Irland: Mega-Konvoi für die grüne Insel

Arnold Schwerlast organisierte den außergewöhnlichen Transport – eine Produktionsanlage für OSB-Platten.

Übergroß und überschwer: Der Transport nach Irland musste sich durch einige Widrigkeiten kämpfen. (Foto: Markus Rädisch/Arnold Schwerlast)
Übergroß und überschwer: Der Transport nach Irland musste sich durch einige Widrigkeiten kämpfen. (Foto: Markus Rädisch/Arnold Schwerlast)
Christine Harttmann

Von Niedersachsen schickte Projektspediteur Arnold Schwerlast das schwere Gut mit einem Verband von 28 Fahrzeugen auf die Reise – darunter auch drei Spezial-Lkw. Der in Rimpar im Landkreis Würzburg ansässige Projektspediteur tastete mit seinem Konvoy durch verschlafene irische Dörfer dem Ziel entgegen: die Produktionsanlage eines OSB-Werks von Smartply. Das Unternehmen ist auf gewerbliche Forst- und Landlösungen spezialisiert und fertigt die OSB-Platten aus den Überresten der Holzernte. Der riesige Trommeltrockner, der in drei Einzelteilen auf den Ladeflächen der Spezial-Lkw festgezurrt war, ist „Made in Germany“. Der im mainfränkischen Rimpar ansässige Projektspediteur Arnold Schwerlast holte die Anlage im niedersächsischen Landkreis Vechta ab und brachte sie zu dem etwa 1.200 Kilometer entfernten Ziel.

Im Vorfeld des Schwertransport waren akribische Vorbereitungen notwendig. Fast sechs Monate habe das gedauert, berichtet Arnold. Am Ende sei es dann gelungen, die großformatigen „Packstücke“ mit Abmessungen von etwa 13 Metern Länge, über sieben Metern Durchmesser und einem Stückgewicht von bis zu 92 Tonnen an den Bestimmungsort zu bringen. Besondere Herausforderungen in Bezug auf die Planungen brachten lastenbeschränkte oder zu niedrige Brücken, ein im Bau befindlicher Kreisverkehr sowie eine mehrmonatige Sperrung einer Bundesstraße mit sich.

Es bedurfte also etlicher Streckenprüfungen vor Ort und Abstimmungen mit den lokalen Behörden, bevor sich der Tross aus Spezial- und Begleitfahrzeugen am 6. Juni 2021 auf die Reise zu Land und über Wasser machen konnte. Bereits auf dem ersten Teilstück machten die Trommeltrockner zwangsläufig erste Bekanntschaft mit dem im späteren Betrieb behandelten Rohstoff, dem Holz. Aufgrund der gewaltigen Abmessungen war das Lichtraumprofil auf der genehmigten Fahrtroute ein Thema. Sämtliche natur- und artenschutzrechtlicher Belange mussten beachtet, entsprechende Behörden eingebunden werden. Sachverständige aus den Bereichen Ornithologie und Baumpflege begleiteten den Transport.

Allen Widrigkeiten zum Trotz erreichte der Konvoi nur mit minimaler Verspätung das erste Etappenziel. Die Verzögerung entstand, so berichtet es Arnold, unter anderem wegen einer außerplanmäßigen Straßensperre aufgrund eines von der Deutschen Bahn kurzfristig abgerissenen Bahnübergangs direkt auf der Fahrtroute. Etwa sieben Stunden lang stand der Konvoi, bis der Bahnübergang provisorisch wiederhergerichtet und der Untergrund der Fahrbahn ausreichend verdichtet war, sodass die Lkw mit einem Gesamtgewicht von bis zu 173 Tonnen die Überquerung fortsetzen konnten.

Der Trommeltrockner aus Deutschland ist nur eine von etlichen Komponenten des Smartply-Großprojekts, dessen Gesamtinvestition sich auf 44,4 Millionen Euro beziffert. Etliche weitere Komponenten wurden und werden von etwa 250 Lkw-Transporten aus ganz Europa zur Großbaustelle gebracht. Die möglichst punktgenaue Anlieferung der Bauteile ist somit für das Gesamtprojekt von großer Wichtigkeit. Mit deren Organisation und Koordination ist das Arnold-Team unter der Führung von Projektleiters Markus Rädisch verantwortlich.

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