Hupac: Auf ein gutes Jahr 2019 folgt die Corona-Krise

Über eine Million Straßensendungen hat die Hupac Gruppe im Jahr 2019 von der Straße auf die Schiene verlagert und ihren Gruppen-Umsatz damit um 5,4 Prozent gesteigert. Die Corona-Krise bringt jetzt aber deutliche Einbrüche.

(Foto: Hupac)
(Foto: Hupac)
Christine Harttmann

Der im schweizerischen Chiasso angesiedelte Bahnoperateur Hupac steigerte im abgelaufenen Geschäftsjahr die Anzahl seiner Transporte um 10,5 Prozent auf 1,024 Millionen. Wie das Unternehmen mitteilt, resultierte das Wachstum war zum Teil aus der im Juni 2018 erfolgten Akquisition von ERS Railways. Zudem habe man, auch dank der Einführung neuer Produkte, im Kerngeschäft des transalpinen Verkehrs neue Marktanteile gewinnen können. Während die Mengenentwicklung im Landtransport durch die Alpen konjunkturbedingt um 4,6 Prozent zurückgegangen sei, habe Hupac sein Transportvolumen um 2,8 Prozent auf 551.042 Straßensendungen gesteigert.

Auch was den Umsatz betrifft, zeigt sich die Hupac Gruppe zufrieden mit ihrer Jahresbilanz. Das Gesamtvolumen von 611 Millionen Schweizer Franken bedeutet ein Plus von 5,4 Prozent. Nicht ganz so positiv entwickelte sich das Geschäftsergebnis. Der Ebita stieg um 4,6 Prozent auf 55,4 Millionen Schweizer Franken. Als Jahresergebnis bleiben mit 5,1 Millionen Schweizer Franken jedoch 35 Prozent weniger als im Vorjahr.

Das neue Geschäftsfeld Unit Company Shuttle erzielte im Jahr 2019 ein Transportvolumen von 94.600 Straßensendungen. Die Züge verkehren jeweils im Auftrag einzelner Transportunternehmen, die dann das Auslastungsrisiko übernehmen, die Organisation und den Betrieb der Verkehre jedoch an Hupac als Operateur übertragen.

Für Maritime Logistics-Sparte hat das Tochterunternehmen ERS Railways, zusätzlich zu seinen Verbindungen ab den deutschen Nordhäfen, Angebote zwischen Rotterdam und Süddeutschland aufgenommen. Das Transportvolumen im Seehafen-Hinterlandverkehr stieg damit gegenüber dem Jahr 2018 um elf Prozent auf von 323.600 TEU 820-Fuß-Standardcontainer) oder 179.200 Straßensendungen.

Im Sinne einer langfristigen Wachstumsstrategie investierte das Unternehmen im Jahr 2019 eine Summe von 75 Millionen Schweizer Franken. Von dieser Summe flossen 32 Millionen in die Anschaffung von Wagenmodulen, die damit um 5,9 Prozent auf 7.297 anwuchsen. Insgesamt 38 Millionen Schweizer Franken kamen den Umschlagterminals in Italien, den Niederlanden, Deutschland und Polen zugute.

Im vergangenen Jahr gab Hupac zudem den Startschuss für die Digitalisierung der Buchungsprozesse. Mit dem „Hupac Train Radar“ können Kunden außerdem ihre transportierte Einheit virtuell begleiten. Sie erhalten im Bedarfsfall proaktiv Informationen über Abweichungen zum Fahrplan und eine neue Abschätzung zur Ankunftszeit.

Aktuell stellt die Corona-Krise stellt das Unternehmen vor außergewöhnliche Herausforderungen. Hans-Jörg Bertschi, Präsident des Verwaltungsrats der Hupac, ist dennoch zuversichtlich:

„Die Firma ist finanziell gesund und hat sich zusätzliche finanzielle Liquidität im Hinblick auf ein längeres Krisen-Szenario gesichert. Wir erwarten, dass in der zweiten Hälfte 2020 schrittweise eine europaweite Erholung der Transportmengen einsetzen wird“.

Auf die schweren Ausbrüche in Norditalien – der wichtigste Ziel- und Quellmarkt der Hupac – reagierte das Unternehmen indem es die Terminalabwicklung kurzfristig an das erforderliche Social Distancing sowie die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen anpasste. Zudem habe man sich dafür eingesetzt, dass der Schienengütertransport und die Terminals als systemrelevant anerkannt wurden und auch bei Lockdowns nicht geschlossen werden sollten. Dies habe, so die Hupac, dazu beigetragen, dass das Angebot immer offen gestanden habe – auch in der Phase der nationalen Grenzschließungen.

Dennoch belastet der starke Verkehrsrückgang im Zusammenhang mit der Corona-Krise belastet das System des Kombinierten Verkehrs enorm. Im April registrierte Hupac einen starken Rückgang der Transportmengen mit einem Einbruch um teils 50 Prozent. Aktuell liege das Niveau noch immer um 25 Prozent unter den geplanten Verkehrsmengen.

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