Kombiverkehr: Rückläufige Lkw-Sendungen in 2019

Das Logistikunternehmen hat im Geschäftsjahr 2019 mit über 880.000 Lkw-Sendungen 5,7 Prozent weniger Ladungen an Container, Wechselbehälter und Sattelanhänger im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf die Schienen verlagert.

Im Geschäftsjahr 2019 hat das Frankfurter Unternehmen einen Rückgang von 5,7 Prozent hinnehmen müssen. Foto: Kombiverkehr KG
Im Geschäftsjahr 2019 hat das Frankfurter Unternehmen einen Rückgang von 5,7 Prozent hinnehmen müssen. Foto: Kombiverkehr KG
Daniela Kohnen

Die Frankfurter Kombiverkehr KG hat das Geschäftsjahr 2019 mit insgesamt 1,77 Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer) beziehungsweise 884.168 Lkw-Sendungen abgeschlossen, die von der Straße und dem Seeweg auf die Schiene verlagert wurden. Dabei entspricht eine Sendung der Kapazität eines Lastzuges. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Rückgang von 5,7 Prozent. Geschäftsführer Robert Breuhahn:

„2019 befand sich die deutsche Wirtschaft an der Schwelle zur Rezession. Die Folge waren Sendungsrückgänge insbesondere auf einzelnen Strecken des Nationalen Verkehrs bedingt durch sinkende Mengen im Segment der Chemie- und Automotivtransporte. Steigende Frachtraumkapazitäten sorgten damit einhergehend für einen fallenden Straßenpreis, der es uns auch in Teilen des internationalen Verkehrs schwer machte, unsere Angebote am Markt zu platzieren.“

Im Nationalen Verkehr entwickelte sich das Sendungsaufkommen von 290.142 transportierten Sendungen in 2018 auf 266.153 in 2019. Grund war unter anderem der Wegfall eines Companytrain-Kunden auf einer Nord-Süd-Verbindung. Die sinkende Transportmenge habe 2019 letztlich zu einer leichten Konsolidierung im Nationalen Verkehr geführt, so das Frankfurter Unternehmen. Lediglich auf zwei von über 30 innerdeutschen Verbindungen musste die Abfahrtsfrequenz temporär an die gesunkene Transportmenge angepasst werden.

Im internationalen Verkehr zeigten sich unterschiedliche Entwicklungen. Insgesamt erzielte der Operateur mit 618.015 transportierten Lkw-Sendungen ein Minus von 4,6 Prozent. In den Teilmärkten Dänemark, Ungarn und Schweden verzeichnete Kombiverkehr Steigerungsraten von bis zu elf Prozent. Der Spanienverkehr legte um mehr als sieben Prozentpunkte zu. Auch der 2019 neu eingeführte Zug Kreuztal/Kornwestheim – Verona Q.E. v.v. habe sich nach einer Umstellung in der Traktion im Herbst 2019 zu einem stabilen Zug innerhalb des Südeuropaverkehrs entwickelt, so das Unternehmen.

Nicht zufriedenstellende Pünktlichkeitsquoten auf einzelnen Relationen und Preisdifferenzen zwischen Straße und Schiene, hätten unter anderem in anderen Teilmärkten zu Sendungsverlusten geführt, die letztlich nicht hätten kompensiert werden können.

Auf die anhaltende Nachfrage an Verkehren zwischen dem Ruhrgebiet und Schweden habe man auf der wichtigen West-Nord-Verbindung Duisburg – Lübeck-Skandinavienkai v.v. mit einer Anhebung der Versandtage reagiert. Die im November 2019 erweiterte Verkehrsfrequenz von elf Zugabfahrten pro Woche und Richtung wurde zu Beginn des laufenden Monats auf insgesamt 16 Abfahrten erhöht.

Auch im Italienverkehr werde laut Kombiverkehr auf einer alpenquerenden Verbindung via Österreich die Frequenz des Zugangebotes gesteigert. So stehen seit dem 13. Februar zwischen Hannover und Verona in Norditalien fünf anstatt bisher vier Abfahrten pro Woche und Richtung zur Verfügung.

In 2020 will man mit modernen Containertragwagen zudem neue Marktsegmente erschließen. Vor drei Jahren hatte das Unternehmen die Entscheidung getroffen, mit Hilfe eines neu entwickelten und modernen Containertragwagens SGMNS in das Marktsegment der Tankcontainer mit einem Gesamtgewicht von bis zu 60 Tonnen bei 52-Fuß-Länge einzusteigen. Jetzt ergänzt ein kurzer, gewichtsoptimierter Containertragwagen die bestehende Wagenflotte der Kombiverkehr. Die letzten 20 von insgesamt 100 beschafften Wagen wurden im Januar in die Flotte integriert.

Ein erster Test der Verladung und des durchgängigen Schienentransports der besonders langen und schweren Tankbehälter zwischen zwei Terminals des Kombinierten Verkehrs sei für das zweite Halbjahr geplant.

Insgesamt sind laut dem Frankfurter Logistikunternehmen Investitionen in die Schieneninfrastruktur ein notwendiges Mittel, den Schienengüterverkehr auf lange Sicht für die heutigen und zukünftigen Anforderungen wieder leistungsfähiger zu machen. Mittelfristig fordere man eine direkte Förderung der Unternehmen, die mit ihrem Engagement im intermodalen Verkehr die Voraussetzung schaffen, die Klimaziele der Bundesregierung schneller zu erzielen. Geschäftsführer Armin Riedl:

„Trotz der Notwendigkeit, im Verkehrssektor die Schadstoffemissionen zu reduzieren, wurde der tägliche Einsatz der Kommanditisten unseres Unternehmens für den Umweltschutz seitens der Politik noch nicht honoriert. Wir fordern daher als weitere wichtige Maßnahmen die Mautbefreiung im Vor- und Nachlauf zu den Terminals sowie, analog zu der Förderpraxis in vielen europäischen Ländern, eine sendungsbezogene finanzielle Unterstützung für die Nutzung des Kombinierten Verkehrs.“

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