Lkw-Maut: Branchenvertreter fordern Befreiung bei Leerfahrten

Netzwerk Logistik Mitteldeutschland fordert in der Corona-Krise auch für die Transportbranche eine Entlastung.

Das Netzwerk Logistik Mitteldeutschland fordert in der Corona-Krise, dass die Lkw-Maut für Leerfahrten ausgesetzt ist. (Foto: Toll Collect)
Das Netzwerk Logistik Mitteldeutschland fordert in der Corona-Krise, dass die Lkw-Maut für Leerfahrten ausgesetzt ist. (Foto: Toll Collect)
Christine Harttmann

Das Netzwerk Logistik Mitteldeutschland beschreibt die aktuelle Situation in der Branche als sehr schwierig. Die Transport- und Logistikbranche stemme sich vehement gegen die Krise und halte die Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft aufrecht. Zugleich gerieten aber immer mehr mittelständische Unternehmen enorm unter Druck. Der Frachtraumüberhang führe dazu, dass die Preise teils um mehr als 50 Prozent einbrächen. Daher fordert der Lobbyverband, dass zur Entlastung der Branche die Lkw-Maut bei Leerfahrten befristet ausgesetzt wird.

Automobilindustrie und vielen anderen Produktionsstätten schließen. Das führt aktuell zu einem Überhang an Frachtraum. Damit einher gehe ein dramatischer Preisverfall, so das Netzwerk. Zugleich nähmen die Leerfahrten zu, weil viele Strecken nicht mehr paarig gefüllt werden können. Neben den wichtigen Forderungen zur Unterstützung des Mittelstands im Bereich der steuerlichen Entlastungen, sieht das Netzwerk Logistik Mitteldeutschland in einem temporären Aussetzen der Lkw-Maut auf Leerfahrten einen wichtigen Ansatz, um Transportdienstleister gezielt zu unterstützen. Nach Schätzungen der Branche ist der Anteil an Leerfahrten mit aktuell rund 30 bis 35 Prozent fast viermal so hoch wie üblich.

„Viele Unternehmen der Transportbranche haben massive Probleme und brauchen dringend Unterstützung. Wenn wir diese Arbeitsplätze retten wollen, ist sofortiges Handeln nötig. Wir fordern daher zusätzlich zu den branchenübergreifenden Unterstützungsinstrumenten ein befristetes Aussetzen der Lkw-Maut bei Leerfahrten, um die systemrelevante Branche zielgenau zu entlasten“, sagt Toralf Weiße, Vorstandsvorsitzender im Netzwerk Logistik Mitteldeutschland.

Um eine übermäßige Bürokratisierung und unnötigen Zeitverlust zu vermeiden, sollte die Abrechnung der Leerkilometer vorerst den Unternehmen nach Anmeldung erstattet werden, vorbehaltlich einer Prüfung der Transportunterlagen in den kommenden Monaten.

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