Intermodale Verkehre: Große Player schielen auf Europäische Häfen und Güterbahnen

Globale Transportketten rücken stärker in den Fokus. Damit werden Häfen, Terminals und Eisenbahnen für international agierende Unternehmen besonders attraktiv.

Globale Logistikketten machen Häfen gerade in der Krise attraktiv. (Foto: Pixabay)
Globale Logistikketten machen Häfen gerade in der Krise attraktiv. (Foto: Pixabay)
Christine Harttmann

Häfen, Terminals, und Eisenbahnen sind gerade auch in Krisenzeiten höchst attraktiv für global operierende Player der Logistik. Dies zeigt die MC Studie „European Intermodal Rail Freight Market - Networks, Players, Outlook“, die die Beratungsgesellschaft SCI Verkehr gerade vorgestellt hat. Sie fasst die aktuellen Erkenntnisse zu den Entwicklungen im Intermodalmarkt zusammen.

 

Globale Transportketten im Fokus

Demnach befinden sich Europäische Häfen, Hinterlandterminals und Betreiber von Hinterlandverkehren derzeit in einer Umbruchsituation, die einen Perspektivenwechsel erfordert. Bislang wurden lediglich einzelne Marktanteile sowie regionale und nationale Referenzen berücksichtigt. Zukünftig müssen Verantwortliche jedoch die Gestaltung und Überwachung globaler Transportketten in Betracht ziehen. Das zeigte sich zuletzt an der Bewertung des Engagements von MSC bei der Hamburger Hafen und Logistik AG - und damit auch ihrer Eisenbahn Metrans.

Die SCI Verkehr analysiert in ihrer Studie die umfassende Präsenz der weltweit operierenden Big Four intermodaler Dienstleister - MSC, Maersk, CMA CGM und Cosco - auf dem gesamten europäischen Intermodal-Markt. Diese Unternehmen gestalten sukzessive die Verkehrs- und Logistik-Ketten im Sinne ihrer Interessen aus.

Weil der Einfluss wächst

Aufgrund ihrer Finanzkraft seien diese globalen Unternehmen, so die Einschätzung der Analysten, in der Lage, Partnerschaften einzugehen, Anteile zu erwerben oder ganze Logistikunternehmen zu übernehmen. Mit jedem Zugang zu Häfen, Hinterlandterminals, Bahn- und zunehmend auch Straßenbetreibern wachse ihr Einfluss. Ihre Servicenetzwerke biete Flexibilität innerhalb der eigenen Systeme: Sie können Mengen, Routen und Transportkombinationen in ganz Europa unabhängig von Wettbewerbern oder Lieferanten bestimmen.

Der wachsende Einfluss dieser sogenannten Big Four berge, so die Studie, das Potenzial, die Wettbewerbsbedingungen in der Bahn- und Logistikbranche neu zu gestalten. Mit der Kontrolle über die Logistik- und Verkehrsinfrastruktur können diese Unternehmen ihre eigene strategische Agenda durchsetzen und sich zunehmend der politischen Rahmensetzung entziehen. Nicht nationale oder europapolitische Ziele wie Klimaschutz, Mobilität oder die Anbindung peripherer Regionen stehen im Fokus der vernetzten Großunternehmen, sondern die Kontrolle der europäischen Im- und Exportströme, die den jeweiligen Unternehmen Margen sichern.

Augenmerk auf gemeinsame Spielregeln

Auch die europäischen Wettbewerbshüter (EC) richten ihr Augenmerk zunehmend auf die Einhaltung gemeinsamer Spielregeln im Schienengüterverkehr, insbesondere mit Blick auf die (ehemaligen) Staatsbahnen. Die von der EK angestoßenen Prozesse eröffnen zwar Räume für Wettbewerber - aber es sind Räume, die vor allem für die ganz großen Wettbewerber interessant sind. Denn der Investitionsbedarf ist immens: Bei geringen Wachstumsraten und ungleichen Wettbewerbsbedingungen muss mit veraltetem Material auf knappen Strecken gefahren werden.

Unter diesen Bedingungen müssen die Akteure das Gesamtsystem des europäischen Intermodalmarktes im Blick haben: Die entscheidenden Schlüsselfaktoren - wie der Zugang zu Häfen, Terminals, Schienenverkehr und die Verfügbarkeit von Korridoren - stehen im Mittelpunkt der vorliegenden Studie von SCI Verkehr.

Ziel der MC-Studie „European Intermodal Rail Freight Market - Networks, Players, Outlook“ war es, eine fundierte Aussage über die Perspektiven der Unternehmen im intermodalen Markt zu ermöglichen. Hintergrundinformationen zu Häfen, Terminals, Schienenkorridoren, Kernländern und der Flotte intermodaler Waggons werden aufgeschlüsselt.

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