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Lkw-Maut: Künftig auch auf Bundesstraßen

Seit dem 1. Juli 2018 zahlen Lkw ab 7,5 Tonnen auch auf Bundesstraßen Maut.
Diese blau grünen Kontrollsäulen überprüfen künftig, ob vorbeifahrende Fahrzeuge mautpflichtig sind und die Gebühr ordnungsgemäß entrichtet haben. (Foto: Toll Collect)
Diese blau grünen Kontrollsäulen überprüfen künftig, ob vorbeifahrende Fahrzeuge mautpflichtig sind und die Gebühr ordnungsgemäß entrichtet haben. (Foto: Toll Collect)
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Christine Harttmann

Zum Start der Mauterhebung auf allen Bundesstraßen hatte Toll Collect das Lkw-Mautsystem technisch weiterentwickelt, sowohl bei der automatischen und manuellen Mauterhebung sowie bei der Kontrolle. Mit der Ausweitung der Mautpflicht auf alle Bundesstraßen vergrößert sich das mautpflichtige Streckennetz auf rund 52.000 Kilometer. Schätzungen zufolge sind die Fahrzeuge aus rund 30.000 Unternehmen unterschiedlicher Branchen zusätzlich von der Mautpflicht betroffen.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer rechnet, dass damit dem Staatshaushalt damit in den Jahren 2018 bis 2022 jährlich durchschnittlich 7,2 Milliarden Euro Mauteinnahmen zugutekommen, die der Bund in moderne und sichere Straßen in ganz Deutschland investieren will. „Das sind jährlich rund 2,5 Milliarden mehr als bisher“, sagte Scheuer. „Davon profitieren nicht nur unsere Unternehmen, die auf eine leistungsstarke Infrastruktur angewiesen sind, sondern auch alle Autofahrer.“

Bezahlt werden muss die Maut weiterhin vor Beginn der Fahrt. Die Fahrer können dafür das automatische Einbuchungssystem nutzen. Dies sei, so eine Mitteilung von Toll Collect, der komfortabelste Weg. Von Oktober 2017 bis Ende März 2018 seien rund 1,1 Millionen On-Board Units schrittweise von der dezentralen auf eine zentrale Mauterhebung umgestellt. Die On-Board Units senden zeitversetzt und verschlüsselt Fahrtdaten und mautrelevante Fahrzeugmerkmale an das Toll Collect-Rechenzentrum. Dort findet die Berechnung der Maut für die befahrenen gebührenpflichtigen Streckenabschnitte statt. Informationen zu den einzelnen Fahrten können die Transportunternehmer und Fahrer im Kunden-Portal unter „Nicht abgerechnete Fahrten“ spätestens nach 48 Stunden, in der Regel früher, einsehen. Wenn für die einzelnen Fahrten und Kunden Kostenstellen in der OBU vergeben werden, gelingt die Zuordnung später leichter. Die manuelle Einbuchung ist per Toll Collect-App auf mobilen Endgeräten, wie Smartphone und Tablet möglich. Weiterhin kann über stationäre PC oder 1.100 neue Mautstellen-Terminals gebucht werden. Die neuen Mautstellen-Terminals ergänzen die Online-Einbuchung.

Neue Gewichtsklassen seit 1. Juni 2018 sichtbar. Im Rahmen der Weiterentwicklung wurde technisch die Möglichkeit geschaffen, die Maut nach zusätzlichen Gewichtsklassen zu differenzieren. Seit 1. Juni 2018 werden auf den On-Board Units die neuen Gewichtsklassen sichtbar:

< 7,5 Tonnen

≥ 7,5 Tonnen – 11,99 Tonnen

≥ 12 Tonnen – 18 Tonnen

> 18 Tonnen

Im Fahrzeuggerät ist das zulässige Gesamtgewicht, das bei der Registrierung angegeben wurde, dauerhaft gespeichert. Das Gewicht ist anzupassen, wenn ein Anhänger an- oder abgekoppelt wird. Die aktuell gültigen Mautsätze bleiben auch nach dem 1. Juli 2018 zunächst in Kraft. Die falsche Auswahl und Einstellung einer der Gewichtsklassen wird darum vorläufig nicht geahndet. Die Mitwirkungspflichten des Fahrers bleiben vorläufig gleich. Weiterhin ist die aktuelle Achszahl einzugeben, sofern sie von der auf der OBU personalisierten Achszahl abweicht.

Das Bundesfernstraßenmautgesetz wird auf der Grundlage eines neuen Wegekostengutachtens schnellstmöglich angepasst. Daraus werden sich neue Mautsätze und neue Mitwirkungspflichten ergeben. Die Einführung neuer Gewichtsklassen ist nach dem neuen Wegekostengutachten grundsätzlich möglich und vom Gesetzgeber beabsichtigt.

Zukünftig werden auf den Bundesstraßen Kontrollsäulen überprüfen, ob die Mautpflicht eingehalten wird. Die Kontrollsäulen ergänzen die mobilen Kontrollen des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG). Kontrollbrücken werden auf Bundesstraßen nicht errichtet. Technisch sind die Kontrollsäulen mit ähnlichen Funktionen ausgestattet wie die auf den Autobahnen installierten Kontrollbrücken. Die rund 600 Kontrollsäulen, die vier Meter hoch und blau/grün gekennzeichnet sind, überprüfen, ob vorbeifahrende Fahrzeuge mautpflichtig sind und die Gebühr ordnungsgemäß entrichtet haben.

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