Ladenetz von Daimler Truck, Traton und der Volvo Group heißt Milence

CEO Anja van Niersen: Innerhalb von fünf Jahren kann Europa die Weltmarktführung im Bereich des Lieferverkehrs mit batteriebetriebenen Lkw übernehmen.

Unter dem Namen Milence bauen die Volvo Group, Daimler Truck und Traton ein Ladenetz auf. (Foto: Daimler Truck AG)
Unter dem Namen Milence bauen die Volvo Group, Daimler Truck und Traton ein Ladenetz auf. (Foto: Daimler Truck AG)
Claus Bünnagel

Commercial Vehicle Charging Europe, das Joint-Venture der Volvo Group, Daimler Truck und Traton, nimmt heute unter dem Markennamen Milence seine Geschäftstätigkeit auf. Geplant ist Europas erstes flächendeckendes, öffentliches Ladenetz für Schwerlast-Lkw und Busse. Dabei legt Milence seinen anfänglichen Schwerpunkt auf den Ausbau der Ladeinfrastruktur in den Ländern Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Belgien, Spanien, Italien, Norwegen sowie Schweden. Eine Anfangsfinanzierung in Höhe von einer halben Milliarde Euro ist darauf ausgerichtet, ein schnelles Wachstum zu ermöglichen

„1.700 Ladepunkte innerhalb von fünf Jahren“

In Europa wird für 2024 die Marktreife von batteriebetriebenen Lkw mit mehr als 400 km Reichweite erwartet. Ihre Batterie wird während der gesetzlich vorgeschriebenen 45-Minuten-Pause der Berufskraftfahrenden voll aufgeladen werden können. Die Antriebswende kann aber nur schnell gelingen, wenn ein zuverlässiges öffentliches Ladenetz verfügbar ist, das auf die Anforderungen sowohl der Logistikunternehmen als auch der Berufskraftfahrenden abgestimmt ist.

Deshalb haben wir keine Zeit zu verlieren und müssen schon jetzt mit dem Ausbau von mindestens 1.700 Ladepunkte innerhalb von fünf Jahren beginnen. (CEO Anja van Niersen)

Außerdem werden Lkw über Batterien an Ladestationen gespeicherte grüne Energie nutzen können. Dies wird dazu führen, dass die Spitzen in der Energienachfrage weniger werden. So kann Milence einer Überlastung des Stromnetzes entgegenwirken, Schwankungen in der Nachfrage ausgleichen und vielen Ländern eine pragmatische Lösung für Netzengpässe bieten.

MCS-Energieversorgung innerhalb von 30 bis 45 Minuten

Der heutige Ladestandard, das Combined Charging System (CCS), ermöglicht das Aufladen der Batterien von Schwerlast-Lkw innerhalb von weniger als 90 Minuten. Mithilfe des neuen Megawatt Charging Standard (MCS) wird die Batterie eines 40-Tonners voraussichtlich innerhalb von nur 30 bis 45 Minuten aufgeladen werden können, während der Berufskraftfahrer die gesetzlich vorgeschriebene Pause einlegt.

Verbesserte Arbeitsbedingungen für Berufskraftfahrer

Obwohl sie für die europäische Wirtschaft eine Schlüsselrolle übernehmen, sehen sich Lkw-Fahrer oft schwierigen Arbeitsbedingungen ausgesetzt, bei denen Sicherheit, persönlicher Komfort und Hygiene nicht immer gewährleistet sind.

Das merkt jeder, der Strecken auf europäischen Autobahnen zurücklegt. Hinzu kommt, dass fast eine halbe Million Berufskraftfahrende und 40.000 Lkw-Parkplätze fehlen. Da gibt es noch viel Luft nach oben im Straßengüterverkehr. (Van Niersen)

Um die Arbeitsbedingungen für Berufskraftfahrende zu verbessern, will Milence dafür sorgen, dass die Ladestationen sicher und gesichert sind sowie eine Infrastruktur bieten, die die Bedürfnisse von Berufskraftfahrenden erfüllen. Dazu zählen sanitäre Einrichtungen, Gastronomie, Erholungsmöglichkeiten und ein hohes Maß an Sicherheit.

Verbesserte Gesamtkosten

Nach zwei bis vier Jahren werden die Gesamtkosten batteriebetriebener Lkw für viele Transporte einschließlich Langstrecken niedriger ausfallen als die von Lkw mit Dieselmotor.

Bisweilen sind die Gesamtkosten von Batterie-Lkw für regionale Transporte schon heute geringer. In ein paar Jahren wird das in vielen Ländern Europas auch für Langstrecken der Fall sein. (Van Niersen)

Über Milence

Milence wurde im Juli 2022 als Joint-Venture zwischen Daimler Truck, Traton und der Volvo Group gegründet. Es hat sich zum Ziel gesetzt, dafür zu sorgen, dass der Straßengüterverkehr der Zukunft keine fossilen Brennstoffe mehr verwendet. Milence plant bis 2027 den Bau und Betrieb von mindestens 1.700 öffentlichen Hochleistungsladepunkten in Europa, um die Transformation hin zu einem emissionsfreien europäischen Schwerlastverkehr zu unterstützen und zu beschleunigen. Mit einer Anfangsfinanzierung in Höhe von 500 Mio. Euro soll das Joint Venture nachhaltige Energie für batteriebetriebene Schwerlast-Lkw und Busse aller Marken liefern.

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