Jahresbilanz: Traton Group bleibt 2020 in der Gewinnzone

Nach einem schwachen ersten Halbjahr verbessert sich die Auftragslage des Nutzfahrzeugkonzerns ab Juli wieder deutlich.

Die Absatzentwicklung der Traton Group 2020. (Quelle Traton Group)
Die Absatzentwicklung der Traton Group 2020. (Quelle Traton Group)
Christine Harttmann

Im Gesamtjahr 2020 sinkt bei den Traton-Marken der Absatz um 21 Prozent auf 190.200 Fahrzeuge. Einen signifikanten Anstieg um 50 Prozent bilanziert der Nutzfahrzeugkonzern bei alternativ angetriebenen Fahrzeuge. Damit geht im Pandemiejahr 2020 der Gesamtumsatz um 16 Prozent auf 22,6 Milliarden Euro zurück. Das operative Ergebnis bleibt mit 135 Millionen Euro positiv. Der Konzern merkt bei der Bekanntgabe seiner vorläufigen Jahresbilanz an, dass der Auftragseingang zwar insgesamt um fünf Prozent gesunken ist, im zweiten Halbjahr jedoch um 21 Prozent über dem Vorjahreszeitraum lag. Traton CEO Matthias Gründler bilanziert daher positiv:

„Die Pandemie hat die gesamte Wirtschaft hart getroffen. Wir mussten unsere Werke für mehrere Wochen schließen und entsprechende Rückgänge beim Absatz hinnehmen. Doch mit vereinten Kräften haben wir auch im Corona-Jahr einen bereinigten Operativen Gewinn erzielt.“

Auch wenn das Operatives Ergebnis von 135 Millionen Euro im Vergleich zu den 1.871 Millionen Euro des Vorjahres gering ausfällt – die Geschäftserholung in der zweiten Jahreshälfte stimmt Gründler optimistisch für 2021.

In allen sechs Monaten des 2. Halbjahrs sei, das teilt der Nutzfahrzeugkonzern mit, der Auftragseingang in der Gruppe über dem jeweiligen Vergleichsmonat gelegen. Insgesamt überstieg damit der Auftragseingang des 2. Halbjahr den Vorjahreszeitraum um 21 Prozent. Im Gesamtjahr lag der Auftragseingang mit 216.300 Bestellungen um fünf Prozent unter dem Vorjahr. Auch den Absatzrückgang habe man im 2. Halbjahr 2020 deutlich gebremst. Von Juli bis Dezember 2020 betrug der Absatzrückgang fünf Prozent, für das Gesamtjahr belief sich das Minus mit 190.200 verkauften Fahrzeugen der Marken MAN, Scania und Volkswagen Caminhões e Ônibus (VWCO) auf 21 Prozent. Der vorläufige Umsatz der Traton Group erreichte 22,6 Milliarden Euro, ein Minus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Lkw-Markt und Bus-Markt litten beide unter den Folgen der Pandemie. Die Lkw-Registrierungen im für Traton wichtigen europäischen Markt lagen ebenso wie im brasilianischen Markt deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Im 2. Halbjahr zeigte sich allerdings für fast alle bedeutsamen Lkw- und Bus-Märkte eine spürbare Erholung gegenüber dem 1. Halbjahr. Der Lkw-Absatz des Konzerns ging im Gesamtjahr um 24 Prozent auf rund 156.400 Fahrzeuge zurück. Zudem wurden 17.600 Einheiten des Transporters MAN TGE verkauft, dessen Absatz sich um 19 Prozent verbesserte. Der Bus-Absatz der Gruppe erreichte rund 16.200 Fahrzeuge, ein Minus von 25 Prozent.

Der Lkw-Absatz von Scania lag bei 66.900 Fahrzeugen und damit 27 Prozent unter Vorjahr. Der Absatz von Bussen sank bei Scania im vergangenen Jahr um 33 Prozent auf rund 5.200 Fahrzeuge. Insgesamt ging Scanias Absatz um 28 Prozent auf 72.100 Fahrzeuge zurück. Bei MAN ging der Lkw-Absatz (inklusive MAN TGE) um 22 Prozent auf 76.300 Fahrzeuge zurück, der Bus-Absatz um 28 Prozent auf 5.300 Busse. Insgesamt belief sich der Absatzrückgang von MAN im Jahr 2020 mit 81.700 verkauften Fahrzeugen auf 22 Prozent. Bei VWCO sank der Gesamtabsatz um 12 Prozent auf 37.000 Fahrzeuge. Im Lkw-Geschäft lag das Minus mit 31.200 Fahrzeugen bei 11 Prozent, im Bus-Geschäft betrug der Rückgang 13 Prozent auf 5.700 Fahrzeuge.

Einen Zuwachs verbuchte der Hersteller im Jahr 2020 bei alternativ angetriebenen Nutzfahrzeugen. Um rund 50 Prozent legte Traton in diesem Bereich zu. Insgesamt wurden 10.100 Fahrzeuge mit Elektro-, Hybrid- oder Gasantrieb abgesetzt. Knapp 6.000 Fahrzeuge wurden im Jahr 2020 mit Gasantrieb, rund 3.600 Fahrzeuge mit Hybridantrieb verkauft. Beim Elektroantrieb kam dem Transporter MAN eTGE eine wichtige Rolle zu. Insgesamt wurden 500 Fahrzeuge mit Elektronantrieb abgesetzt.

Aktuell läuft die Produktion der Traton-Marken trotz der Auswirkungen der seit dem Spätherbst in Europa wieder deutlich gestiegenen COVID-19-Infektionszahlen stabil. Die Hygienekonzepte wirken dem Unternehmen zufolge gut. Um die Produktion weiterhin sicherzustellen, seien die Marken im engen Austausch mit ihren Zulieferern. Der Nutzfahrzeughersteller setzt auf ein aktives Monitoring der Lieferketten, um mögliche Lücken schnell schließen zu können.

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