ITS World Congress: Brennstoffzellen-Lkw vorgestellt

Die Kooperationspartner Shell Deutschland, der MaierKorduletsch Gruppe und Paul Nutzfahrzeuge haben einen eigenen Brennstoffzellen-Lkw präsentiert. Basisfahrzeug ist ein Mercedes-Benz Atego.

Der mittelschwere Brennstoffzellen-Lkw von Next Mobility Accelerator wurde auf dem ITS World Congress in Hamburg vorgestellt. | Bild: Next Mobility Accelerator Konsortium
Der mittelschwere Brennstoffzellen-Lkw von Next Mobility Accelerator wurde auf dem ITS World Congress in Hamburg vorgestellt. | Bild: Next Mobility Accelerator Konsortium
Redaktion (allg.)
(erschienen bei LOGISTRA von Tobias Schweikl)

Ein Dreierbündnis aus Shell Deutschland GmbH, der MaierKorduletsch Gruppe und Paul Nutzfahrzeuge hat auf dem ITS World Congress in Hamburg einen eigenen mittelschweren Brennstoffzellen-Lkw vorgestellt. Als „Next Mobility Accelerator“ wollen die drei Unternehmen damit einen Baustein zum Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft liefern.

„Der Straßengüterverkehr könnte sich bis 2050 verdreifachen. Gleichzeitig bleibt Deutschland bisher hinter den eigenen Zielen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen zurück. Hinzu kommt, dass in vielen Städten und Regionen die Stickoxid- und andere Schadstoffgrenzwerte überschritten werden. Es ist also wichtig, den CO2-Ausstoß zu reduzieren und die Luftqualität zu verbessern, zum Beispiel durch neue kohlendioxidarme oder -freie Antriebsarten und Kraftstoffe sowie verbesserte Kraftstoff-Effizienz“, sagt der Geschäftsführer von Shell Deutschland, Fabian Ziegler.

Paul Nutzfahrzeuge baut das Fahrzeug mit Komponenten von Mercedes-Benz Special Trucks, ZF und Toyota, und sichert Service, Wartung sowie die Teileversorgung. MaierKorduletsch errichtet die erste Wasserstoff-Tankstelle für die ersten Trucks. Shell plant die Belieferung mit grünem Wasserstoff und entwickelt eine integrierte Mobilitäts-Plattform inklusive eines Fahrzeugangebotes auf pay-per-km Basis.

Basis des neuen Null-Emissions-Fahrzeuges ist ein Chassis samt Fahrerkabine des Mercedes-Benz Atego, von Paul Nutzfahrzeuge ausgerüstet mit einem elektrischen Zentralantrieb von ZF und einer Brennstoffzelle von Toyota. Das 15-Tonnen-Fahrgestell mit einem Zuggesamtgewicht von 24 Tonnen soll eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern haben und könne innerhalb von zehn bis 15 Minuten vollgetankt werden. Der Wasserstofftank fasst 30 Kilogramm. Die ersten 25 Prototypen sollen bereits im kommenden Jahr von ausgewählten Kunden getestet werden. Die Serienproduktion ist für 2023 geplant.

Vorbehaltlich einer finalen Investmententscheidung plane Shell gemeinsam mit weiteren Partnern und mit Unterstützung öffentlicher Fördermaßnahmen, den Kunden bis zum Jahr 2025 bis zu 2.500 Brennstoffzellen-Lkw und bis zu 50 Wasserstoff-Tankstellen anzubieten, heißt es bei dem Unternehmen.

Für den Schwerlastverkehr hat Shell sich der Interessengemeinschaft „H2Accelerate“ (H2A) angeschlossen. Ziel dieser Partnerschaft zwischen Shell, Daimler Truck AG, IVECO, Linde, OMV, TotalEnergies und der Volvo Group ist es, die Einführung von schweren Lkw mit Brennstoffzellen-Antrieb in großem Maßstab zu unterstützen.

Im Rahmen dieser Initiative hatten Shell über die Shell New Energies NL B.V. und die Daimler Truck kürzlich angekündigt, dass Shell ab 2024 ein Wasserstoff-Tankstellennetzwerk für schwere Lkw zwischen den geplanten Produktionsstandorten für grünen Wasserstoff in Rotterdam, Köln und Hamburg in Betrieb nehmen soll. Passend dazu plant Daimler Truck, ab 2025 die ersten schweren Wasserstoff-Lkw an Kunden zu übergeben.

Der Plan der Partner sieht den kontinuierlichen Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur in diesem Korridor vor, damit ab dem Jahr 2030 150 Wasserstofftankstellen und rund 5.000 schwere Brennstoffzellen-Lkw der Marke Mercedes-Benz in Betrieb gehen können.

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