Klimaneutrale Luftfracht: Lufthansa Cargo und Kühne+Nagel fliegen mit Wasser, Strom und CO2

Die beiden Unternehmen setzen beim Fliegen auf die Power-to-Liquid-Technologie und schicken einen gebrandeten Frachflieger als Botschafter für die gemeinsame Mission auf Tour.

Der gebrandete Boeing-777-Frachter D-ALFK ist als Botschafter für die gemeinsame Mission weltweit unterwegs. (Foto: Lufthansa Cargo)
Der gebrandete Boeing-777-Frachter D-ALFK ist als Botschafter für die gemeinsame Mission weltweit unterwegs. (Foto: Lufthansa Cargo)
Christine Harttmann

Am vergangenen Donnerstag um 09:07 Uhr MEZ hob der Lufthansa Cargo Frachter mit der Kennung D-ALFK unter der Flugnummer LH8406 in Richtung Seoul, Südkorea (ICN) erstmals mit einer neuen flugfähigen Beklebung ab. Mit der Aufschrift „Flying into the Future CO2-neutral“ sowie dem Zusatz „Power-to-Liquid Sustainable Aviation Fuel“ wollen Logistikdienstleister Kühne+Nagel und die europäische Frachtairline Lufthansa Cargo auf ihre gemeinsame Mission aufmerksam machen. Gemeinsam setzen sich die beiden Unternehmen für die Förderung der Power-to-Liquid Technologie ein. Sie soll die Dekarbonisierung der Luftfracht voranzutreiben. Im Jahr 2021 hatte Kühne+Nagel und Lufthansa Cargo eine exklusive Partnerschaft dazu vereinbart.

Nun verleihe man dem gemeinsamen Engagement auch sichtbaren Ausdruck, freut sich Dorothea von Boxberg, Vorstandsvorsitzende bei Lufthansa Cargo. Der weltweite Einsatz des Frachters soll bei der Bekanntmachung helfen.

„Eine erfolgreiche und nachhaltige Transformation der Luftfracht kann nur gelingen, wenn wir uns mit starken Partnern zusammenschließen – darum sind wir sehr stolz, Kühne+Nagel bei dieser zukunftsweisenden Technologie an unserer Seite zu wissen“, betont von Boxberg.

Yngve Ruud, Mitglied der Geschäftsleitung von Kühne+Nagel und verantwortlich für den Bereich Airfreight, fügt hinzu:

„Mit dem neuen Boeing 777-Frachter D-ALFK mit der Beklebung von Kühne+Nagel setzen wir ein starkes Zeichen für das Engagement unseres Unternehmens für nachhaltige Luftfracht. Wir verzeichnen bereits ein großes Interesse unserer Kunden, die die CO2-Emissionen ihrer Sendungen weltweit vermeiden wollen, und das synthetische SAF-Projekt mit Lufthansa Cargo ist für unsere gemeinsame Mission der CO2-neutralen Luftfahrt von größter Bedeutung.“

Die Logistikdienstleister haben sich gemeinsam darauf verpflichtet, in Deutschland den weltweit ersten Produktionsstandort für synthetisches Rohöl in Werlte im Emsland durch den Kauf von umgerechnet 20 Tonnen, also 25.000 Liter, jährlich zu unterstützen. Der darauf basierende synthetische Kraftstoff soll nach den Vorstellungen der beiden Unternehmen als Kraftstoff der Zukunft den CO2-Fußabdruck von Flugzeugtriebwerken in der Zukunft weiter reduzieren. Betrieben wird der Produktionsstandort in Werlte durch die NGO Atmosfair aus Bonn. Die ersten Mengen Rohöl sollen noch in diesem Jahr produziert und als synthetischer Kraftstoff im Luftverkehr zum Einsatz kommen.

CO2-neutrale Kraftstoffe oder Sustainable Aviation Fuels (SAF) sind eine wesentliche Säule auf dem Weg zum CO2-neutralen Fliegen. Diese Kraftstoffe können auf verschiedene Arten produziert werden. Bisher nutzen Lufthansa Cargo und Kühne+Nagel Sustainable Aviation Fuels biogenen Ursprungs, also synthetisches Kerosin, das beispielsweise auf gebrauchten Speiseölen basiert.

Bei synthetischem Kerosin, das auch als Power-to-Liquid-Kraftstoff bekannt ist, entsteht das synthetische Rohöl hingegen aus regenerativ erzeugtem Strom, Wasser und CO2. Aufgrund dieses Verfahrens, gilt PTL basierter Flugkraftstoff als CO2-neutral. Die strombasierten Kraftstoffe befinden sich aktuell noch in der Entwicklung hin zu einer industriellen Herstellung, gelten aber schon heute als langfristige Alternative zu herkömmlichem Kerosin oder biogenem SAF, da sie theoretisch ohne Verfügbarkeitsgrenzen produziert werden sollen.

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