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Klimaziele: Deutschland verfehlt seine Ziele – vor allem im Verkehr

Bei den Emissionen im Mobilitätssektor sowie der gesamten Energiewende hinkt Deutschland hinterher und bleibt hinter den Zielen des Pariser Abkommens – das gilt für Konzept und Umsetzung.
Der einstige Klimastreber Deutschland fährt inzwischen den Anderen bei der Verkheswende hinterher. (Foto: Pixabay)
Der einstige Klimastreber Deutschland fährt inzwischen den Anderen bei der Verkheswende hinterher. (Foto: Pixabay)
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Johannes Reichel

Insgesamt kommen die G20-Staaten kommen beim Klimaschutz nur langsam voran, Deutschland hat speziell bei der Mobilität und in Sachen Energiewende deutliche Defizite. Das ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern und Umweltschützern, die seit 2015 den sogenannten „Brown-to-Green“-Report veröffentlichen. Dabei vergleichen die Forscher die Daten der G20 Nationen, die für 80 Prozent der weltweiten Treibhausgase verantwortlich sind anhand von 80 Indikatoren, etwa Dekarbonisierung, Klimapolitik, aber auch der klimarelevanten Auswirkungen der Finanzpolitik.

Die Bilanz der Wissenschaftler ist ernüchternd. Deutschland befindet sich sogar unter jenen 15 Staaten, deren Treibhausgasemissionen im Jahr 2017 wieder gestiegen sind. Die Forscher führen das vor allem auf die Energiegewinnung und den Verkehrssektor zurück. Noch immer stammten 82 Prozent der Energie aus fossilen Quellen, Kohle, Öl und Gas. Die weltweit angestrebte Dekarbonisierung bis 2050 werde nach dieser Tendenz weit verfehlt. Die Studie führt zudem auf, dass sich die Subventionen für fossile Energieträger von 2007 bis 2015 sogar verdoppelt hätten.

Klimaschutzplan 2050 ungenügend, Umsetzung mangelhaft

Die Wissenschaftler halten zum einen die freiwillig erklärten Klimaziele für nicht ausreichend im Hinblick auf die Einhaltung des für halbwegs stabile Klimaverhältnisse notwendigen 1,5-Grad-Ziels. Außerdem monieren die Autoren, dass viele Zusagen nicht eingehalten würden. Das gilt auch für Deutschland, wo der Klimaschutzplan 2050 nicht mit den Pariser Klimaziele korreliere, wie die Umweltschutzorganisation Germanwatch laut einem Bericht von Spiegel Online moniert. Und der Plan werde zudem nicht eingehalten. Der Verkehrssektor stoße sieben Prozent mehr CO2 aus als vor fünf Jahren, gesamt liegen die CO2-Emssionen Deutschlands derzeit sogar über dem Niveau von 2009.

Dazu trägt etwa der halbherzig vollzogene Kohleausstieg bei, obwohl die Performance bei den Erneuerbaren mit derzeit 34 Prozent Anteil anständig sei (G20-Durchschnitt 24 Prozent). Das basiere aber auf den frühen Jahren des Zubaus von Erneuerbaren Energien. "Der Ausbau der Windenergie bricht ein - ohne Aussicht auf Besserung", erklärte Niklas Höhne vom NewClimate-Institut. Lob erhält die Intention, künftig Gebäude klimaneutral zu bauen. Im Gegensatz zu Großbritannien und Frankreich habe Deutschland aber noch keine Ziele für den Ausstieg aus der Kohleverstromung sowie Verbrennungsmotoren angegeben.

Unser Fazit:

So wird das nichts mit der Einhaltung der Klimaziele. Die Bilanz der Forscher ist erschütternd, überraschend ist sie nicht. Der einstige Vorreiter der Energiewende mit der früheren „Klima-Kanzlerin“ an der Spitze bekleckert sich weiterhin nicht mit Ruhm und kommt aus dem „Klein-Klein"-Modus in der Großen Koalition, gebremst von zahlreichen Lobby-Gruppen die ihre Pfründe sichern wollen nicht heraus. Das ewig währende Gezerre um den Diesel und die Beseitigung der von Politik und Industrie fahrlässig fabrizierten Altlasten bringt uns klimatechnisch auch keinen Millimeter weiter. Das hält nur auf und bindet Energien, die man anderswo zielführender einsetzen könnte, nein, müsste. Derweil steigt der CO2-Ausstoß im Verkehr weiter an, während die Folgen des Klimawandels – Niedrigwasser am Rhein, Hochwasser in Italien, Feuersbrunst in Kalifornien – immer dramatischer zu Tage treten. Deutschland braucht jetzt nicht weniger als einen großen Wurf, der die Verkehrswende mit der Energiewende eng verzahnt: Ohne Öko-Strom keine Zero-Emission-Autos. Das wäre doch mal ein Dreijahres-Plan für eine Kanzlerin, die nichts mehr werden muss – sondern nur noch ein Vermächtnis zu hinterlassen hat. Den Titel „Klima-Kanzlerin“ muss sie sich erst wieder verdienen. Die Uhr tickt, die Zeit läuft, nicht nur für die Kanzlerin, sondern vor allem für das Klima.

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