Kühllogistiker: Gasknappheit kann Sicherheit der Versorgung bedrohen

Russland drosselt weiter seine Gasliefermengen und bedroht so die Versorgung Deutschlands im Winter. Davon betroffen sein könnten auch Kühllogistiker. 

Ohne Gas könnte auch in der LOgistik manches schwierig werden. (Foto: Tras-o-Flex)
Ohne Gas könnte auch in der LOgistik manches schwierig werden. (Foto: Tras-o-Flex)
Christine Harttmann

Der Bundeswirtschaftsminister hat bereits Ende Juni die zweite Stufe des Notfallplans Gas, die sogenannte Alarmstufe, ausgerufen. Jetzt gilt auch EU-weit einen Gas-Notfallplan beschlossen während Putin die Liefermenge in der Gasleitung Nordstream 1 auf 20 Prozent reduziert hat.

Von einer Gasknappheit im Winter wären auch die Kühllogistiker betroffen, die in einigen ihrer Prozesse Erdgas als Energieträger nutzen. Rechtsanwalt Jan Peilnsteiner, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Kühlhäuser & Kühllogistikunternehmen (VDKL) und Dr. Sabine Eichner, Geschäftsführerin des Deutschen Tiefkühlinstitutes (dti) hoben daher bereits Ende Juni hervor, dass die sich Tiefkühl- und Frischewirtschaft sich seit Wochen bereits intensiv und soweit wie möglich auf mögliche Gasrationierungen vorbereitet.

„Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz werden bereits seit Jahren kontinuierlich und konsequent durchgeführt und in den letzten Wochen noch einmal verstärkt. Eine Umstellung auf andere Energieträger ist kurzfristig in vielen Produktionsprozessen technisch und logistisch nicht möglich.“

In den Unternehmen wächst daher die Sorge vor Versorgungsengpässen bei Gas. dti und VDKL fordern daher die Bundesregierung und die Bundesnetzagentur auf, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Versorgung der systemrelevanten und schutzbedürftigen Tiefkühl- und Frischewirtschaft sowie die Kühl- und Tiefkühllogistik mit Erdgas durch eine schnelle und klare Priorisierung sicherzustellen.

„Die Unternehmen brauchen Planungssicherheit. Dabei darf es keine Unterschiede zwischen großen und kleinen Tiefkühl-Herstellern, zwischen Zulieferern, Handel und Dienstleistern geben. Wenn ein Glied der Kühlkette ausfällt, ist die gesamte Supply Chain für Lebensmittel gefährdet“, sagen dazu Peilnsteiner und Eichner.

„Die Branchen garantieren einen wichtigen Teil der Versorgung der Bevölkerung in Deutschland mit allen temperaturgeführten Lebensmitteln. Darüber hinaus gewährleisten Kühllogistikunternehmen die Lagerung, den Transport und die Versorgung mit temperaturabhängigen Medikamenten, Impfstoffen Blutplasma und Blutseren.“

Die Unternehmen der gesamten Lieferkette seien daher systemrelevant, so die beiden Verbandssprecher:innen. Sie müssten demzufolge bei Versorgungsengpässen entsprechend dem Notfallplan zu den besonders geschützten Kundengruppen gezählt werden. Andernfalls wäre die temperaturabhängige Lebensmittelversorgung in Deutschland nicht mehr gewährleistet. Durch die Stilllegung von Produktionslinien und Kühlhäusern würden schnell Versorgungslücken oder auch Ausfälle bei wichtigen Lebensmitteln und Medikamenten entstehen.

„Die Folgen für die Bevölkerung und die Arbeitsplätze in den Unternehmen wären gravierend.“

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