Kriminalität: Fahrzeug-Klau per Elektronik-Manipulation

Statt mit der Brechstange gehen Fahrzeug-Diebe mittlerweile subtiler vor, warnt das Goslar-Institut – zum Beispiel, indem sie falsche Befehle an das Steuergerät übertragen und sich somit Zugang zum Gefährt verschaffen.

Unauffällig und ohne rohe Gewalt kann ein moderner Diebstahl vonstatten gehen - zumindest, wenn die CAN-Systeme ab Werk noch nicht über eine Schutzfunktion verfügen. (Foto: Goslar-Institut)
Unauffällig und ohne rohe Gewalt kann ein moderner Diebstahl vonstatten gehen - zumindest, wenn die CAN-Systeme ab Werk noch nicht über eine Schutzfunktion verfügen. (Foto: Goslar-Institut)
Anna Barbara Brüggmann

Zwar sank in Deutschland die Zahl der Auto-Diebstähle 2021 um acht Prozent auf 9.805 gestohlene Fahrzeuge – das Gloslar-Institut verweist in diesem Zusammenhang auf die Zahlen, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vorlegte.

Dies sei unter anderem auf den besseren technischen Schutz, beispielsweise in Form der Wegfahrsperre, eine bessere Strafverfolgung und Grenzsicherung zurückzuführen. Zugleich warnt das Institut jedoch vor einem neuen Trend der Kriminellen, die Elektronik in den Fahrzeugen zu manipulieren.

Vorbei seien die Zeiten von kurgeschlossener Zündung oder auch von Brechstange und Co., stattdessen könne in die interne Kommunikation des Fahrzeugs eingegriffen werden. Dazu reiche ein Eingabegerät wie ein manipulierter Bluetooth-Lautsprecher aus, um gefakte Informationen über bestimmte Endpunkte an ein Steuergerät im Fahrzeug zu übermitteln.

Konkret geschehe dies zum Beispiel über die Scheinwerfer. Von dort könnten dann falsche Befehle an das Steuergerät übertragen werden, etwa dass die Türen geöffnet werden sollen.

Bei einer solchen CAN Bus-Injection können nach Angaben des Goslar-Instituts zum Beispiel ein altes Handy oder ein speziell präparierter Bluetooth-Lautsprecher mit einer zum jeweiligen Fahrzeugtyp passenden Firmware ausgestattet werden.

Eine Verbindung von außen zum CAN-Bus des Fahrzeugs könne dann hergestellt werden, indem Komponenten an der Fahrzeugfront, wie etwa die Schweinwerfer demontiert würden. Über deren Endpunkte sei es unter Umständen möglich, dann in die interne Kommunikation einzugreifen und einen Befehl zum Öffnen der Türe zu erteilen.

Dies kann in Sekundenschnelle erreicht werden, warnen die Experten. Tröstlich sei jedoch, dass die Diebe meist von ihrer Beute ablassen, wenn der Zugriff auf den CAN-Bus länger als ein paar Minuten dauert. Besonders leicht sei ein derartiger Diebstahl bei alten Fahrzeugen möglich, deren CAN-Systeme noch nicht ab Werk verschlüsselt sind.

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