Kombinierter Verkehr: Studie zur KV-Fähigkeit von Sattelaufliegern

Die Studie zur KV-Fähigkeit von Standard-Sattelaufliegern in Deutschland zeigt, dass Maßnahmen zur Förderung der KV-Fähigkeit mit einem Gesamtpaket zur Verbesserung der Rahmenbedingungen des Schienengüterverkehrs verbunden werden müssen.

Symbolbild: ÖBB/Philipp Horak
Symbolbild: ÖBB/Philipp Horak
Nadine Bradl

Die Stärkung des Kombinierten Verkehrs (KV) ist ein wichtiges Instrument, um den Anteil der Schiene am Modal Split zu erhöhen und so signifikant zu den Klimazielen im Verkehrssektor beizutragen.

Um weitere Potentiale für den KV zu heben, ist das Marktsegment kontinentaler Ladeeinheiten, insbesondere Sattelauflieger, ein zentrales Thema. Die „Studie zur Abschätzung der umwelt- und verkehrspolitischen Folgen einer europaweiten verpflichtenden KV-Fähigkeit von Standard-Sattelaufliegern in Deutschland“, durchgeführt im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr von dem Projektkonsortium Studiengesellschaft für den Kombinierten Verkehr e.V. und LKZ Prien GmbH, unter Beteiligung des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML, hat in diesem Rahmen eine umfangreiche Betrachtung der Verknüpfung ordnungspolitischer Fragestellungen zur KV-Fähigkeit von Sattelaufliegern und der grundlegenden technischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge durchgeführt.

Maßnahmen bündeln

Die Studie zeigt, dass die Berücksichtigung operativer und kommerzieller Anforderungen der im KV-Markt tätigen Akteure für die reale Umsetzung von klimaschützenden Maßnahmen elementar ist und damit verbunden ein Beitrag zur Einsparung von Emissionen im Verkehrssektor geleistet werden kann. Isolierte Maßnahmen zur Stärkung der KV-Fähigkeit von Sattelaufliegern sind in ihrer Wirkweise begrenzt, Maßnahmenbündel zur Verbesserung der Rahmenbedingungen des Schienengüterverkehrs im Allgemeinen sowie des KV in Hinblick auf die Erweiterung des Angebotspotenzials sind zielgerichteter. Notwendig sind hierfür der Aufbau und die Nutzung datenbasierter Entscheidungsgrundlagen.

Mit dieser Studie konnten die Partner einige zuvor geschätzte Zahlen mit plausibilisierten Daten hinterlegen, so dass weitere Diskussionen und Studien auf der Grundlage dieser Daten zielgerichteter weitergeführt werden können.

Zentrale Ergebnisse sind die Erarbeitung und Aufbereitung von Grundlagenfakten für zum Teil langjährig geführte Diskussionen, wie beispielsweise

  • Aufarbeitung von Informationen zum Markt kranbarer Sattelauflieger in Deutschland und Europa durch die detaillierte Analyse von Produktionszahlen und Marktanteilen an den transportierten Ladeeinheiten im KV
  • Analyse des Anteils theoretisch KV-fähiger Sattelauflieger (bei der gesamten Produktion von Sattelaufliegern in Europa ist die Teilmenge von 49 Prozent theoretisch KV-fähig, davon sind derzeit bereits 11 Prozent kranbar)
  • Detaillierte Darstellung der notwendigen technischen Modifizierung zur Erfüllung der KV-Fähigkeit und Kranbarkeit und den resultierenden Rahmenbedingungen (Gewicht, Einsatzmöglichkeiten)
  • Berücksichtigung der BVWP-Prognosedaten für 2030 und die Abschätzung einer möglichen Verlagerungswirkung auf die KV-affinen Güteranteile
  • Berechnung der ökologischen Auswirkungen von Gewichtseffekten, der Prognose der Verlagerungswirkung und der Überprüfung von ergänzenden Verlagerungsparametern
  • Überprüfung und Aufbereitung betrieblicher und operativer Hemmnisse, die eine Verlagerung von Sattelaufliegern auf den KV beeinflussen (Wechselkosten und indirekte Hürden zur Nutzung des KV)

Gebündeltes Fachwissen

Das Konsortium zeichnet sich durch jahrzehntelange Erfahrungen im Bereich der Verkehrslogistik-Forschung – insbesondere zum Kombinierten Verkehr – aus und vereint dabei technisches Fachwissen, Zugriff auf diverse Prognosemodelle, Modellierung von Verkehrsmodellen sowie langjährige Erfahrung im Projektmanagement. Ein entscheidender Faktor ist zudem das starke Netzwerk an relevanten Akteuren aus der Logistik, über welches jeder einzelne Partner verfügt.

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