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Kommentar: Der Hafen Deutschland

Transport-Chefredakteur Torsten Buchholz fragt sich, ob die deutschen Häfen künftig gemeinsam an einem Strang ziehen und so den Logistikstandort Deutschland stärken könnten.
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Torsten Buchholz

Der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies macht sich bekanntlich gerne und häufig für die Häfen seines Bundeslandes, sondern für alle deutschen Häfen stark. Er spricht dehalb nicht nur vom „Hafen Niedersachsen“, sondern bundesländerübergreifend auch vom „Hafen Deutschland“. Und der SPD-Politiker plädiert für eine Zusammenarbeit aller deutschen Standorte nicht nur an Nord- und Ostsee, sondern auch mit den Binnenhäfen. Die Logistik muss nicht nur am Wasser funktionieren, sondern auch die Infrastruktur im Hinterland muss stimmen. Und damit wird zur gesamtdeutschen Angelegenheit. Recht hätte Minister Lies, wenn denn alle auch bereits wären, an einem gemeinsamen Strang zu ziehen. Allerdings stehen gerade die beiden großen Seehäfen Elbe und Weser bereits seit Jahrhunderten in Konkurrenz, die tief in den hanseatischen Köpfen verwurzelt ist. Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft, Sturheit gereicht dem Logistikstandort Deutschland allerdings nicht unbedingt zum Vorteil. Doch wie sagte Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch anlässlich der Veröffentlichung der nicht gerade rosigen Jahreszahlen 2015 für den Hamburger Hafen: „Wir wollen nicht immer nur Container zählen.“ Recht hätte er, wenn das ein Signal für alle wäre.

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