Insolvenz: Teile der Spedition Schulze verkauft

Der Insolvenzverwalter Sebastian Laboga, Kanzlei Kübler, hat wesentliche Teile der Spedition und Logistik Gruppe Friedrich Schulze an einen Investor verkauft. Am 1. Mai hat die im westfälischen Versmold ansässige Nagel-Gruppe die Sparte Lebensmitteltanktransporte sowie große Teile der Logistikzentren in Halle und Emleben übernommen.
Redaktion (allg.)
„Mit dem Verkauf an Nagel ist es gelungen, wesentliche Teile der Schulze-Gruppe zu erhalten“, sagte Insolvenzverwalter Laboga. „Angesichts der enorm angespannten Situation in der Logistikbranche ist dies ein sehr erfreuliches Ergebnis.“ Auch Insolvenzverwalter Bruno M. Kübler, der gemeinsam mit Laboga das Unternehmen fortgeführt hatte, zog eine positive Bilanz: „Durch den Verkauf an Nagel haben nun signifikante Geschäftsbereiche der Schulze-Gruppe eine langfristige Perspektive“, betonte er. Mit der Tanktransport-Sparte und den Standorten Halle (Westfalen) und Emleben übernimmt die Nagel-Gruppe auch den bislang wichtigsten Kunden der Spedition Schulze. „Für Kunden und Mitarbeiter wird es einen nahtlosen Übergang geben“, sagte Nagel-Geschäftsführer Bernhard Heinrich. Die Nagel-Gruppe ist in Deutschland unter anderem mit ihrer Beteiligungsgesellschaft Kraftverkehr Nagel GmbH & Co KG vertreten und will mit dem Kauf von Schulze seine Marktposition in der europäischen Lebensmittellogistik weiter ausbauen. Zuvor waren im Laufe des Insolvenzverfahrens für einige Standorte bereits Verkaufslösungen gefunden worden, darunter die Logistikzentren Guteborn, Rostock und Wuppertal. Die Schulze-Gruppe hatte im August 2008 Insolvenz anmelden müssen und wird seitdem in der Insolvenz fortgeführt. Für einzelne Sparten und Standorte der Schulze-Gruppe hatte sich die Situation im vergangenen Jahr durch die Folgen der Wirtschaftskrise allerdings deutlich verschlechtert. „Das Transportgewerbe ist schon allein wegen des enormen Wettbewerbsdrucks und der schwierigen gesetzlichen Rahmenbedingungen ein beinhartes Geschäft“, so Laboga. „Und im Augenblick erleben wir, dass selbst Marktteilnehmern langsam die Puste ausgeht, die noch nicht in der Insolvenz sind. In einem derart hart umkämpften Markt hat es ein insolventes Unternehmen doppelt schwer.“ So war für die Sparte Spedition/Kraftverkehr die zwischenzeitlich bereits umgesetzte Stilllegung unvermeidbar, auch für die Standorte Ludwigsfelde und Dessau gibt es kaum noch eine langfristige Fortführungsprognose. (swe)(sw)
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