HHLA: Quartalszahlen unter Vorjahresniveau

Die Hamburger Hafen und Logistik AG verzeichnet für die Monate Januar bis September 2020 einen starken bis moderaten Rückgang des Containerumschlags und der Containertransporte.

Die HHLA geht weiterhin von einem starken Rückgang bei Umsatz und Ergebnis für das Gesamtjahr 2020 aus. Foto: HHLA/Thies Rätzke
Die HHLA geht weiterhin von einem starken Rückgang bei Umsatz und Ergebnis für das Gesamtjahr 2020 aus. Foto: HHLA/Thies Rätzke
Daniela Kohnen

Die HHLA erklärte anlässlich der veröffentlichten Quartalszahlen 2020, in den ersten neun Monaten ungeachtet der anhaltenden Einflüsse durch die Coronavirus-Pandemie ein positives Betriebsergebnis erzielt zu haben. Dieses liege allerdings bedingt durch einen starken Rückgang der Geschäftstätigkeit im zweiten Quartal stark unter dem Vorjahreswert. So verzeichnete das Ebit mit 107,1 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr mit 175,4 Millionen Euro einen Rückgang um 38,9 Prozent. Der Konzernumsatz lag für die ersten neun Monate 2020 bei 959,9 Millionen Euro und damit um 8,1 Prozent hinter den Vorjahresergebnissen. Zugleich seien Containerumschlag und Containertransporte von starken bis moderaten Rückgängen geprägt gewesen.

Im dritten Quartal habe es leichte Anzeichen für eine Belebung der Geschäfte gegeben. Für das Gesamtjahr 2020 rechne man jedoch nicht mit einem Erreichen des starken Vorjahresergebnisses. Nach Angaben der HHLA-Vorstandsvorsitzenden, Angela Titzrath, habe sich die HHLA auf die in Folge der Corona-Pandemie entstandene Lage gut eingestellt. Angela Titzrath, HHLA-Vorstandsvorsitzende:

„Auch wenn sich unsere Leistungskennzahlen nicht, wie von uns noch zu Jahresbeginn erwartet, entwickelten, so ist das positive Betriebsergebnis ein Beleg für die Belastbarkeit unseres Geschäftsmodells. Die HHLA kann ihre finanziellen Verpflichtungen jederzeit erfüllen. Um unsere Zukunftsfähigkeit weiter zu stärken, investieren wir weiter in unsere Kerngeschäftsfelder und suchen nach neuen profitablen Wachstumsinitiativen und digitalen Lösungen. Um unsere finanziellen Handlungsräume zu sichern, überprüfen wir kontinuierlich unsere Kostenstruktur. Mit einem ambitionierten Effizienzprogramm wollen wir in den nächsten fünf Jahren deutlich Kosten senken, um auch künftig mit unserem Leistungsangebot wettbewerbsfähig zu sein.“

Der Teilkonzern Hafenlogistik verzeichnete in den ersten neun Monaten einen Rückgang der Umsatzerlöse um 8,1 Prozent auf 937,4 Millionen Euro. Das operative Ergebnis ging um 40,7 Prozent auf 96,6 Millionen Euro stark zurück.  

Im Segment Container reduzierte sich das Ebit mengenbedingt insgesamt im Vergleich zu 2019 um 39,0 Prozent auf 68,7 Millionen Euro. Der Umsatz lag mit 548,4 Millionen Euro bei einem Minus von 9,4 Prozent unter dem Vorjahreswert mit 605,5 Millionen Euro.

Die Umschlagmenge in den ersten drei Quartalen 2020 lag mit 5.086 Tausend TEU (20-Fuß-Standardcontainer) bei minus 11,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Ausschlaggebend seien laut HHLA neben dem Verlust eines Fernostdienstes in Hamburg insbesondere ausgefallene Schiffsabfahrten als Folge von Corona gewesen. Auch die Zubringerverkehre (Feeder) in den Ostseeraum hätten sich verringert und nicht durch Zuwächse im deutschen und britischen Fahrtgebiet kompensiert werden können.

Das Umschlagvolumen habe an den drei Hamburger Containerterminals um 11,8 Prozent unter dem Vergleichswert 2019 gelegen. Die Containerterminals in Odessa und Tallinn konnten hingegen einen moderaten Rückgang beim Umschlagvolumen von 5,0 Prozent verzeichnen.

Im Segment Intermodal zeigte das Betriebsergebnis mit 62,4 Millionen Euro einen Rückgang von 18,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Ursächlich hierfür seien laut der HHLA neben der rückläufigen Mengen- und Umsatzentwicklung im Wesentlichen erhöhte Schwankungen im Aufkommen von Import- und Exportladung und damit einhergehend eine verringerte Auslastung der Zugsysteme gewesen. Der Umsatz lagen mit 348,7 Millionen Euro um 5,2 Prozent deutlich unter dem Vorjahreswert. Trotz eines geringfügig gestiegenen Bahnanteils am Gesamtaufkommen der HHLA-Intermodaltransporte von 78,5 Prozent auf 79,3 Prozent verringerten sich die durchschnittlichen Umsatzerlöse je TEU aufgrund eines überproportionalen Rückgangs der Ladungsströme mit längeren Transportdistanzen, so die HHLA.

Der Mengenrückgang fiel in den ersten neun Monaten moderat aus. So verringerte sich der Containertransport um 4,6 Prozent auf 1.129 Tausend TEU. Dabei fiel der Rückgang bei den Straßentransporten deutlich stärker aus als bei den Bahntransporten. Letztere gingen verglichen mit dem Vorjahr um 3,7 Prozent auf 895 Tausend TEU zurück.

Während die Verkehre aus den norddeutschen Seehäfen deutliche, auf einzelnen Relationen auch starke Rückgänge verzeichneten, konnte ein starkes Wachstum der kontinentalen Verkehre einen Teil des Rückgangs im maritimen Bereich kompensieren. Durch eine Erholung der Transportmenge im dritten Quartal hätten die Rückgänge im ersten Halbjahr auf allen Relationen verringert werden können. Auch die Straßentransporte hätten sich im dritten Quartal stark erholt gegenüber dem Vorquartal gezeigt. Allerdings habe die anhaltend schwache Entwicklung im Raum Hamburg dazu geführt, dass die Transportmenge in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld im Vorjahresvergleich um 8,0 Prozent auf 234 Tausend TEU zurückgegangen sei, so die HHLA.

Insgesamt schätzt man, dass eine Prognose unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht verlässlich möglich ist. Es sei jedoch davon auszugehen, dass Umsatz und Betriebsergebnis im Teilkonzern Hafenlogistik stark unter dem Vorjahr liegen würden. Primäre Ursache seien die starken Rückgänge beim Containerumschlag sowie deutliche Rückgänge im Containertransport.

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