ifo Konjunkturumfrage: Exporterwartungen steigen wieder

Die Ergebnisse der ifo Konjunkturanalyse vom Juni 2020 lassen schließen, dass sich die deutsche Exportwirtschaft langsam wieder erholt. Die Erwartungen in der Branche stiegen so deutlich wie noch nie innerhalb eines Monats.

Auch in der Automobilproduktion stehen die Bänder nichtmehr still. Auf das Geschäftsklime wirkt sich das positiv aus. (Foto: Daimler AG)
Auch in der Automobilproduktion stehen die Bänder nichtmehr still. Auf das Geschäftsklime wirkt sich das positiv aus. (Foto: Daimler AG)
Christine Harttmann

Die deutsche Industrie arbeite sich aus dem Keller, lautet die Einschätzung des ifo Instituts. Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren habe sich merklich erholt. Die gerade veröffentlichten ifo Exporterwartungen der Industrie kletterten von minus 26,7 Punkte im Mai auf minus 2,3 Punkte. Im April war der Wert kurzfristig sogar auf -50,7 Punkte abgerutscht, den niedrigsten bisher überhaupt registrierten Stand.

In der Automobilbranche habe sich auch im Juni der Aufwärtstrend aus dem Vormonat fortgesetzt, heißt es seitens des ifo Instituts. Die Hersteller erwarten ein deutliches Exportplus in den nächsten Monaten. Gleiches gilt für die Pharmabranche. In den anderen Sektoren werden noch keine Exportzuwächse erwartet, jedoch hat sich die Stimmung merklich aufgehellt. In der Chemischen Industrie gehen die Unternehmen von konstanten Exporten aus. In der Elektrotechnik und im Maschinenbau wird jedoch weiterhin mit sinkenden Auslandsumsätzen gerechnet. Diese fallenweniger stark aus als noch in den Vormonaten.

Zuvor hatte das Institut bereits gemeldet, dass das Geschäftsklima wieder deutlich ansteigt. Nach 79,7 Punkten im Mai erreichte der im Juni bereits wieder einen Stand von 86,2 Punkten. Auch dies ist laut den Angaben der stärkste jemals gemessene Anstieg dieses Wirtschaftsindexes. „Die aktuelle Lage wurde von den Unternehmen etwas besser beurteilt. Ihre Erwartungen machten zudem einen deutlichen Sprung nach oben. Die deutsche Wirtschaft sieht Licht am Ende des Tunnels“, heißt es in der Mitteilung der Wirtschaftsforscher.

Dass der Geschäftsklimaindex im verarbeitenden Gewerbe erneut merklich stiegen führen die Analysten auf deutlich verbesserte Erwartungen der Industrieunternehmen zurück. Die aktuelle Lage werde jedoch weiterhin von einer großen Mehrheit der Unternehmen als schlecht eingestuft.

Im Dienstleistungssektor hat sich die steile Aufwärtsbewegung beim Geschäftsklima im Juni fortgesetzt. Insbesondere nahm der Pessimismus mit Blick auf das kommende halbe Jahr deutlich ab. Auch die Einschätzungen zur aktuellen Lage verbesserten sich merklich. Im Handel ist der Geschäftsklimaindex erneut deutlich gestiegen. Die Indikatoren zu Lage und Erwartung erholten sich merklich im Vergleich zum Vormonat. Trotzdem erwarten viele Händler weiterhin eine schlechte Geschäftsentwicklung. Gegenwärtig ist die Stimmung im Einzelhandel weniger pessimistisch als im Großhandel. Auch im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima verbessert. Dies war erneut auf weniger pessimistische Erwartungen zurückzuführen. Die Baufirmen bewerteten ihre aktuelle Lage im Vergleich zum Vormonat etwas besser.

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