ziele für Laster als ein „Stück aus dem Brüsseler Bürokratenstadel“ bezeichnete. Mittelstandspräsident Mario Ohoven kritisierte, dass diese Ziele nur durch Brennstoffzellen-, Oberleitungs- oder batterieelektrische Lkw erreicht werden können.

„Allerdings weiß heute noch niemand, welche alternativen Antriebe sich in welchem Maße durchsetzen werden. Derzeit stehen sie dem Markt nicht zur Verfügung.“

Der Verein Zukunft Erdgas hingegen freute sich. Er wertet die Entscheidung als Anschub für Antriebe mit erneuerbarem Gas, da diese künftig in der CO2-Bilanz der Lkw-Hersteller angerechnet werden. Damit erweitere das Parlament den Vorschlag der EU-Kommission zur neuen Abgasnorm. Zudem sei die Kommission beauftragt, bis 2020 eine Methodik vorzulegen, die die Auswirkungen der Nutzung von nachhaltig erzeugtem Biomethan oder synthetischem Erdgas aus dem Power-to-Gas Verfahren auf die Berechnung der durchschnittlichen Flottenemissionen berücksichtigt.

Den Europaabgeordneten wiederum ist klar, dass der Übergang zu einer emissionsfreien Mobilität in der gesamten Wertschöpfungskette der Automobilindustrie sozialverträglich und ausgewogenen erfolgen muss. Die EU sollte daher nach der Vorstellung der EU-Parlamentarier den Arbeitnehmern dabei helfen, neue Fähigkeiten zu erlernen und neu zuzuordnen, insbesondere in den Regionen und Gemeinschaften, die am stärksten vom Übergang betroffen sind. Auch das das Thema ‚Emission über den gesamten Lebenszyklus‘ gehen die EU-Parlamentarier ein. Sie fordern, dass die EU-Kommission in ihrem 2022-Bericht die CO2-Emissionen von schweren Nutzfahrzeugen während ihres gesamten Lebenszyklus prüfen und erforderlichenfalls Berichtspflichten für die Hersteller vorschlagen.

Berichterstatter Bas Eickhout (Grüne / EFA, NL) hob hervor, dass damit zum ersten Mal in der europäischen Geschichte die CO2-Emissionen von schweren Nutzfahrzeugen einer Regulierung unterliegen.

„Der Sektor wächst schnell und seine Emissionen ebenfalls. Wir haben uns darauf geeinigt, ambitionierter zu sein, als die Kommission, in Bezug auf das, was mit den vorhandenen Technologien möglich ist.“

Schwerlastfahrzeuge verursachen in der EU rund ein Viertel der CO2-Emissionen des Straßenverkehrs. Ohne weitere Maßnahmen wird erwartet, dass ihre Emissionen aufgrund des steigenden Straßenverkehrsaufkommens steigen werden. Schwerlastfahrzeuge sind laut den daten von 2016 für 27 Prozent der CO2-Emissionen des Straßenverkehrs und fast fünf Prozent der Treibhausgasemissionen der EU verantwortlich. Seit 1990 haben die Emissionen schwerer Nutzfahrzeugen - hauptsächlich infolge eines Anstiegs des Straßengüterverkehrs – um 25 Prozent zugenommen, und es wird erwartet, dass sie ohne neue Maßnahmen weiter ansteigen werden.

Der vom Parlament eingebrachte Vorschlag muss nun vom Europarat verabschiedet werden.

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