Lautstärke bei Veranstaltungen: Jetzt gibt's was auf die Ohren

In unserer "DOMINATOR-Kolumne" widmet sich Transport Test + Technik-Redakteur Robert Domina regelmäßig verschiedenen Aspekten der schweren Nutzfahrzeuge bzw. Nutzfahrzeugbranche, nicht nur, aber vor allem mit technischem Hintergrund.

Eine Kolumne ist ein kurzer Meinungsbeitrag, ein Grantler hingegen (in Bayern) ein Mensch mit meist mürrischer Grundstimmung, und beides bedeutet hier mit einem Augenzwinkern, dass die Freude am kritischen Hinterfragen und Kommentieren auch eine journalistische Gestaltungsform sein kann.
Eine Kolumne ist ein kurzer Meinungsbeitrag, ein Grantler hingegen (in Bayern) ein Mensch mit meist mürrischer Grundstimmung, und beides bedeutet hier mit einem Augenzwinkern, dass die Freude am kritischen Hinterfragen und Kommentieren auch eine journalistische Gestaltungsform sein kann.
Robert Domina

Jetzt nicht falsch verstehen. Ich will nicht klagen: Viele Fahrzeugpräsentationen sind wirklich gelungene Veranstaltungen. Meist lohnt es sich für uns Fachjournalisten, da hin zu reisen: Die Créme de la Créme aus den Entwicklungsabteilungen verlässt ihre Prüfstände und Labors und ist vielfach vor Ort, um wohlwollend auf unsere Fragen einzugehen – sollten nach den zahlreichen Präsentationen und Workshops noch welche unbeantwortet sein.

Und dann die Schaumodelle: Halb aufgeschnittene Motoren, Getriebe, Achsen oder Akkupakete. Feinst ziseliert, zerlegt, zersägt, lackiert und wieder zusammengebaut von den beweglichen Händen junger Auszubildender. Ein Traum in Heavy Metal, mit hohem Aufwand herangekarrt, nur für uns. Na ja – und auch für die Kunden, die meist durch die gleiche Veranstaltung geschleust werden.

Bei der eigentlichen Enthüllung der Neuheit alles vom Feinsten. Bühne, Licht, Ton und Regie: Absolut professionell. Vor allem aber: laut. „Es muss wummsen!“, rief mir mal der Tonmann unserer Amateur-Musical-Truppe zu. Zurecht. Die Bässe waren in der Tat kaum zu hören, irgendwer hatte die Subwoofer ausgesteckt.

Ich meine, klar: Ich hör‘ ZZ-Top im Auto ja auch „volle Kanne“, dass die Scheiben wackeln. Muss so. Da gibt’s richtig was auf die Ohren. Das ist auch laut.

Aber nicht so laut, wie neulich mal wieder beim Launch eines großen Truck-Herstellers: Ich saß auf der Tribüne in einer Riesen-Messehalle und langweilte mich so vor mich hin, bis wieder eines dieser unsäglichen Videos eingespielt wurde. Sie zeigen meist das Produkt um das es geht, Truck fährt durch dramatische Landschaft, untermalt von noch dramatischerer Musik. Zuerst nur ein angenehmes Raunen, steigert sich der Audio-Rahmen schnell zu einem wahren Orkan, hauptsächlich bestehend aus tiefen und tiefsten Frequenzen.

Zuerst dachte ich an ein Erdbeben, weil die Tribüne bedenklich in Vibration geriet. Dann auch mein Eingeweide. Sind hohe Frequenzen in entsprechender Lautstärke schon eine Qual, sind es tiefe erst recht. Um zu verhindern, dass sich angesetzter Kalk in meinen Arterien womöglich löst und Gerinnsel bildend durch meine Blutbahnen mäandert, verließ ich die Location. Draußen, in der vergleichsweisen Stille des Feierabendverkehrs der Großstadt ordnete ich erst mal meine Chakren.

Ich sag’s euch: Das nächste Mal habe ich die Ohrschützer aber dabei. Und ich werde sie demonstrativ aufsetzen. Dresscode hin oder her.

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