HHLA: Umsatz und Ergebnis sinken deutlich

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) spürt Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich. Konzernumsatz sinkt um 9,4 Prozent, operatives Konzernergebnis (EBIT) um 51,5 Prozent.

Gesunkener Containerumschlag auch am Hafen Tallerort. (Foto: HHLA)
Gesunkener Containerumschlag auch am Hafen Tallerort. (Foto: HHLA)
Christine Harttmann

Logistikdienstleister HHLA meldet für das erste Halbjahr 2020 ein schwaches Betriebsergebnis. Sowohl Umsatz als auch Ergebnis waren stark rückläufig. Bedingt durch das schwache Handelsgeschehen sei insbesondere im zweiten Quartal der Containerumschlag stark und der Containertransport deutlich zurückgegangen, heißt es im Halbjahresfinanzbericht. Der Konzernumsatz sank damit um 9,4 Prozent auf 628,4 Millionen Euro, während sich das Betriebsergebnis mehr als halbierte und in Summe nur noch auf 55,5 Millionen Euro kam.

Die HHLA führt ihr im ersten Halbjahr stark gesunkenes Ergebnis auf die Folgen der Corona-Pandemie zurück. Weltweit seien die wirtschaftlichen Aktivitäten drastisch gesunken und der daraus resultierende Konjunktureinbruch habe sich spürbar auf die Geschäftsentwicklung des Logistikdienstleisters ausgewirkt. Angesichts der aktuellen Situation erwartet der Konzern auch für den Fortlauf des Jahres 2020 einen weiter starken Rückgang von Umsatz und Ergebnis.

Angela Titzrath, HHLA-Vorstandsvorsitzende:

„Die zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie im zweiten Quartal angeordneten Maßnahmen haben Gesellschaft und Wirtschaft vor nie dagewesene Herausforderungen gestellt. Als systemrelevantes Unternehmen in der Logistikkette sind wir dennoch jederzeit unserer Verantwortung gerecht geworden und haben verlässlich zur Versorgung Deutschlands und Europas beigetragen. Durch verantwortungsvolle Kostensenkungen und Investitionszurückhaltung haben wir versucht, die starken Auswirkungen der Krise auf unsere Geschäftsentwicklung aufzufangen und um vorbereitet zu sein, wenn sich die Lage wieder entspannt.“

Titzrath geht von einer graduellen Erholung in der zweiten Jahreshälfte aus. Das Unternehmen arbeite weiter an der Stärkung seiner Zukunftsfähigkeit.

„So ist das Unternehmen in den vergangenen Monaten noch einmal deutlich digitaler geworden.“

Der börsennotierte Teilkonzern Hafenlogistik verzeichnete in den ersten sechs Monaten einen deutlichen Umsatzrückgang um 9,3 Prozent auf 614,2 Millionen Euro. Das operative Ergebnis sank stark um 53,5 Prozent auf 49,1 Millionen Euro.

Im Segment Container ging die Umschlagmenge an den HHLA-Containerterminals insgesamt um 11,3 Prozent auf 3,345 Millionen 20-Fuß-Standardcontainer (TEU) zurück. An den drei Hamburger Containerterminals lag das Umschlagvolumen mit 3,058 Millionen TEU um 12,0 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Grund hierfür waren ausgefallene Schiffsabfahrten als Folge der Pandemie. Die Ausfälle verursachten einen deutlichen Rückgang der Ladungsmengen aus Fernost. Die Feederverkehre in den Ostseeraum gingen stark zurück. Zuwächse im deutschen und britischen Fahrtgebiet konnten dies nicht kompensieren. Die internationalen Containerterminals in Odessa und Tallinn verzeichneten einen leichten Rückgang im Umschlagvolumen von 2,4 Prozent auf 0,286 Millionen TEU. Die vor allem mit der Corona-Pandemie verbundenen Mengeneinbußen glichen auch die zusätzlichen Anläufe im ersten Quartal nicht aus.

Im Segment Intermodal verringerte sich der Containertransport um 8,2 Prozent auf 718.000 TEU. Dabei fiel der Rückgang bei den Straßentransporten deutlich stärker aus als bei den Bahntransporten. Die Bahntransporte gingen verglichen mit dem Vorjahr um 6,9 Prozent auf 568.000 TEU zurück. Während die Verkehre sowohl aus den norddeutschen als auch aus adriatischen Seehäfen deutliche, auf einzelnen Relationen auch starke Rückgänge verzeichneten, kompensierte das starke Wachstum der kontinentalen Verkehre einen Teil des Rückgangs im maritimen Bereich. Bei den Straßentransporten setzte sich die rückläufige Entwicklung der Vorquartale fort. Insbesondere aufgrund der schwachen Entwicklung im Raum Hamburg ging die Transportmenge im Vorjahresvergleich um 13,0 Prozent auf 149.000 TEU zurück.

Eine Prognose für den Verlauf des restlichen Jahres hält der Kontern unter den aktuellen Rahmenbedingen der Pandemie nicht für verlässlich möglich. Es sei aber davon auszugehen, dass Umsatz und Betriebsergebnis (EBIT) im Teilkonzern Hafenlogistik stark unter Vorjahr liegen werden. Primäre Ursache hierfür seien die zumindest temporär erwarteten starken Rückgänge von Containerumschlag und -transport.

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