HHLA: Herausforderndes Umfeld belastet Geschäftsstart 2020

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) stellte sich im ersten Jahresquartal stark veränderten Rahmenbedingungen, die eine deutliche Auswirkung auf ihre Ergebnisse und Umsätze verzeichnete.

Die „Zhen Hua 26“ liefert zwei neue Großcontainerbrücken für den HHLA Container Terminal Burchardkai (CTB) in Hamburg. (Foto: HHLA)
Die „Zhen Hua 26“ liefert zwei neue Großcontainerbrücken für den HHLA Container Terminal Burchardkai (CTB) in Hamburg. (Foto: HHLA)
Radosveta Angelova

Die rückläufigen Ergebnisse bei der HHLA wirkten sich entsprechend auch auf die Profitabilität des Konzerns aus und lassen aktuell auf einen Rückgang von Umsatz und Ergebnis im Gesamtjahr 2020 schließen. Der Konzernumsatz sank in den ersten drei Monaten um 3,4 Prozent auf 335,7 Millionen Euro und das Betriebsergebnis (EBIT) insgesamt um 38,6 Prozent auf 36,7 Millionen Euro. Der Vorstand zeigt jedoch eine positive Attitüde.

Angela Titzrath, HHLA-Vorstandsvorsitzende:

„Unsere Erwartungen an das laufende Geschäftsjahr waren von Zuversicht geprägt, wohl wissend, dass sich die Rahmenbedingungen für unser Geschäft schon seit einiger Zeit aufgrund vielfältiger Einflüsse verändern. Die Auswirkungen von Sturmtiefs im Frühjahr und die schnell voranschreitende Coronavirus-Pandemie haben jedoch auch in unseren Zahlen Spuren hinterlassen. Wir müssen uns auf eine Situation einstellen, die es in der Firmengeschichte noch nicht gegeben hat und die wir nicht beeinflussen können. Das Jahr 2020 wird daher zu einem der herausforderndsten in der HHLA-Historie. Mit unserer Erfahrung werden wir jedoch Wege aus der Krise finden und die HHLA weiter erfolgreich entwickeln.“

Während Containerumschlag und Containertransport durch den abgeschwächten Handel zwecks Corona-Pandemie und etlichen Sturmlagen in Nordeuropa Rückgänge dokumentierte, erzielte das Segment Immobilien höhere Umsätze und Ergebnisse.

Der börsennotierte Teilkonzern Hafenlogistik erlebte einen moderaten Umsatzrückgang von 3,7 Prozent auf 327,4 Millionen Euro. Im Segment Container ging die Umschlagmenge an den HHLA-Containerterminals insgesamt um 3,7 Prozent auf 1,796 Millionen Standardcontainer (TEU) zurück während Schiffsverspätungen infolge von Sturmtiefs über Nordeuropa sowie Blank Sailings als Folge der sich ausbreitenden Coronavirus-Pandemie zu einem gemäßigten Rückgang der Ladungsmengen aus Fernost führten. Insgesamt niedrigere Umsatzerlöse des ersten Quartals resultierten aus dem Pandemie-induzierten Mengenrückgangs. Die Durchschnittserlöse je wasserseitig umgeschlagenen Container legten um 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Ursache hierfür waren ein vorteilhafter Modalsplit mit hohem Anteil an Hinterlandmengen sowie ein temporärer Anstieg der Lagergelder durch eine längere Verweildauer als Folge witterungsbedingter Verspätungen. Die internationalen Containerterminals in Odessa und Tallinn bewegten sich mit einem Umschlagvolumen von 144 Tausend TEU auf Vorjahresniveau.

Im Segment Intermodal verringerte sich der Containertransport um 5,1 Prozent auf 378 Tausend TEU, deutlich stärker in den Straßentransporten als in den Bahntransporten. Trotz eines leicht gestiegenen Bahnanteils am Gesamtaufkommen der HHLA-Intermodaltransporte von 77,9 Prozent auf 79,4 Prozent verringerten sich die durchschnittlichen Umsatzerlöse je TEU aufgrund eines überproportionalen Rückgangs der Ladungsströme mit längeren Transportdistanzen. Das Betriebsergebnis (EBIT) ging im Mitteilungszeitraum um 31,9 Prozent auf 17,2 Millionen Euro zurück. Ursächlich für diesen starken Rückgang sind neben der rückläufigen Mengen- und Umsatzentwicklung auch erhöhte Schwankungen im Aufkommen von Import- und Exportladung und damit einhergehend eine verringerte Auslastung der Zugsysteme. Während die Verkehre sowohl aus den norddeutschen als auch aus Seehäfen an der Adria deutliche Rückgänge verzeichneten, konnte ein starkes Wachstum der kontinentalen Verkehre einen Teil des Rückgangs im maritimen Bereich kompensieren.

Der Teilkonzern Immobilien in Hamburg verzeichnete in einem rückläufigen Marktumfeld eine stabile Umsatzentwicklung. Die bereits im Vorjahr auf weitgehender Vollvermietung der beiden Quartiere basierenden Umsatzerlöse sind im Vorjahresvergleich erneut moderat um 4,0 Prozent auf 10,1 Millionen Euro gestiegen. Das kumulierte Betriebsergebnis (EBIT) wuchs aufgrund von Erlöszuwächsen in beiden Quartieren bei einem konstanten Instandhaltungsvolumen um 6,0 Prozent auf 4,1 Millionen Euro. Trotzdem wird beim Betriebsergebnis (EBIT) des Teilkonzerns Immobilien ein deutlich unter Vorjahr liegendes Ergebnis für möglich gehalten.

Im Ausblick auf die nächsten Quartale lässt sich aktuell keine verlässliche Prognose aussprechen, es ist aber davon auszugehen, dass Umsatz und Betriebsergebnis (EBIT) im Teilkonzern Hafenlogistik stark unter Vorjahr liegen werden. Primäre Ursache hierfür sind mögliche mindestens temporäre Rückgänge von Containerumschlag und -transport. Die staatlichen Eindämmungsmaßnahmen der Virusverbreitung führen sowohl auf nationaler Ebene als auch im internationalen Verkehr zu einer Kontraktion der wirtschaftlichen Tätigkeit, deren Tiefe und zeitliche Erstreckung nicht verlässlich abgeschätzt werden kann. Die Kontraktion erfasst durchgängig alle Wirtschaftsbereiche und somit auch den für die HHLA wichtigen internationalen Handel, doch der Konzern zeigt sich positiv gestimmt.

„Ungeachtet der aktuellen Geschäftsentwicklung ist die HHLA für die Zukunft gut aufgestellt. Die vorhandene Liquidität wird trotz Pandemie-induzierter Belastungen ausreichen, um fällige Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen“, so Angela Titzrath.

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