Lkw-Parkplätze: Verwaltung des wachsenden Mangels

Ein aktuelles White-Paper zeigt: Bis 2023 werden in Deutschland 40.000 Lkw-Parkplätze fehlen. Für die Verkehrssicherheit ist das schon jetzt ein gravierendes Problem. Deshalb braucht es innovative Konzepte.

(Foto: HUSS-VERLAG)
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Christine Harttmann

Bis zum Jahr 2023 fehlen in Deutschland pro Nacht rund 40.000 Lkw-Parkplätze – ein Problem, das mit dem Ausbau öffentlicher Parkplätze alleine kurzfristig nicht beheben lassen. So bringt es ein White Paper auf den Punkt. Zusätzliche innovative Konzepte seien gefragt, so das Fazit des von Kravag-Versicherung, Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) und Wissenschaftlern der Universität Duisburg-Essen gemeinsam publizierten Papiers.

Der Parkplatzmangel für Lkw sei bereits jetzt ein gravierendes Problem für die Verkehrssicherheit in Deutschland, heißt es in dem Papier. Laut Analyse wird sich die Situation in den nächsten Jahren jedoch noch weiter zuspitzen: In ihrem gemeinsamen White Paper analysieren die Kravag, BGL und Wissenschaftler die Situation. Der Parkplatzmangel sei eine bundesweite Herausforderung. Besonders betroffen seien die Bundesländer Bayern, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen.

Für die Logistiker, aber auch alle anderen Verkehrsteilnehmer, sei, so heißt es in dem White Paper, der Parkplatzmangel mehr als ein reines Ärgernis. Vielmehr bedeute mangelnder Parkraum für die Fernfahrer Stress bei der Parkplatzsuche zur Einhaltung der gesetzlichen Lenkzeiten und somit eine Gefahr für sich und andere durch Unfälle. Hinzu komme Ärger mit Frachtdieben. Dass durch den Mangel oft „wilde“ Parkplätze ohne einfachsten Komfort wie Dusche und Toilette genutzt werden müssen, wirkt sich zudem negativ auf das Berufsbild des Fernfahrers aus.

„Als Versicherer sehen wir jeden Tag die Folgen der Parkplatz-Not: Die Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrer müssen viel zu lang nach einem Platz für die Nacht suchen, es drohen Lenkzeitverstöße, Übermüdung und Unfälle. Auf Parkplätzen abseits der Autobahnen steigt außerdem die Gefahr von Ladungsdiebstählen“, erklärt Jan Dirk Dallmer, Vorstand bei der Kravag.

Auch der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), Co-Autor des White Papers, weist seit Jahren auf das Problem hin.

„Das ist nicht nur ein isoliert zu betrachtendes Logistik-Problem. Ausgeruhte Lkw-Fahrer erhöhen die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer“, erläutert Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des BGL.

Obwohl der Bund neue Park- und Rastanlagen plant, wird sich die Situation in den kommenden Jahren weiter verschärfen, da immer mehr Güter auf der Straße transportiert werden. Deshalb begrüßen Kravag und BGL ein geplantes Förderprogramm des Bundes, das private Initiativen zur Schaffung neuen Lkw-Parkraums unterstützt. Knapp 100 Millionen Euro nimmt das Bundesverkehrsministerium dafür in den kommenden drei Jahren in die Hand.

Eine solche private Initiative ist Kravag Truck Parking. Der Logistik-Versicherer bringt bei diesem Projekt Speditionen in ganz Deutschland zu einer Gemeinschaft zusammen, die sich im Netzwerk gegenseitig Parkraum auf den eigenen Betriebsgeländen zur Verfügung stellen. Dank der digitalen Lösung können Fahrer und Disponenten mit wenigen Klicks und zu fairen Kosten den Alltag einfacher planen und Komfort sowie Sicherheit der Transporte deutlich erhöhen. Die Kravag stellt hierfür allen Teilnehmern die notwendige digitale Infrastruktur wie mobile App, Web-Portal und smarte Zugangstechnik zur Verfügung.

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