Jahresabschluss 2020: Kühne+Nagel zieht eine positive Bilanz

Schwache Monaten im ersten Halbjahr und ein starkes zweites Semester haben die Entwicklung der Kühne+Nagel-Gruppe im Corona-Jahr 2020 gekennzeichnet. Am Ende blieb der Umsatz nur leicht hinter dem von 2019 zurück.

Erfolgsmodel Pharmalogistik: Für Moderna ist Kühne+Nagel in der Impfstofflogistik tätig. (Foto: Kühne+Nagel)
Erfolgsmodel Pharmalogistik: Für Moderna ist Kühne+Nagel in der Impfstofflogistik tätig. (Foto: Kühne+Nagel)
Christine Harttmann

Von einem „bemerkenswert guten Ergebnis“ spricht Kühne+Nagel in seinem Jahresabschluss. Operativ habe der Gewinn sogar knapp über dem Vorjahr gelegen. Der Nettoumsatz beziffert sich mit 20,4 Milliarden Schweizer Franken auf einen Wert leicht unter dem Vorjahreswert von 21,1 Milliarden Schweizer Franken. Der Ebit stieg sogar um einen Prozentpunkt auf 1,1 Milliarden Schweizer Franken. Dr. Detlef Trefzger, CEO der Kühne + Nagel International AG, wertet das Ergebnis als Bestätigung der Unternehmensstrategie:

„Im vergangenen Jahr haben wir unter Beweis gestellt, was den Erfolg von Kühne+Nagel ausmacht: Innerhalb kürzester Zeit haben wir unser Geschäft dem volatilen Marktumfeld angepasst. Wir haben Neugeschäft gewonnen und konnten uns gleichzeitig als verlässlicher und verantwortungsvoller Partner unserer Kunden und Zulieferer positionieren.“

Die Ergebnisentwicklung der Seefracht verzeichnete in der zweiten Hälfte 2020 eine erfreuliche Trendwende gegenüber dem ersten Halbjahr. Besonders im vierten Quartal war dem Konzern zufolge die Verbesserung auf die wieder gestiegene Nachfrage von Kunden aus dem Mittelstand sowie auf die Zunahme von Importen aus Asien nach Europa und Nordamerika zurückzuführen. Das Containervolumen betrug 4,5 Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer). Beim Nettoumsatz kam der Geschäftsbereichs auf 7,1 Milliarden Schweizer Franken. Das Angebot, den CO2-Ausstoß ihrer Seefracht-Transporte zu neutralisieren hätten die Kunden gut angenommen, teilt das Unternehmen mit. Zudem sei die Onlineplattform Seaexplorer weiterentwickelt worden: Sie bietet jetzt Details zu den CO2-Emissionen jedes Dienstes und jeder Hafenverbindung.

Die Luftfracht habe sich in der Bewältigung der Covid-19-Krise als die bevorzugte Transportlösung erwiesen, heißt es im Jahresabschluss. Die große Nachfrage nach der Expertise des Konzerns in den Bereichen Pharma und systemrelevante Güter habe die Ergebnisse steigen lassen. Im Gesamtjahr 2020 verbesserte sich der Nettoumsatz um 11,6 Prozent auf 5,2 Milliarden Schweizer Franken. Der Ebit legte gar um 53,5 Prozent auf 505 Millionen Schweizer Franken zu. Insgesamt weißt der Konzern für 2020 ein Luftfrachtvolumen von 1,4 Millionen Tonnen aus, gegenüber dem Vorjahr ist das Rückgang um 12,8 Prozent.

Bei den Landverkehren war das vierte Quartal 2020 von einer deutlichen Steigerung der Sendungszahlen gegenüber dem Vorquartal geprägt. Insbesondere die Nachfrage nach nationalen Transportkapazitäten in Europa lag auf Vorkrisenniveau. In Nordamerika blieb die Nachfrage für sämtliche Produktsegmente, mit der Ausnahme von Pharma & Healthcare sowie E-Commerce, deutlich hinter dem Vorjahr. Beim Nettoumsatz kam der Geschäftsbereichs auf 3,2 Milliarden Schweizer Franken, gut zehn Prozent unter Vorjahreswert. Der Ebit beziffert sich auf 62 Millionen Schweizer Franken und blieb damit mehr als 320 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis.

Die Kontraktlogistik erzielte Marktanteilsgewinne in den Bereichen Pharma & Healthcare sowie im E-Commerce-Fulfilment und Produktivitätssteigerungen. Der Nettoumsatz des Bereichs lag im Geschäftsjahr 2020 mit 4,9 Milliarden Schweizer Franken knapp zehn Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Ebit hat sich mit 80 Millionen Schweizer Franken mehr als halbiert.

Der Logistikkonzern profitierte im Pandemiejahr von der Fokussierung seiner Logistikangebote auf die pharmazeutische Industrie – eine Stärke die das Unternehmen unter anderem bei der Verteilung des Covid-19-Impfstoffes ausspielen kann und konnte. An weltweit über 240 zertifizierte Pharmastandorte arbeiten mehr als 3.000 Logistikspezialisten. Der Konzern ist als Partner für Moderna in Europa, Asien, den Nahen Osten, Afrika und Teilen Amerikas tätig. Auch an der Verteilung der Covid-19-Impfstoffe auf der letzten Meile ist das Unternehmen beteiligt – unter anderem in Nordrhein-Westfalen und im Schweizer Kanton Zürich.

Am Ende des Jahres zieht Dr. Jörg Wolle, Präsident des Verwaltungsrats der Kühne + Nagel International AG, eine positive Bilanz:

„Mit dem erfolgreichen Abschluss der Restrukturierung der Kontraktlogistik sind wir für eine weiterhin positive Entwicklung bestens gerüstet. Im Hinblick auf die weltweit am schnellsten wachsende Wirtschaftsregion Asien ist die Ankündigung der Übernahme von Apex Logistics im Februar 2021 ein bedeutender Meilenstein. Der Verwaltungsrat blickt zuversichtlich auf das Geschäftsjahr 2021.“

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