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Liebherr und Krone erfinden Transportkälte neu

Krone und Liebherr gründen die neue Marke „°Celsineo“. Heraus kam dabei ein völlig neues Stirnwandaggregat für den Kühlsattel.

Sturmböen durchlüfteten die Präsentation in Stuttgart und bald wohl auch die Branche: Das Krone-/Liebherr-Aggregat „°Celsineo“ erfindet die Transportkälte zum Teil tatsächlich neu. (Foto: R. Domina)
Sturmböen durchlüfteten die Präsentation in Stuttgart und bald wohl auch die Branche: Das Krone-/Liebherr-Aggregat „°Celsineo“ erfindet die Transportkälte zum Teil tatsächlich neu. (Foto: R. Domina)
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Robert Domina

Wo herkömmliche Kältemaschinen nur ein Kältemodul haben, bestehend aus Kompressor, Verdampfer und Kondensator („Prinzip Kühlschrank“), besitzt das Celsineo-Stirnwandaggregat für den Kühlsattel deren drei. Fällt ein Kreislauf aus, seien die beiden verbliebenen so leistungsstark, dass sie den Kältebedarf für den weiteren Transport sichern könnten. Das ergibt auch Vorteile beim Abtauen: So sei es möglich, ein Modul abzutauen, während die zwei anderen die Kühlung aufrechterhalten. Bei der Wartung gilt „One Stop Shopping“, so Krone Service-Direktor Ralf Faust: „Ist ein Modul defekt, kann es von jedem Mitarbeiter eines Krone-Service-Stützpunktes ausgebaut und durch ein Tauschmodul ersetzt werden.“

Alle drei Module jeweils mit einem eigenen, geschlossenen Kältekreislauf auszustatten, ist tatsächlich der Clou bei Celsineo. Denn es bedeutet: Es ist kein ausgebildeter Kältetechniker am Service-Standort nötig. Das vereinfacht die Wartung ganz entscheidend. Dadurch ist allerdings auch jedes Modul mit seinem eigenen Kompressor ausgestattet. Das ist etwas aufwändiger als bei einem großen Einzelmodul. Gleichwohl kämen die drei Celsineo-Module auf weniger Kältemittel: Nur drei mal 1,15 kg also 3,45 kg des derzeitigen Standard-Kältemittels R452A zirkulieren im System. Vergleichbare Stirnwandgeräte der Konkurrenz benötigten zwischen sechs und acht Kilo.

Das Celsineo-Aggregat ist also tatsächlich etwas Neues auf dem Sektor Transportkälte. Ausgedacht haben sich „°Celsineo“, wie die korrekte Markenschreibweise lautet, Liebherr und Krone. Liebherr kann nicht nur schwere Kräne und Muldenkipper (demnächst wieder auf der Bauma in München zu bewundern) sondern auch Kältetechnik. Und das schon mit sehr langer Tradition. Bisher hauptsächlich überwiegend im Bereich Schiene und Zugverkehr. Hier ist die Liebherr-Entwicklung im österreichischen Korneuburg (gegenüber Klosterneuburg am rechten Donauufer) Experte in Sachen Kältetechnik. Und Krone? Krone baut bekanntlich auch Kühl-Auflieger am Standort Lübtheen.

Zukünftig sollen alle Tiefkühl- und Mehrzonen-Auflieger also die Hausmarke Celsineo in die Stirnwand gepflanzt bekommen. Wirklich alle? „Ja, klar“, nickt Krone Marketing-Direktor, Dr. Frank Albers. Aber wie es so ist, mit Komponenten aus dem eigenen Hause: Der Kunde bestimmt, was drangebaut wird. Das ist bei der Krone-eigenen Reifenmarke und den eigenen Achsen nicht anders. Auf die Frage nach hinfortiger Exklusivität von Celsineo-Aggregaten an Krone-Kühlsatteln hält sich Frank Albers erst mal vornehm zurück. Und lächelt wie immer freundlich. Soll wohl heißen: Der Kunde bestimmt nach wie vor, welche Komponenten er haben will, aber an Celsineo wird er in Zukunft nicht vorbeikommen, weil gut und günstig.

Und nach allem, was die erste Präsentation in Stuttgart vermuten lässt, bekommt der Kunde allerhand: Das Aggregat sieht schlank aus, ist gewichtstechnisch aber in etwa gleich schwer wie die Konkurrenzprodukte. Bedient wird es – auch das ist etwas Neues – über ein Touchscreen-Display. Als Aggregat-Motor dient ein Dreizylinder-Dieselmotor mit zirka 1,9 Liter Hubraum von Kohler. Kohler? Mussten wir auch erst mal nachschlagen. Kohler ist ein US-amerikanischer Hersteller von Kleindieseln, beheimatet im gleichnamigen Ort Kohler, Wisconsin am Ufer des Lake Michigan. Aber: Auf der Typ-Plakette steht „Made in Italy“, was wiederum darauf schließen lässt, dass der Dreizylinder im Celsineo-Aggregat von Lombardini stammt. Der renommierte Dieselmotoren-Hersteller wurde 2007 von Kohler übernommen. Alles europäische Komponenten also, und das macht Sinn: Denn zusammengebaut und gefertigt wird das Celsineo-Aggregat im bulgarischen Plovdiv. Von Plovdiv nach Lübtheen in die niedersächsische Elbtalaue - das ist heute ein vergleichsweise kurzer Anlieferweg.

Zusammengefasst bedeutet das: Krone kann sich von seinen angestammten Zulieferern nun auch in Sachen Stirnwand-Aggregat ein ganzes Stück weit unabhängiger machen. Die Modulbauweise und Redundanz des Celsineo-Aggregats bietet enorme Vorteile bei der Verfügbarkeit und Pannensicherheit. Jetzt (ab Juni dieses Jahres) muss Krone diese Vorteile nur noch zu einem annehmbaren Preis an seine Kunden weitergeben.

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