Kraftstoffpreise: Kein Sprit, keine Ware

Die massiv steigenden Dieselpreise werden den Transportunternehmen zum Verhängnis, sagt der Bundesverband Logistik & Verkehr - BLV-pro e.V. und warnt vor "englischen Verhältnissen". Auch eine Bestreikung neuralgischer Verkehrspunkte, stellt er in den Raum.

Der Tank ist leer bei vielen Transportunternehmen. Deshalb fordert der Bundesverband Logistik & Verkehr - BLV-pro e.V. eine umgehende Entlastung durch eine temporäre Senkung der Mineralölsteuer und Deckelung der Preise. Bild: Pixabay/Gerd Altmann
Der Tank ist leer bei vielen Transportunternehmen. Deshalb fordert der Bundesverband Logistik & Verkehr - BLV-pro e.V. eine umgehende Entlastung durch eine temporäre Senkung der Mineralölsteuer und Deckelung der Preise. Bild: Pixabay/Gerd Altmann

Erst die Corona-Pandemie jetzt hohe Spritpreise. Der Bundesverband Verkehr & Logistikverband-pro e.V. sieht die Transportunternehmen massiv unter Druck. Denn während im Oktober 2020 der Diesel 0,90 Euro/Liter kostete, muss der Unternehmer aktuell über 1,50 Euro/Liter bezahlen. Ein Anstieg von mehr als 50 Prozent, was in den seltensten Fällen an den Kunden weitergereicht werden könne. Die deutschen Transportunternehmer seien gezwungen, ihre Fuhrparks zu reduzieren bis hin, dass viele bereits Insolvenz anmelden mussten.

“Wir stehen unmittelbar vor englischen Verhältnissen; angesichts der Prognosen und Berichten aus England über leere Tankstellen und Regale, ist bereits in Deutschland Unruhe unter der Bevölkerung und es kommt zu ersten Panikeinkäufen. Die Lieferketten werden spätestens zu Weihnachten 2021 zusammenbrechen und so manches Geschenk wird nicht unter dem Weihnachtsbaum landen.“ sagt der Vorstandsvorsitzender der BLV-pro e.V. Konstantin Popov.

Die Politik muss endlich Eingreifen und die Transportunternehmer durch eine temporäre Senkung der Mineralölsteuer sowie Deckelung der Preise entlasten, bevor tausende von Arbeitsplätzen verloren gehen, fordert der Verein.

„Wir müssen und können doch nicht immer die Marktanteile an die Osteuropäische Transportunternehmer abgeben. Wenn 2011 der Markanteil der Gebietsfremden Lkw in Deutschland, gemessen an der Maut bei 23 Prozent lag, so betrug der Anteil 42,4 Prozent im Jahr 2017. Das ist ein Anstieg um knapp 100 Prozent. Dabei werden die Fahrer teilweise zu unmenschlichen Bedingungen eingesetzt und sind mehrere Monate von zuhause weg. Deutschland macht sich zu sehr Abhängig von den Großflottenbetreiber aus dem Osten. In 10 Jahren wird es kein Klein und Mittelstand mehr geben.“ ergänzt Sigo Schmeiduch, Vorstand der BLV-pro e.V.

Der Wettbewerbsvorteil der osteuropäischen Transportunternehmen sei unmittelbar an den Treibstoffpreisen deren Länder ersichtlich; viele Lastkraftwagen dieser Spediteure steuern zum Wochenende das Heimatland an, um dort vollzutanken.

„Der Wettbewerb ist auch von den Arbeitsgeräten her vergleichbar. Der Unterschied, über den die aktuelle Verdrängung stattfindet, ist der Arbeitslohn der Kraftfahrer; hinzu kommen nun Verbrauchskosten für Diesel, AdBlue, Maut et cetera, sowie die ebenfalls gestiegenen Anschaffungskosten für den Lkw und Equipment, da gerade diese großen Flotten umfangreiche Rabatte erhalten. Die Konsequenz ist: es gibt keinen Wettbewerb – es findet eine Verdrängung statt“, meint Thomas Hansche, Vorstand der BLV-pro e.V.

Die Forderung auf umgehende Entlastung der heimischen Spediteure durch eine temporäre Senkung der Mineralölsteuer und Deckelung der Preise hat der Bundesverband Verkehr & Logistikverband pro e.V. nach eigenen Angaben bereits am 22. Oktober 2021 an die Politik übermittelt. Man dränge nun auf sofortige Hilfen und Umsetzung, bevor die Branche zum Erliegen komme. Es bleibe nichts anderes übrig, als durch Stilllegung z. B. neuralgischer Verkehrspunkte in Deutschland der Politik klar zu machen, wie ernst die Lage sei. Erst wenn die Lieferketten unterbrochen seien, werde es deutlich, wie wichtig dieser Sektor sei.

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