Ladeinfrastruktur wird Pflicht

Die Bundesregierung will per Neugesetz mehr Ladesäulen für Elektrofahrzeuge durchsetzen. Indirekt profitieren könnten vielleicht auch Kurier- und Paket-Expressdienste.

Jeder 20te Parkplatz soll eine Ladesäule erhalten | Abb.: Pixabay
Jeder 20te Parkplatz soll eine Ladesäule erhalten | Abb.: Pixabay
Dr. Karsten Düsdieker
(erschienen bei VISION mobility von Christine Harttmann)

Das Klimaschutzprogramm des Bundes sieht vor, dass bis 2030 wenigstens sieben Millionen Elektrofahrzeuge zugelassen sind. Hierzu braucht es genug Ladestationen. Für soviel Elektromobilität präsentiert die Bundesregierung nun einen Gesetzentwurf für den Aufbau gebäudeintegrierter Lade- und Leitungsinfrastrukturen. Hiermit sollen sich die Vorgaben aus der EU-Gebäuderichtlinie zum Ausbau der nötigen Infrastruktur für die Elektromobilität in Gebäuden umsetzen lassen.

Im Wesentlichen sieht der Gesetzentwurf vor, dass künftig beim Neubau beziehungsweise einer größeren Renovierung von Gebäuden mit mehr als zehn Parkplätzen die Infrastruktur für Ladepunkte vorbereitet werden soll. Dafür soll bei Wohngebäuden jeder Stellplatz, bei anderen Gebäuden jeder fünfte Stellplatz Schutzrohre für Elektrokabel erhalten. So werde gewährleistet, dass – falls erforderlich – Ladepunkte rasch errichtet werden können, heißt es in einer Mitteilung der Bundesregierung.

Ab 1. Januar 2025 ist jedes Nichtwohngebäude mit mehr als 20 Stellplätzen mit mindestens einem Ladepunkt auszustatten.

Zweck des neuen Gesetzes

Das Gesetz fokussiert auf Wohn- und Nichtwohngebäude mit größeren Parkplätzen und will die Voraussetzung, um Elektrofahrzeuge einfacher laden zu können – gleich ob zuhause, am Arbeitsplatz oder bei der Erledigung alltäglicher Besorgungen. Begünstigt durch die so erweiterte Lade- und Infrastruktur, will die Regierung zudem Elektrofahrzeuge fördern.

Ziele einer angemessenen Ladeinfrastruktur?

Elektrofahrzeuge können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die CO2-Bilanz des Verkehrssektors zu verbessern. In ihrem Klimaschutzprogramm hat die Bundesregierung deshalb das Ziel definiert, dass in Deutschland bis 2030 sieben bis zehn Millionen Elektrofahrzeuge zugelassen sind. Jedoch gilt als ein großes Hindernis für den flächendeckenden Einsatz von Elektrofahrzeugen das Fehlen einer ausreichenden Ladeinfrastruktur.

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