LBS: Lkw parken nicht „falsch“, sondern „gezwungen“

In Reaktion auf eine Studie des ADAC betont der bayerischen Branchenverband, dass das Falschparken der Lkw-Fahrer auf Raststätten eigentlich richtig ist. Sie müssen gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeiten einhalten.

(Symbolbild: HUSS-VERLAG)
(Symbolbild: HUSS-VERLAG)
Christine Harttmann

„Richtige Beobachtung, aber vereinfachte Schlussfolgerung“ – so kommentiert der LBS – Landesverband Bayerischer Spediteure die jüngste Studie des ADAC zur Situation auf den Parkplätzen entlang der Bundesautobahnen. Dabei hat der Automobilclub anhand von Stichproben festgestellt, dass Lkw-Fahrer in hohem Umfang „falsch“ parken. Auch Transport hat darüber berichtet.

Der ADAC stelle in seiner Pressemeldung selbst fest, dass dieses „falsch“ eigentlich „richtig“ ist: „Wer einen Brummi steuert und die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten einhalten will, ist regelmäßig gezwungen, das Fahrzeug verbotswidrig abzustellen.“

Das Dilemma der Fahrerinnen und Fahrer sei seit Jahren bekannt und schon Gegenstand zahlreicher Medienberichte gewesen, so der LBS. Geändert habe sich gleichwohl nichts. Weil schon bei geringsten Verstößen gegen die gesetzlich verordneten Lenk- und Ruhezeiten drastische Strafen drohen, ist die Mangelwirtschaft an verfügbaren Parkplätzen systembedingt und führt tagtäglich zu kritischen Situationen, wie sie der ADAC während seiner Studie festgestellt hat.

„Der Bund in seiner Doppelfunktion als Gesetzgeber einerseits und Bereitsteller von Infrastruktur andererseits gewichtet offenbar das Thema Sicherheit unter zweierlei Maßstäben“, kommentiert LBS-Geschäftsführerin Sabine Lehmann.

Aus Sicht des LBS ist ein entsprechendes Angebot an Parkplätzen vonnöten, damit die Fahrerinnen und Fahrer auch rechtzeitig und risikofrei diese Pausen antreten können. Das Defizit bei den Lkw-Parkplätzen an der Autobahn fällt umso schwerer ins Gewicht, als die heute gegebenen Verhältnisse weit davon entfernt sind, die künftigen Bedarfe an Parkpositionen abzudecken, die für das Laden der Batterien von E-Lkw erforderlich sein werden.

„Es ist vernünftig, die Pausen des Fahrpersonals zu nutzen, um in dieser Zeit die Akkus der E-Lkw nachzuladen“, macht Lehmann auf einen bislang kaum beachteten Aspekt aufmerksam. „Dafür aber braucht es ein Mehrfaches dessen an Parkpositionen mit Ladestationen als die Zahl, die heute nur zum Parken zur Verfügung steht.“

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